Erinnerung an den Volksaufstand am 17. Juni 1953

Heute ist der 68. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953. Aus diesem Anlass wird in der Landeshauptstadt Potsdam in der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße ab dem 17. Juni an dieses prägende und bedeutsame Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte erinnert. „Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Ereignisse des 17. Juni 1953 wachhalten. Mutige Menschen sind auf die Straße gegangen, um friedlich zu protestieren. Sie forderten Demokratie und Freiheit, so wie es viele Menschen auch im Jahr 2021 zum Beispiel in Belarus tun“, sagt Noosha Aubel, Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport.

Am 17. Juni 1953 protestierten in Ost-Berlin und in der gesamten DDR rund eine Million Menschen weitgehend friedlich gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Auch im Bezirk und Kreis Potsdam gingen Menschen wütend und entschlossen auf die Straße. Rund 1.500 Arbeiter und Arbeiterinnen legten im Karl-Marx-Werk „Lokomotivbau Babelsberg“ ihre Arbeit nieder und setzten sich für eine Senkung der Normen ein. Nicht einmal vier Jahre nach ihrer Gründung stand die DDR kurz vor dem Kollaps. Nur mit Hilfe sowjetischer Panzer gelang es dem SED-Regime, den Volksaufstand niederzuschlagen und das Drängen nach Freiheit, freien Wahlen und eine Wiedervereinigung Deutschlands zu unterbinden.

Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße erinnert auf ihrer Webseite unter www.gedenkstaette-lindenstrasse.de an das Haftschicksal von Karl-Hans Volke. Im Frühjahr des Jahres 1953 entdeckten der damals 17-Jährige und seine Freunde einen Luftballon mit Flugblättern, der aus West-Berlin stammte. Ihr Inhalt richtete sich gegen die SED und die DDR. Die Jugendlichen verteilten die Flugblätter heimlich in Zossen. Die Staatsicherheit nahm sie am 30. April 1953 fest und brachte die jungen Leute in die Untersuchungshaftanstalt in der Potsdamer Lindenstraße.

%d Bloggern gefällt das: