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Erschwerte Arbeit im Kinderschutz während der Corona-Pandemie

Die Gefahr, dass Kindeswohlgefährdungen unerkannt bleiben, ist während der Corona-Pandemie größer als normalerweise. Da betroffene Kinder derzeit vermehrt nicht regelmäßig in die Schule oder die Kita gehen können, fällt die frühzeitige Wahrnehmung von möglichen Anzeichen durch die jeweiligen Betreuer meist schwerer. Die Arbeit im Kinderschutz allgemein ist unter den momentanen Umständen kein einfaches Unterfangen.

„Die Jugendhilfeträger sind natürlich bestrebt, die Verbindung zu den Familien nicht abreißen zu lassen“, sagt Wolfgang Gall, Sozialdezernent im Havelland. „Allerdings erschweren die sozialen Distanzgebote die rechtzeitige Wahrnehmung von Anzeichen beispielsweise für Kindesmisshandlungen oder Vernachlässigungen.“ Im havelländischen Jugendamt sind zwischen dem 01.4.2020 und dem 15.5.2020 für 72 Kinder Meldungen von Kindeswohlgefährdungen eingegangen. „Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 91 Meldungen“, so Gall.

Der Dezernent befürchtet, dass aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen, durch die viele Familien in den vergangenen Wochen einen Großteil ihrer Zeit zu Hause verbracht haben, weitere Fälle unentdeckt geblieben sind. Zur Aufklärung können derweil auch Angehörige oder Nachbarn beitragen, sofern sie einen Verdacht haben. „Die Mitarbeiter des Jugendamtes stehen auch während der Corona-Pandemie zur Verfügung und gehen allen Hinweisen nach“, sagt Wolfgang Gall. Selbstverständlich bestehe außerdem weiterhin die Möglichkeit für Familien, Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Das havelländische Jugendamt kann per E-Mail unter jugendamt@havelland.de oder telefonisch in Rathenow unter der Nummer 03385/551-2569, in Falkensee unter 03321/403-6827 sowie in Nauen unter der Rufnummer 03321/403-5189 erreicht werden. Darüber hinaus sind bundesweit verschiedene Hotlines eingerichtet, die zusätzlich Hilfe und anonyme Beratung anbieten: Die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche (116 111), das Elterntelefon (0800/111 0550), das Pflegetelefon (030/2017 9131), das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ (0800/404-0020) sowie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (0800/011 6016).

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