Erweiterung der Kläranlage Potsdam Nord schreitet mit großen Schritten voran

Mit der Inbetriebnahme von zwei Nachklärbecken und einem Rücklaufschlammpumpwerk ist heute ein wichtiger Schritt für die Erweiterung der Kläranlage Potsdam Nord erfolgt. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Mike Schubert wurde somit der Startschuss zu der ersten Inbetriebnahme der neuen Teilbereiche der Kläranlage freigegeben. Künftig sollen an dieser Stelle Abwässer von 120.000 Einwohnerinnen und Einwohner geklärt werden, anstatt wie bisher von 90.000. Die komplette Fertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant.

„Damit setzen wir konsequent unsere Wasserstrategie 2035 um und passen uns den steigenden Anforderungen an, die sich aus der rechtlichen Situation, aber auch den Herausforderungen einer wachsenden Stadt ergeben“, sagte Eckard Veil, Geschäftsführer der Energie und Wasser Potsdam GmbH. „Zugleich sorgen wir mit der Erweiterung unserer Kläranlage für eine bessere Gewässerqualität und damit mehr Umweltschutz. Nicht zuletzt sind wir technologisch damit auf dem aktuellsten Stand.“

Oberbürgermeister Mike Schubert sagte: „Das Wachstum einer Stadt setzt auch das Wachsen der notwendigen Infrastruktur voraus. Mit der Erweiterung der Kläranlage wird die Voraussetzung geschaffen, dass Potsdam auch in den kommenden Jahren behutsam wachsen kann. Mit der neuen Anlage leisten wir außerdem unseren Anteil am Umwelt- und Klimaschutz, indem wir die Qualität noch weiter erhöhen und entnommenes Wasser gereinigt wieder in den Kreislauf zurückführen.“

Wesentliche Gründe für den Ausbau der Kläranlage Nord sind neben der notwendigen Kapazitätserweiterung die EU-Wasserrahmenrichtlinie und das gemeinsame Nährstoffreduzierungskonzept der Länder Berlin und Brandenburg. Letzteres sieht vor, durch die Reduktion der Phosphatgehalte den Zustand der Havelgewässer weiter zu verbessern.

Unter Beibehaltung der vorhandenen Becken kann der Ausbau kostengünstig und sicher realisiert werden. Nur mit Hilfe einer Verfahrensumstellung können die neuen, verschärften Überwachungswerte für Stickstoff und Phosphor auch in Zukunft sicher eingehalten werden. Hierfür werden zwei Nachklärbecken mit jeweils 40 Metern Durchmesser errichtet, ebenso ein Rücklaufschlammpumpwerk. Mit einer Abwasserfiltration wird es in Zukunft möglich sein, den Restgehalt an Phosphaten so gering wie möglich zu halten. Dadurch soll der Überwachungswert für Phosphor für Kläranlagen dieser Größenklasse von 1 mg/l auf kleiner 0,30 mg/l Abwasser fallen.

Dieses Vorhaben wird mit der Erweiterung der Kläranlage und dem Bau der vierten Reinigungsstufe erreicht. Die vierte Reinigungsstufe (nach Rechenklärung, Vorklärung und biologischer Reinigung) bezeichnet in der Regel eine ganze Reihe verschiedener Optionen wie Ozonierung, Membranfiltration oder Aktivkohlfiltration.

Der Ausbau der Gesamtanlage erfolgt im laufenden Betrieb und dauert insgesamt dreieinhalb Jahre. Die Planungsarbeiten hatten im Jahr 2015 begonnen. Es wurden 50.000 Tonnen Erde ausgehoben und 5.600 m³ Beton verbaut. Das Bauvorhaben kostet insgesamt 28 Millionen Euro.

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