Es geht um 2.000 Arbeitsplätze – Kundgebung beim Daimler Werk Marienfelde

Der Betriebsrat und die IG Metall riefen für heute die Beschäftigten des Traditionswerks Daimler zur großen Kundgebung auf. Es geht darum, dass durch die angekündigte Transformation des Konzerns die meisten der derzeitigen Arbeitsplätze wegfallen könnten.

Die Liste der prominenten Redner_innen konnte sich sehen lassen. Neben Irene Schulz (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall), Jan Otto (IG Metall Berlin), Kevin Kühnert (stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD), Kai Wegner (Landesvorsitzender der CDU) und Maximilian Reimers (Fridays for Future Bewegung) stand Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler am Mikrophon.

Alle Redner_innen waren sich einig, dass die unbestritten notwenige Transformation der Autoindustrie nicht auf Kosten der Mitarbeiter_innen erfolgen darf. Der angekündigte massive Abbau der für Berlin so wichtigen Arbeitsplätze in der Produktion kann nicht die einzige Antwort auf den Wandel sein. Es muss bei dem traditionsreichen Produktionsstandort Daimler um den Erhalt möglichst vieler, der für Berlin so wertvollen Industriearbeitsplätze gehen.

Angelika Schöttler begann ihre Rede mit einem Zitat des ehemaligen Daimler-Chefs Edzard Reuter:

Man kann solche Positionen nicht verantwortungsvoll ausfüllen, wenn man sich nur Profit, Profit, Profit auf die Fahne schreibt und nicht auf der Grundlage ethischer Verantwortung handelt. Unternehmensführung heißt auch, soziale Verantwortung zu übernehmen. Natürlich sollte ein Unternehmen auch Gewinne machen. Doch es zeichnet gute Unternehmen aus, dass sie zu ihrer sozialen Verantwortung stehen und die Firma strategisch und visionär führen. Das ist für Berlin so nicht hinnehmbar. Wie wir alle wissen, sind gerade Industriearbeitsplätze in der Wertschöpfungskette besonders kostbar. Gerade Berlin verfügt nicht über so viele dieser gut bezahlten Arbeitsplätze. Es lohnt sich deshalb, für jeden einzelnen davon zu kämpfen. Mir ist es wichtig, dass zu beiden Seiten der Gesprächsfaden nicht abreißt. Vergangene Woche gab es einen ersten Austausch beim Regierenden Bürgermeister mit der neuen Werksleitung und der Konzernrepräsentanz in Berlin.

Den gesamten Mittwoch stehen die Produktionsbänder des Daimler Werks still. Gleich im Anschluss an die Kundgebung, die am Werkstor I -II begann und durch die Ortsteile Marienfelde und Mariendorf führte, stand eine große Betriebsversammlung gemeinsam mit der Werksleitung an.

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