Faires Kinderspielzeug bei „plan b“ und „planet e.“ im ZDF

Die Wochen vor Weihnachten sind für die Spielzeugindustrie die wichtigste Zeit des Jahres – mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro allein in Deutschland. Ein Großteil des Spielzeugs ist als Wegwerfware konzipiert, fair und sauber hergestelltes Spielzeug gibt es nur selten – ein Siegel für Nachhaltigkeit existiert bisher nicht. Die ZDF-Doku-Reihen „plan b“ und „planet e.“ beleuchten den schwierigen Weg zum nachhaltigen Kinderspielzeug. Zunächst geht es am Samstag, 5. Dezember 2020, 17.35 Uhr im ZDF, in der „plan b“-Doku „Fair spielen – Nachhaltigkeit im Kinderzimmer“ von Christian Bock um Projekte, die den Umgang mit Spielzeug erneuern wollen. Am Sonntag, 6. Dezember 2020, 16.30 Uhr im ZDF, nimmt die Umweltdoku-Reihe „planet e.“ in „Fast Toys – Womit unsere Kinder spielen“ von Julian Prahl die ökologischen und sozialen Standards innerhalb der Lieferketten der in Deutschland angebotenen Spielwaren in den Fokus. Beide Dokumentationen stehen ab Freitag, 4. Dezember 2020, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Spielzeugautos, die sich nicht reparieren lassen. Puppen, für die es keine Anziehsachen nachzukaufen gibt. Das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Spielzeug kaum eine Rolle – ebenso wie die Diversität. Noch immer sind Mädchensachen rosa, und die meisten Spielfiguren spiegeln die Lebenswirklichkeit einer modernen Gesellschaft nicht wider. Die „plan b“-Doku „Fair spielen – Nachhaltigkeit im Kinderzimmer“ berichtet über Claire Tournefier aus Paris und deren Verein Rejoué, der in großem Maße altes oder ausrangiertes Spielzeug sammelt und wiederaufbereitet. Die erneuerten Autos, Puppen und Teddys kommen Kindergärten oder sozial benachteiligten Familien zugute. Auch der Informatiker Hans-Joachim Simon gründete einen Verein, der Spielzeuge repariert – und arbeitet in seinem Keller in Bonn seit 2012 die Aufträge ab, die er über seine Website erhält.

Auch bei Spielzeugen stellt der Versand ein relevantes Umweltthema dar – fast jedes Ladengeschäft und jeder große Hersteller nutzt den Bestell-Boom, der während der Coronakrise noch einmal verstärkt wurde. Eine Folge: massenhafter Pappabfall. Barbara Höller aus Wien hatte eine Idee, wie die jährlich zwei Millionen Tonnen Altpapier, allein in Österreich, anders genutzt werden können. Mit speziellen Sticker-Sets können Pappkartons in Spielzeug verwandelt werden – in Rennautos, Häuser, Puppentheater und vieles mehr.

Die „planet e.“-Doku schaut auf die Lieferketten – 70 bis 80 Prozent des in Deutschland angebotenen Spielzeugs werden in China produziert. Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren, dass es bei Spielzeug keine Deklarationspflicht gibt: Je länger die Produktionskette, desto schwieriger ist zu verfolgen, was drin ist. Auch Markenspielzeug bietet keine Garantie für Produkte ohne Schadstoffe. Die Fair Toys Organisation setzt sich für sozial- und umweltverträgliches Spielzeug ein – zumal diverse nachhaltige Ansätze für Spielwaren bereits existieren. Produktdesigner erfanden zum Beispiel große LEGO-ähnliche Bausteine aus nachhaltig produziertem Kork. Aus abbaubaren Maischips können Figurenwelten entstehen, die sich anfeuchten, festkleben und modellieren lassen. Spielwarenhändler versuchen, nachhaltige Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen, doch das Kaufverhalten ändert sich nicht so leicht.

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