Fallzahlen steigen weiter – Landrätin appelliert an Vernunft und bittet um Verständnis

Die Anzahl der Personen mit Hauptwohnsitz im Landkreis Uckermark, die sich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert haben, ist auch in der zurückliegenden Woche weiter deutlich angestiegen.

Mit Stand 04.11.2020 haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 201 Personen infiziert. Sechs Frauen und Männer sind seitdem mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Anzahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen je 100.000 Einwohner innerhalb der zurückliegenden sieben Tage, liegt bei 59,7. Damit zählt auch der Landkreis Uckermark seit dem 30. Oktober zu den Risikogebieten. In Quarantäne werden aktuell 590 Personen betreut.

Zum Vergleich: Bis zum 1. Oktober wurde bei insgesamt 53 Personen eine Infektion nachgewiesen. Die 7-Tage-Inzidenz, lag zu diesem Zeitpunkt bei 1,7. Zwei Personen waren im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben.

Damit haben sich in der Uckermark innerhalb nur eines Monats dreimal so viele Personen mit dem Virus infiziert wie in Summe in den gesamten sieben Monaten seit Beginn der Pandemie. Die Anzahl der Uckermärkerinnen und Uckermärker, die mit Covid-19 verstorben sind, hat sich im Oktober verdreifacht.

Besorgniserregend ist auch die hohe Anzahl an Personen, die im Zuge der Kontaktpersonensuche bei positiv auf das Virus Getesteten ermittelt werden. Nicht selten haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die mittlerweile von zehn Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr unterstützt werden, zwischen 40 und 70 Personen zu kontaktieren und in häusliche Quarantäne zu schicken.

In diesem Zusammenhang appelliert Landrätin Karina Dörk zum wiederholten Male an die Eigenverantwortung und die Verpflichtung jedes Einzelnen, Kontakte auf das zwingend notwendige Maß zu reduzieren. „Die Eindämmungsmaßnahmen, die seit Anfang dieser Woche gelten, sind schmerzhaft, aber leider unvermeidbar. Ich bin sehr froh, dass Konsens bei allen politisch Verantwortlichen darüber besteht, Schulen und Kitas offenzuhalten. Aber dafür muss das Infektionsgeschehen spürbar zurückgedrängt werden,“ so die Landrätin.

Auf die Eigenverantwortung und -verpflichtung verweist auch Amtsärztin Dr. Michaela Hofmann: „Wer den Verdacht hat, sich infiziert zu haben oder in den zurückliegenden fünf Tagen Kontakt zu einem Infizierten hatte, hat sich umgehend selbst zu isolieren und das Gesundheitsamt oder das Bürgertelefon des Landkreises zu informieren.“

Bei Symptomen ist darüber hinaus telefonisch der Hausarzt zu kontaktieren, um die weitere Verfahrensweise abzusprechen. In akuten Fällen kann der ärztliche Bereitschaftsdienst über die Rufnummer 116 117 und nur in lebensbedrohlichen Situationen der Notarzt über die 112 kontaktiert werden.

„Testungen bei symptomfreien Kontaktpersonen sind aus medizinischer Sicht nicht erforderlich. Die Labore arbeiten bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze. Außerdem könnte ein negativer Test, der ja nur eine Momentaufnahme ist, im Einzelfall zu leichtfertigem Verhalten verleiten“, so die Amtsärztin und appelliert an die zwingende Einhaltung der gebotenen Anordnungen und Verhaltensweisen.

Um die Kontakterfassung und -nachverfolgung zu vereinfachen, steht seit heute auf der Internetseite des Landkreises (www.uckermark.de – Startseite Coronavirus) ein Formular zur Verfügung, in das Betroffene alle relevanten Informationen bereits selbst von zu Hause aus eintragen und an das Gesundheitsamt senden können.

Darüber hinaus wurde das Bürgertelefon des Landkreises seit heute personell auf insgesamt 17 Personen aufgestockt, da sich insbesondere aufgrund der steigenden Fallzahlen und der sich häufig ändernden Regelungen ein wachsender Informationsbedarf herausgestellt hat.

Darüber hinaus wird am kommenden Wochenende eine Sonderveröffentlichung im Lokalfuchs Prenzlau/Templin und im Märkischen Sonntag Angermünde/Schwedt erscheinen. Auf einer Doppelseite sind alle aktuell geltenden Beschränkungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene übersichtlich dargestellt.

Im Zusammenhang mit der Einhaltung der Eindämmungsverordnung finden im November verschiedene Aktionstage statt. So werden bereits morgen werden die Polizei sowie Mitarbeiter des kreislichen und der örtlichen Ordnungsämter verstärkt die Einhaltung der Bestimmungen kontrollieren.

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