Filmabend über geteilte olympische Sportgeschichte in Rathenow

Vorführung am 27. September im Haveltorkino in Rathenow mit anschließender Gesprächsrunde

Der Dokumentationsfilm „Die kalten Ringe“ wird am Montag, den 27. September 2021, im Rahmen eines Filmabends im Rathenower Haveltorkino gezeigt. Thema ist dabei die geteilte olympische Sportgeschichte während des Kalten Krieges. Diese soll nach der Filmvorführung auch in einer Gesprächsrunde, unter anderem mit ehemaligen Olympioniken aus Rathenow, besprochen werden.

Nach 1964 wurden in diesem Jahr die Olympischen Spiele zum zweiten Mal in Tokio ausgetragen. So gut wie verloren im Gedächtnis der Gesellschaft ist die Tatsache, dass für die Spiele 1964 in Tokio letztmalig für eine lange Zeit eine gesamtdeutsche Mannschaft antrat. Bereits 1956 und 1960 mussten die Deutschen in Ost und West unter Zwang des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ein gemeinsames Team bilden. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage hatte die Vision, dass mit der Kraft des Sports politische Grenzen überwunden werden könnten.

Doch mit dem Mauerbau 1961 wurde die bis dahin gelebte olympische Praxis durch die Realität des Kalten Krieges eingeholt. Der Sport wurde zu einem Spielball der Politik. Es wurde über Fahnen, Trikots und Hymnen gestritten, allein die Zusammenstellung der Olympiamannschaft wurde zu einem Politikum. Dabei ging es auch um den prestigeträchtigen Posten des Mannschaftsleiters, dem so genannten Chef de Mission. Wer nach den Ausscheidungen die Mehrzahl der Teilnehmer im Team hatte, durfte dieses Amt bekleiden. Selbst in Tokio nahm das Gegeneinander nicht ab. Die Querelen zwischen Ost und West wurden mit in die Olympiastadt genommen. Der Riss ging quer durch die gesamtdeutsche Mannschaft. Die politische Teilung der beiden deutschen Staaten wurde nun auch im olympischen Sport mehr als sichtbar.

Der Filmabend möchte anhand der filmischen Dokumentation „Die kalten Ringe“, mit anschließender Gesprächsrunde, an die geteilte olympische Sportgeschichte aus der Phase des Kalten Krieges erinnern. Eingeladen sind der Filmemacher Thomas Grimm (Zeitzeugen-TV) und die Rathenower Olympioniken Christel Schulz sowie Jörg und Uwe Freimuth, die 1960, 1980 bzw. 1988 an den Olympischen Spielen teilnahmen. Die Veranstaltung findet am Montag, den 27. September 2021, ab 19 Uhr im Haveltorkino in Rathenow, Vor dem Haveltor 1, statt und wird von Dr. René Wiese vom Zentrum deutscher Sportgeschichte in Berlin moderiert. Gefördert wurde dieses Projekt durch den Landkreis Havelland und den Aktionsfond Partnerschaft für Demokratie Westhavelland. Der Eintritt ist frei.

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