Fischer: Chancen der Digitalisierung gerade in der Krise nutzen

„Brandenburger Sozialpartnerdialog“ berät über weitere Bewältigung der Corona-Pandemie

– Zukunftszentrum unterstützt bei der Digitalisierung der Arbeitsorganisation

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist es unerlässlich, Kontakte und Mobilität weiter einzuschränken. Das ist eine Notwendigkeit, die auch vor der Arbeitswelt nicht Halt macht. Brandenburger Betriebe und Verwaltungen leisten durch Homeoffice einen wichtigen Beitrag zur Pandemie-Bewältigung“. Das erklärte Arbeitsstaatssekretär Hendrik Fischer zum Auftakt des „Brandenburger Sozialpartnerdialogs“. Fischer weiter: „Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin fest im Griff. Die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Branchen stellt sich unterschiedlich dar. Wie wichtig Sozialpartnerschaft gerade in der Krise ist, sehen wir an der außerordentlich positiven Wirkung der Kurzarbeit.“ Der Austausch im Sozialpartnerdialog sei hilfreich, um bessere Einblicke zu gewinnen und Strategien immer wieder zu überprüfen. Das aus Vertretern der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften bestehende Gremium hat in seiner heutigen, vom Arbeitsministerium moderierten Videokonferenz über die weitere Bewältigung der Corona-Pandemie beraten.

Das Thema Homeoffice lenke die Aufmerksamkeit einmal mehr auf den digitalen Wandel der Arbeit, sagte Staatssekretär Fischer: „Es ist unerlässlich, dass sich unsere Wirtschaft der Digitalisierung stellt. Viele Unternehmen haben die Chancen von digitalen Technologien erkannt und nutzen sie nicht mehr nur als unterstützende Werkzeuge, sondern für Marktinnovationen und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Ich bin sehr froh darüber, dass insbesondere unsere Mittelständler in Fragen der Digitalisierung beim Brandenburger Zukunftszentrum kompetente Hilfe finden.“ Das Zukunftszentrum motiviert und inspiriert zu Veränderungsprozessen im Arbeitsalltag und steht Unternehmen, die sich in Sachen Digitalisierung auf den Weg machen, beratend zur Seite.

Fischer verwies darauf, dass Digitalisierungsvorhaben märkischer Unternehmen auch über das Programm „Brandenburgischer Innovationsgutschein“ (BIG) gefördert würden. Mit dem „BIG-Digital“ werden die Beratung von Unternehmen durch externe Fachleute sowie die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben mit Hilfe neuer Hard- und Software, aber auch die Schulung von Beschäftigten gefördert.

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg: „Es ist ein wichtiger Beitrag gegen Corona, wenn all diejenigen von Hause aus arbeiten, die das können, und sich nicht in volle Busse und Bahnen schieben. Auch nach der Krise kann Homeoffice Lebensqualität verbessern und Pendlerverkehre reduzieren – wenn die Bedingungen stimmen. Wichtig ist, dass Arbeitsschutz und Arbeitszeitregelungen auch im Homeoffice gelten. Dafür braucht es einen rechtlichen Rahmen, der auch die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte stärkt. Dort, wo weiterhin vor Ort gearbeitet werden muss, ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent zu gewährleisten. Gerade in kleinen Betrieben ohne Betriebsrat besteht oft noch Informations- und Nachholbedarf. Hier muss der öffentliche Arbeitsschutz unterstützen und kontrollieren.“

Alexander Schirp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB): „Die Unternehmen arbeiten mit aller Kraft daran, trotz der Pandemie ihre Betriebe so gut es geht weiterzuführen und damit so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. Sie kümmern sich darum, Infektionen in den Betrieben bestmöglich zu vermeiden. Neben umfangreichen Hygiene- und Abstandskonzepten spielen hier Regelungen zum mobilen Arbeiten eine wichtige Rolle.

Fast alle Arbeitgeber machen ihren Beschäftigten bereits entsprechende Angebote. Zusammen mit unserem Sozialpartner haben wir kürzlich dazu aufgerufen, wo immer es geht Homeoffice noch auszuweiten. Viele Firmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten gute Erfahrungen damit gemacht. Allerdings könnten durch Homeoffice auch Produktivität und Kreativität beeinträchtigt werden. Zudem gibt es Grenzen für mobiles Arbeiten, etwa für Beschäftigte im Gesundheitswesen, in der Produktion, bei Polizei, Feuerwehr oder in der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Es gilt allerdings, auch die Zeit nach der Pandemie im Blick zu behalten. Der digitale Wandel und die Transformation in der Industrie bleiben große Herausforderungen für die Unternehmen. Es ist wichtig, dass sich der Sozialpartnerdialog weiter intensiv um das Thema Weiterbildung kümmert. Die Politik ist gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu unterstützen und sie nicht mit höheren Steuern und Abgaben oder zusätzlicher Bürokratie zu belasten.“

Brandenburger Sozialpartnerdialog

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog wurde im November 2011 gegründet und kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen. An ihm beteiligen sich unter der Moderation des Arbeitsministeriums die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), der DGB Berlin-Brandenburg sowie Einzelverbände, Innungen und Einzelgewerkschaften aus Metall- und Elektroindustrie, Baugewerbe, Chemie, Handel, Logistik sowie Hotel- und Gaststättengewerbe. Gemeinsam wollen Land, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände die Tarifbindung stärken und Fachkräftesicherung mit Initiativen und Projekten wie der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie vorantreiben.

Brandenburger Zukunftszentrum

Das „Zukunftszentrum Brandenburg für den digitalen Wandel“ unterstützt Unternehmen aller Branchen im digitalen und demographischen Wandel, spezifische Zusatzangebote gibt es für die Altenpflege und das Handwerk. Zielgruppe sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in ländlichen Regionen. Auf Basis eines sozialpartnerschaftlichen Ansatzes und des Leitbildes für „Gute Arbeit“ baut es auf den Brandenburger Strategien und Initiativen zur Digitalisierung und Fachkräftesicherung auf und kooperiert mit den relevanten Akteuren. Das Projekt ist zunächst bis Ende Juni 2022 befristet. Finanziert wird es mit 3,8 Millionen Euro aus dem vom Bundesarbeitsministerium verwalteten ESF-Programm „Zukunftszentren“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Bundes sowie des Landes Brandenburg. Projektträger und Konsortialführer ist das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb). Weitere Informationen zum Zukunftszentrum: www.zukunftszentrum-brandenburg.de

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