„Für Sichtbarkeit und Sicherheit“ – CSD in Cottbus und Frankfurt (Oder)

Anlässlich des Christopher Street Days (CSD) wird am Wochenende auch in Brandenburg für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt gekämpft. Am Sonnabend (04.09.) findet die jährliche CSD-Parade in Cottbus statt, am Sonntag (05.09.) das deutsch–polnische queere Kulturfestival Frankfurt Słubice PRIDE in Frankfurt (Oder). Im Vorfeld ruft Sozialministerin Ursula Nonnemacher zu Akzeptanz und Vielfalt auf.

Sichtbarkeit und Sicherheit von queeren Menschen, das sind die Themen, die in diesem Jahr im Mittelpunkt der CSD-Aktionen stehen.

Ministerin Nonnemacher: „Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2020 haben sich die Straftaten mit homophobem oder transfeindlichem Hintergrund im Vergleich zum Vorjahr in Brandenburg verdoppelt. Diese Tendenz ist nicht zu akzeptieren. Die Statistik zeigt, dass Menschenwürde, Achtung und Respekt noch nicht überall Realität für alle Menschen in Brandenburg sind.“

Nonnemacher wirbt dafür, dass Übergriffe und Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts zur Anzeige gebracht werden um öffentlich auf die Diskriminierung von LSBTIQ* Menschen aufmerksam zu machen und Maßnahmen gegen Straftaten mit homophobischen oder transfeindlichen Hintergrund zu ergreifen. Besonders queere Geflüchtete, Regenbogenfamilien, LSBTIQ*-Personen mit Behinderungen, lesbische Frauen* und LSBTIQ* Menschen im Alter und in der Pflege erfahren oft mehrfach Diskriminierungen. Für deren besonderen Schutz und Recht auf freie Entfaltung und Sicherheit setzen sich die veranstaltenden Vereine der CSD Cottbus und Frankfurt (Oder) im Land Brandenburg ein.

Hasskriminalität und Homophobie sind kein Landesphänomen. Straftaten und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gibt es Grenzen überschreitend. In der Grenzstadt Frankfurt (Oder) wollen die Veranstaltenden des CSD daher auch ein Signal nach Polen senden und die LSBTIQ-Gemeinde dort stärken.

Der CSD Cottbus unter dem Motto Große Hürde Menschenwürde“ greift ein gesamtgesellschaftliches Thema auf, das LSBTIQ*-Personen in besonderem Maße tangiert.

Ministerin Nonnemacher: „Homophobie kennt keine Grenzen. Wir müssen uns über die Diskriminierung und Ausgrenzung von LGBTIQ*-Menschen nicht nur auf Landesebene Gedanken machen. Wir müssen bundesweit agieren und europäische Standards setzen, damit kein Mensch in Europa sich aufgrund der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts diskriminiert fühlt.“

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration, Verbraucherschutz unterstützt beide Veranstaltungen mit rund 10.000 Euro.

Hintergrund

1969 kam es nach einer Polizeirazzia gegen LSBTIQ*-Menschen in den USA zu Protesten. Durch eine gewalttätige Auseinandersetzung von Besuchern der Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street mit der Polizei wurde die institutionelle Gewalt gegen Menschen aus der LSBTIQ*-Community sichtbar. Daraus entwickelte sich eine weltweite Bewegung.

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen in Cottbus und Frankfurt (Oder):

www.csd-cottbus.info/

www.queeres-brandenburg.info/index.php/13-neues/262-05-09-frankfurt-slubice-pride

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