Fürst-Pückler-Baum in Branitz ist stärkste Robinie des Landes

Branitz –  Der eindrucksvolle Baum im Fürst-Pückler-Außenpark ist mit einem Umfang von 7,65 Metern und einer geschätzten Höhe von zirka 20 Metern die dickste und stärkste Robinie des Landes. Die um 1850 von Fürst Pückler direkt neben dem ehemaligen Eichenweg gepflanzte bekannte Robinie wurde klare Favoritin bei der 21. Spitzenbaumaktion, einem Kooperationsprojekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Brandenburg e.V. (SDW) und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) zum Baum des Jahres, der 2020 die Robinie ist.

 

„Kunst + Natur = Branitzer Parklandschaft“, sagt Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM). „Baumgiganten prägen seit 175 Jahren den Branitzer Park des Fürsten Pückler. Dieser war nicht nur berühmt für seine Baumverpflanzaktionen, sondern auch für die Integration bestehender Bäume in die einzigartige Kulturlandschaft. Und die dickste Robinie Brandenburgs im Branitzer Außenpark zeigt, wie Pückler es verstand, Natur und Kultur zu einem malerischen Landschaftsbild zu verknüpfen.“

Da die Höhe von Robinien durch deren sehr knorrige Kronen selbst von Fachleuten schwer zu vermessen ist, wurde in diesem Jahr der Baum mit dem größten Umfang (gemessen in 1,3 Meter Höhe) gesucht. Die Robinie mit dem zweitgrößten Umfang von 6,72 Metern und einer geschätzten Höhe von 16 Metern steht in Langerwisch am Priesterweg. An der IG Optische Telegraphie Schenkenberg in Groß Kreutz wird eine Robinie von einer Linde umschlungen und ist daher für sowohl für Baumliebhaber als auch für Hobbyfotografen reizvoll.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Robinie, in Brandenburg auch Akazie genannt, wird seit dem frühen 18. Jahrhundert in Parks, Alleen und Wäldern gepflanzt. Bundesweit gesehen gibt es in der Mark die größten Vorkommen. Unterschiedliche Forst-Datenquellen gehen hier von mehr als 10.000 Hektar Robinienfläche, das bedeutet 0,5 Prozent der Waldfläche Brandenburgs, aus. Dabei sind Alleen und Parkbäume nicht mitgezählt.

Durch Stockausschlag und Wurzelbrut hat die Robinie ein starkes Ausbreitungspotenzial und kann so auch ökologisch wertvolle Lebensräume wie zum Beispiel Trockenrasen oder Heiden unerwünscht besiedeln. Sie wird daher vom Bundesamt für Naturschutz als Baumart mit invasiven Eigenschaften eingestuft. Gleichzeitig macht sie diese Fähigkeit zu einer geeigneten Baumart in der Rekultivierung ehemaliger Tagebaugebiete oder auf Energieholz-Plantagen. Hier ist ein gezieltes Wald- und Naturschutzmanagement gefragt.

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