Fußverkehrskonzept für Potsdam

Besser mobil. Besser leben.: Fußverkehrskonzept für gute, sichere und attraktive Wege in Potsdam

Verwaltung legt Stadtverordnetenversammlung Beschlussvorlage vor / Umsetzung beginnt bereits in diesem Jahr

Die Stadtverwaltung hat ein gesamtstädtisches Fußverkehrskonzept erarbeitet, um die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern und die Verkehrssicherheit in der Landeshauptstadt Potsdam insgesamt zu erhöhen. Das Konzept wird in die Stadtverordnetenversammlung am 2. Juni eingebracht und soll im Fachausschuss und den Ortsbeiräten entsprechend erörtert und beraten werden.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, sagt: „Wir wollen die Stadt für alle lebendiger und attraktiver machen. Die Verbesserung der Fußwege, attraktive Wegebeziehungen in der gesamten Stadt und eine barrierefreie Erreichbarkeit von wichtigen Orten und Einrichtungen haben für mich daher eine sehr hohe Priorität. Zufußgehen ist die natürlichste und umweltverträglichste Form der Mobilität und jeder Weg – ob mit dem Rad, dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel – beginnt und endet mit einem Fußweg. Deshalb betreffen die Bedingungen für den Fußverkehr alle Bevölkerungsgruppen einer Stadt. Ganz besonders aber jene, die in ihrem Alltag einen geringeren Bewegungsradius haben und einen Großteil ihrer Wege zu Fuß zurücklegen, wie ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen und Kinder. Besonders für diese sind gute Voraussetzungen wichtig, damit die Wege im Alltag möglichst barrierearm zurückgelegt werden können.“

Bei der Erarbeitung des Fußverkehrskonzeptes wurden bestehende Mängel in der Bestandssituation der Fußverkehrsinfrastruktur erfasst und analysiert. Auf Grundlage dieser Ausgangsbasis wurden notwendige Handlungsansätze sowie Maßnahmen mit bereits bestehenden Überlegungen im Fußverkehrskonzept zusammengeführt, in einem Plandokument gebündelt und Prioritäten herausgearbeitet. Die Prioritäteneinteilung der Maßnahmen erfolgte je nach Nutzungseinschränkung und Kostenhöhe bzw. Planungszeit. Das Konzept enthält ebenso Aussagen zu den notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen, um die Fußverkehrsinfrastruktur in Potsdam zu unterhalten und auszubauen.

Es soll zukünftig als strategische Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung dienen und dazu beitragen, die Nutzeranteile des Fußverkehrs weiter zu erhöhen.

Insgesamt besteht das Konzept aus einem Berichtsteil sowie erläuternden Anlagen zum Vorrangnetz, zu Fußverkehrszählungen, zur Bestandsbewertung, die Maßnahmeliste und die Protokolle der Stadtteilspaziergänge. Ein Straßenverzeichnis hilft, schnell die entsprechenden Straßen in der Maßnahmenliste zu finden. In der Maßnahmentabelle sind über 1.900 Maßnahmen erfasst, die im weiteren detaillierter zu planen bzw. zu prüfen sind. Davon sind 233 Sofortmaßnahmen enthalten, wie z. B. die Verbesserungen der Sichtbeziehungen an Kreuzungen und Querungsstellen, weitere Bordsteinabsenkungen oder die Verlagerung von Sondernutzungen (Geschäftsauslagen, Werbeaufsteller, Außengastronomieflächen im Gehwegbereich etc.).

Als Startschuss für die Umsetzung des Fußverkehrskonzeptes sollen noch in diesem Jahr bereits geplante Maßnahmen kurzfristig begonnen werden, so z. B. die Erneuerung der Brandenburger Straße im Bereich der jetzigen Fußgängerzone, die Erneuerung der Gehwege Hegelallee Nordseite (in mehreren Bauabschnitten), Zimmerstraße zwischen Luisenplatz bis zur Apotheke, Potsdamer Chaussee von Haus Nr. 18 bis zur Glienicker Dorfstraße und der Gehweg am Schafgraben. Für eine bessere Überquerung der Straßen für zu Fuß gehende sollen eine Mittelinsel an der Friedrich-Engels-/Daimlerstraße und zwei Mittelinseln in Alt Nowawes, Höhe Garnstraße und Grenzstraße eingerichtet werden. Darüber hinaus werden die Grünpfeilregelungen an verschiedenen Ampeln überprüft sowie an der Kreuzung Nedlitzer Straße/ Kiepenheuerallee eine Fußgängerfurt über die Nedlitzer Straße geschaffen.  Auch wird an der Ampel Jägerallee/ Helene-Lange-Straße ein Blindentaster ergänzt“, so der Beigeordnete.

Das Konzept wurde unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet. Neben der beauftragten Bestandsaufnahme zu Infrastruktur und Mängelanalyse fand im Sommer 2019 eine Bürgerveranstaltung mit drei Stadtteilspaziergängen und die Kinder- Jugendbeteiligung statt. Darüber hinaus gab es einen Begleitkreis aus unterschiedlichen Verwaltungsstellen und Verbänden. Die Ergebnisse der Beteiligungen sind in den Anhängen des Fußverkehrskonzepts aufgeführt.

Das Fußverkehrskonzept bietet durch seine umfassende Maßnahmenliste eine Grundlage für das Verwaltungshandeln in den nächsten Jahren. Mit einem Beschluss des Fußverkehrskonzepts wird im 3. Quartal 2021 gerechnet.

Die Erstellung des Fußverkehrskonzeptes wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Brandenburg gefördert.

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