Gauck bei „maischberger. die woche“: Impflicht „würde Nutzen bringen für die Gesamtgesellschaft“

Köln (ots)

 

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck ist bereit, die gesellschaftlichen Folgen einer Impflicht in Kauf zu nehmen. Man müsse sich fragen, was besser sei: „Die Spaltung, die wir jetzt haben, geht schlecht um mit einem großen Teil der Bevölkerung. Die Spaltung, die wir dann haben, wenn wir eine stärkere Verpflichtung zum Impfen hätten, würde gut sein, würde Nutzen bringen für die Gesamtgesellschaft“, erläuterte Gauck in der ARD-Talksendung „maischberger. die woche“. Gauck plädierte für eine abgestufte Impflicht: „Ich würde nicht gleich mit dem großen Hammer kommen, sondern die abgestufte Form der Verpflichtung für richtig halten“, sagte der Bundespräsident a.D:.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler bekräftigte sein Unverständnis über die Slogans und Symbole, die einige Impfgegner nutzen. „Wir kennen die Inbesitznahme von Sprüchen, die eigentlich woanders hingehören wie ‚Wir sind das Volk‘. Ich finde das mehr als nur geschmacklos.“ Gleichwohl müsse man diese Art der Meinungsäußerung tolerieren. Den Missbrauch des „Judensterns“ hält Gauck für eine Überschreitung der Meinungsfreiheit: „Meine Geschmacks- und meine Verständnisgrenze ist dann überschritten, wenn man ein solches Signal der tiefsten Unmenschlichkeit für eine tagespolitische Auseinandersetzung nutzt. So was ist unwürdig, unmöglich und unmenschlich.“

„maischberger. die woche“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit Vincent productions GmbH.

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