Gedenken an den 75. Jahrestag der Strafverhandlung des Volksgerichtshofs gegen Frau Mirjam David am 12.12.2019

Am

Donnerstag, den 12.12.2019, 10.00 Uhr,

wird im Eingangsbereich des Amtsgerichts Potsdam, Hegelallee 8, 14469 Potsdam, der Strafverhandlung gegen Frau Mirjam David vor dem Volkgerichtshof gedacht werden, der sich an diesem Tage zum 75. Mal jährt.

Aus diesem Anlass ist aus dem Kreis der Angehörigen von Frau David kurzfristig der Wunsch geäußert worden, an diesem Tag Blumen im Eingangsbereich des Amtsgerichts aufzustellen.

Hintergrund:

Vor 75 Jahren, am 12. Dezember 1944, verhandelte der Zweite Senat des Volksgerichtshofes unter Vorsitz seines Präsidenten Dr. Wilhelm Crohne, zugleich Stellvertreter von Dr. Roland Freisler, in Potsdam gegen die 27-jährige Mirjam David aus München. Ihr wurde wegen der Beteiligung an der Fortsetzung der Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Weißen Rose“ unter anderem durch Unterstützung von Flugblattaktionen Beihilfe zum Hochverrat und Feindbegünstigung vorgeworfen. Nach Monaten der Inhaftierung in München führte ihr Verfolgungsweg in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, wo sie vom 2. Mai bis zum 11. Oktober 1944 einem ungewissen Schicksal überlassen blieb. Nach einer Verlegung nach Donauwörth, wo ein erster Prozess ohne sie stattfand, begann nach ihrem Rücktransport nach Potsdam am 12. Dezember 1944 um 10.30 Uhr im Schwurgerichtssaal des Gerichtsgebäudes in der damaligen Kaiser-Wilhelm-Straße 8, heute Hegelallee 8; die Verhandlung des Volksgerichtshofs.

Der Strafantrag des Oberreichsanwaltes lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und Ehrverlust. Das Gericht urteilte im Ergebnis „nur“ auf Beihilfe zur Vorbereitung von Hochverrat und zur Feindbegünstigung und verhängte dafür zwei Jahre Zuchthaus und Ehrverlust.

Am 3. Januar 1945 wurde die junge Frau über Görlitz, Dresden, Plauen, Hof, Nürnberg, Ingolstadt und Ulm in die Frauenstrafanstalt Aichach verlegt. Der 17. Mai 1945 wurde zum Tag ihrer Befreiung durch amerikanische Truppen.

Aufgrund der schweren psychischen und physischen Folgen ihrer Lagerhaft konnte Mirjam David trotz intensiver Versuche nicht mehr an ihre wissenschaftliche Arbeit vor der Verhaftung am 10. November 1943 anknüpfen. Sie starb 1975. Heute erinnert eine Straße in ihrer Geburtsstadt München an ihr Schicksal.

(Quelle: www.weisse-rose-stiftung.de)

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