Gedenkveranstaltung zum 8. Mai in Perleberg – Landrat und Kreistagsvorsitzender legten gemeinsam einen Kranz nieder

Der 8. Mai 2021 ist ein geschichtsträchtiger Tag. Er erinnert an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa vor 76 Jahren. Die tiefe Zäsur von 1945: Nicht Kapitulation und Niederlage, sondern Befreiung von Krieg und NS-Diktatur ist seit der Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard Weizsäcker im Jahr 1985 Grundtenor der Erinnerungskultur.

Der Wunsch der Menschen – nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg – ist noch nicht erfüllt.

Getragen von diesen Gedanken fand im kleinen Kreis eine Kranzniederlegung und Andacht auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof auf dem Grahlplatz in der Rolandstadt statt. Besondere Ehrengäste waren Pavel Rubtsov, Erster Sekretär der Botschaft der Russischen Föderation, und Plakhov Dmitrii, Zweiter Sekretär der Botschaft der Russischen Föderation, mit ihren Ehefrauen. An der Veranstaltung zum Gedenken der sowjetischen Gefallenen nahmen ebenfalls Landrat Torsten Uhe und Harald Pohle, Vorsitzender des Kreistages Prignitz, teil, die gemeinsam einen Kranz niederlegten.

Das Blechbläserensembles des Gottfried-Arnold-Gymnasiums und der Kreismusikschule Prignitz unter Leitung von Heiko Leu verliehen dem Gedenken einen würdigen Rahmen.

In Erinnerung an die gefallenen sowjetischen Soldaten konzentrierte sich die Rede von Bürgermeisterin Annett Jura auf einen Zeitzeugenbericht des Offiziers Wladimir Gelfand. In erstmals übersetzten und veröffentlichen Aufzeichnungen unter dem Titel „Deutschland Tagebuch 1945-1946“ gibt der Offizier einen Einblick in die Organisation der Armee sowie das Alltagsleben. Seine Aufzeichnungen zeigen, unter welch schweren Bedingungen wie Kälte, Hunger, Ungeziefer, schlechte hygienische Bedingungen und Bekleidung in den letzten Monaten bis zum Kriegsende gekämpft wurde.

Zum diesjährigen Gedenken wurde der restaurierte Ehrenfriedhof eingeweiht. Seit 1948 befindet sich dieser auf dem Grahlplatz, auf dem insgesamt 91 Tote bestattet wurden. Mit finanzieller Unterstützung in Höhe von 214.000 Euro vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Brandenburg und sachkundiger Begleitung durch den Landkreis Prignitz konnte die Rolandstadt das lange geplante Vorhaben in 14 Monaten umsetzen.

Unter der Leitung des Architekturbüros Wieck wurden 24 der insgesamt 32 kleinen Grabsteine ersetzt und soweit möglich auch die Schiefertafeln saniert. Alle Grabsteine wurden auf neu angefertigten massiven Sockeln platziert. Hierdurch hat der Ehrenfriedhof ein neues Gesicht erhalten. Zwei neue Namenstafeln mit den Namen der bekannten Gefallenen ergänzen den Platz. Außerdem erfolgte eine Komplettsanierung des Einzelgrabsteins links am Eingang. Die Einfriedung wurde vollständig erneuert und in der Mitte erstrahlt der Obelisk mit goldenem Stern in neuem Glanz. Hierfür bedankte sich Bürgermeisterin Jura bei der angereisten Botschaft der Russischen Föderation, welche 15.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte. Neu hinzugekommen ist eine Info-Stele mit Texten in Russisch und Deutsch, welche den Besucher und die Besucherin bereits am Eingang zum Ehrenfriedhof begrüßt.

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