Geflügelpest: Aufstallungspflicht im gesamten Stadtgebiet

Braunschweig. Ein tot im Braunschweiger Hafen aufgefundener Wanderfalke war mit dem Erreger der Aviären Influenza (Vogelgrippe oder Geflügelpest) infiziert. Das hat die entsprechende Untersuchung durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ergeben. Eine örtliche Ausbreitung dieser Viruserkrankung durch die unmittelbare Nähe von Wildvogelvorkommen zu Geflügelhaltungen kann nicht ausgeschlossen werden. In Braunschweig werden zurzeit rund 9.000 Stück Geflügel gehalten.
Zum Schutz gegen die Aviäre Influenza erlässt die Stadt Braunschweig deshalb eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung: Im gesamten Stadtgebiet gilt eine Aufstallungspflicht. Sämtliches in der Stadt gehaltenes Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ist ab sofort ausschließlich in geschlossenen Ställen zu halten oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung).
Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht. Spaziergänger, die tote Wasservögel oder Greifvögel finden, sollten diese nicht anfassen, sondern den Fund der Stadt Braunschweig (veterinaerwesen@braunschweig.de oder telefonisch unter 0531-470 5903) melden. Hinweise auf unklare Erkrankungs- oder Todesfälle bei Hausgeflügel werden hier ebenfalls entgegengenommen.
Die Allgemeinverfügung tritt am 22.01.2022 in Kraft. Der vollständige Text wird in den Amtlichen Bekanntmachungen auf www.braunschweig.de veröffentlich.
Nach dem weit verbreiteten Auftreten des Erregers der Geflügelpest bei Wildvögeln und Hausgeflügel im letzten Winter in Deutschland, die nach einem Fund im Landkreis Peine auch in Teilen Braunschweigs eine Aufstallungspflicht erforderte, waren im vergangenen Sommer nur noch vereinzelte Nachweise des Virus in Europa festzustellen. In den vergangenen Monaten wurde jedoch wieder zahlreiche Krankheitsausbrüche bei Wildvögeln und auch bei Hausgeflügel in Schleswig-Holstein und Niedersachsen bekannt.
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