Gemeinsam gegen Genitalverstümmelung – Landesbeauftragte setzen sich ein für mehr Aufklärung und Prävention

Am 6. Februar wird weltweit der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung begangen. Die Landesgleichstellungsbeauftragte, Manuela Dörnenburg, und die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Dr. Doris Lemmermeier, machen gemeinsam darauf aufmerksam, dass auch in Brandenburg lebende Frauen und Mädchen diesen massiven Eingriff erleiden mussten oder von diesem bedroht sind und wollen gemeinsam mehr Aufklärungsarbeit auf den Weg bringen.

Die weibliche Genitalverstümmelung ist ein irreversibler und schwerer Eingriff in die körperliche Unversehrtheit von Frauen und Mädchen. Folgen sind körperliche Beschwerden, Traumata sowie Infektionen und Komplikationen bei Geburten. Die genaue Zahl von Frauen, die in Deutschland leben und davon betroffen sind, ist nicht bekannt.

Dr. Doris Lemmermeier: „Auch in Brandenburg leben Frauen aus Ländern, in denen Genitalverstümmelung praktiziert wird, z.B. aus dem Sudan, Somalia, Eritrea oder aus Ägypten, das eine sehr hohe Rate hat, was vielen gar nicht bekannt ist. Medizinisches Personal hat in der Behandlung oft unvorbereitet mit betroffenen Frauen zu tun. Auch sind hier lebende oder sogar geborene Mädchen immer wieder von Genitalverstümmelung bedroht. Die Familien bringen sie dafür in ihre Heimatländer oder der Eingriff wird in Deutschland vollzogen.“

Manuela Dörnenburg: „Wir sind froh, dass die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg Weiterbildungen für medizinisches Personal und Mitarbeitende im Beratungsbereich anbietet. Dieses Angebot wollen wir ergänzen mit gezielten Informationsveranstaltungen für Menschen, die im Flüchtlingsbereich arbeiten. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Inklusion und soziale Arbeit und dem Fachzentrum für Soziale Arbeit in den Bereichen Integration und Migration in Brandenburg werden wir ein entsprechendes Fortbildungsprogramm auf den Weg bringen.“

Beide Beauftragte betonen die Wichtigkeit von Präventionsarbeit: „Mädchen und Frauen, egal wo sie herkommen, müssen wissen, dass sie allein über ihren Körper bestimmen dürfen und wo sie Unterstützung bekommen, wenn jemand in dieses Recht eingreift. Der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung ist für uns Anlass, eine mobile Beratungsstruktur unter Einbeziehung der Communities zu konzipieren.“

Der Tag wurde erstmals 2003 von Stella Obasanjo, der Frau des damaligen Staatspräsidenten von Nigeria, ausgerufen und 2012 von der UN-Menschenrechtskommission zum internationalen Gedenktag erklärt. Laut UNICEF sind weltweit mehr als 130 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen: https://data.unicef.org/resources/no-time-to-lose-on-child-marriage-and-female-genital-mutilationcutting/

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