Gemeinsame Sitzung der Schulgremien mit der Verwaltungsspitze

Zur gemeinsamen Sitzung begrüßte Oberbürgermeister Mike Schubert gestern Abend Vertreterinnen und Vertreter des Kreisschulbeirats und Kreiselternrats. An der jährlich stattfindenden Sitzung im Plenarsaal des Rathauses unter Leitung des stellvertretenden Sprechers des Kreiselternrates (KER), Christian Bruhn, und der stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisschulbeirats (KSB), Franka Herold, nahmen unter anderem auch Potsdams Bildungsbeigeordnete, Noosha Aubel, der Leiter des Kommunalen Immobilien Service, Bernd Richter, sowie Eckhard Dörnbrack vom Staatlichen Schulamt teil.

Kontrovers diskutiert wurde das Thema IT an Potsdamer Schulen. „Sowohl Eltern als auch Lehrerinnen und Lehrer haben von ihren Erfahrungen berichtet und Erwartungen formuliert. Der intensive Austausch hat aufgezeigt, wo es in der Abstimmung zwischen technischen, räumlichen und pädagogischen Aspekten noch klemmt. Insbesondere ging es um die Sorge, wie Distanz-Lehrpläne erfüllt werden können – falls sich pandemiebedingt die Notwendigkeit nochmals einstellt. Hier haben wir vereinbart, dass der für Bildung zuständige Geschäftsbereich alle Distanz-Lehrpläne von den Schulen abfragt und in Kooperation mit dem städtischen IT-Bereich kurzfristig realisierbare Bedarfe erfüllt“, so der Oberbürgermeister.

Darüber hinaus wird im Rahmen der strategischen Ziele für den Bildungsbereich ein kommunaler Medienentwicklungsplan erarbeitet. Er soll dabei helfen, die Bedarfe zu kennen, einheitliche Mindeststandards für Schulformen zu etablieren und auch verbindliche Schritte der Umsetzung enthalten. Darüber hinaus soll die Investitionsplanung für das Thema Schul-IT unabhängig von den Mitteln des Digitalpakts fortgeschrieben werden.

Die Vertreter der Eltern- und Schulgremien begrüßten diese Schritte. „Es ist der richtige Weg. Uns ist aber wichtig, dass die nun folgenden Schritte auch schnell gegangen werden und es zeitnah konkrete Fortschritte an einzelnen Schulen gibt“, so KER-Vize Christian Bruhn. „Falls es im Herbst zu einer ähnlichen Situation kommt wie in den Vorjahren und die Schulen in den Distanzunterricht gehen müssen, zählt jede Woche. Dabei geht es nicht nur um die pädagogischen Inhalte, sondern auch um die sozialen Aspekte in den Lerngruppen“, ergänzt die KSB-Vertreterin Franka Herold. Offen blieb weiter die Finanzierung der Arbeitsgeräte der Lehrerinnen und Lehrer als Landesbedienstete.

Den Umsetzungsstand des Schulentwicklungsplanes berichtete die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel. Wichtige Punkte dabei waren der Baustart der Grundschule in Krampnitz, die bevorstehende Grundsteinlegung der Grundschule in Babelsberg und der Start des dreizügigen Gymnasiums im Potsdamer Norden zum kommenden Schuljahr. Das Gymnasium, das zunächst in der Jägerallee beginnt, soll 2027/28 in einen Neubau an der Pappelallee ziehen. Zum Schuljahr 27/28 dann wechselt die Schule am Schloss an den festen Standort nach Krampnitz. „Alle Maßnahmen zielen auf einen bedarfsgerechten Ausbau eines modernen Schulnetzes ab. Mit den Erweiterungen und Neubauten werden wir den Schülerinnen und Schülern und Eltern Schulplätze in den benötigten Schulformen zur Verfügung stellen“, so Aubel. Des Weiteren werden die Planungen für den Neubau einer Gesamtschule und für den Ersatz-Neubau der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in der Waldstadt vorangetrieben. In der Kubatur der jetzigen Förderschule am Nuthetal soll anschließend ein neues Gymnasium entstehen. Bereits zum kommenden Schuljahr soll die Regenbogenschule in Fahrland dauerhaft dreizügig werden. Die neue Grundschule – künftig in der Heinrich-Mann-Allee – ist bereits am Interimsstandort am Humboldtring gestartet und soll nach den Osterferien in die Modulanlage in der Heinrich-Mann-Allee umziehen, während parallel das feste Gebäude errichtet wird.

Mit Blick auf die weiterführenden Schulen äußerten die Eltern den Wunsch nach mehr Transparenz im Ü7-Verfahren, um die Kriterien für die Aufnahme und das Verhältnis von Schulplätzen und Bewerberzahlen besser nachvollziehen zu können. Hierzu wurde ein gemeinsamer Gesprächstermin mit Stadtverwaltung und Staatlichem Schulamt verabredet.

Zum Thema Gesundheitsförderung und Suchtprävention referierte die Koordinatorin Suchtprävention der Landeshauptstadt Potsdam, Kathrin Hayn. Sie lud Eltern, Lehrerschaft und Schulen ein, sich bei Informationsbedarf an den Öffentlichen Gesundheitsdienst der Landeshauptstadt Potsdam zu wenden. Bis 2024 soll ein Portal geschaffen werden, auf dem Angebote für Präventionsmaßnahmen sowie Finanzierung und Fördermöglichkeiten gebündelt dargestellt werden. Dazu der stellvertretende Sprecher des Kreiselternrates: „Wir begrüßen den Plan für dieses Portal ausdrücklich. Die Koordinatorin für Suchtprävention ist aus unserer Sicht die perfekte Vernetzungsstelle für ein solches Angebot, von dem sowohl Schüler- und Elternschaft als auch Lehrerinnen und Lehrer profitieren können. Eine Kooperation mit den Trägern der Schulsozialarbeit ist dabei wünschenswert.“

Einen eigenen Punkt auf der Agenda hatte die Schulsozialarbeit. Laut Aubel sind aktuell 39 von 47 Schulen in Potsdam mit Schulsozialarbeit versorgt. Mit dem Schuljahr 2023/2024 soll Schulsozialarbeit an allen staatlichen Potsdamer verankert sein. Darüber hinaus profitieren Schulen in der Landeshauptstadt Potsdam aktuell unter anderem vom Förderprogramm des Landes „Aufholen nach Corona“ durch drei zusätzliche Stellen. Franka Herold als Vertreterin des KSB sieht die Notwendigkeit für einen Ausbau: „Insbesondere nach Corona ist Schulsozialarbeit wichtiger denn je. Eine Stelle reicht vielerorts nicht. Zukünftig sollte hier die die Zahl der Schülerinnen und Schüler maßgeblich sein für die Zahl der Stellen für Schulsozialarbeit.“ Außerdem besteht bei vielen Lehrerinnen und Lehrern der Wunsch nach Fortbildungen. „Wir wollen besser erkennen lernen, welche Unterstützungsangebote Kinder brauchen“, so Herold. Der für Potsdam zuständige Schulrat Eckhard Dörnbrack sagte: „Ich rechne damit, dass die Angebote an Fortbildungen hochgefahren und ausgeweitet werden und kann Schulleitungen nur ermutigen, ihre spezifischen Bedarfe deutlich zu machen, damit passende Angebote gemacht und genutzt werden können.“

Erneut wurde auch das kostenlose Schülerticket thematisiert. Hier machte der Oberbürgermeister deutlich, dass Potsdam als Partner im Verkehrsverbund keinen Alleingang anstrebt, sondern eine Lösung im Verbund sucht. „Dieses Thema beschäftigt Eltern und die Schülerschaft sehr. Wir setzen darauf, dass hier alle an einem Strang ziehen, um zu einer Lösung im Sinne der Kinder und Jugendlichen zu gelangen“, so Bruhn.

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