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Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) zum Vorschlag eines 365-Euro-Tickets für Berlin

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) sagt zum Vorschlag eines 365-Euro-Tickets für Berlin:

„Wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Nahverkehrssystems sind vor allem Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Sauberkeit. Ob Menschen lieber Bus und Bahn statt des Autos nutzen, entscheidet sich hauptsächlich über die Qualität und nicht allein über den Fahrpreis. Dennoch sind Tarif-Maßnahmen wichtige und notwendige Beiträge zur Verkehrswende, zum Klimaschutz und für einen attraktiven ÖPNV. Rahmenbedingungen zur Einführung eines VBB-365-Euro-Tickets werden mit den Ländern Berlin und Brandenburg und den 38 Verkehrsunternehmen im VBB abgestimmt und beschlossen. Eine Lösung nur für Berlin kann nicht isoliert betrachtet werden, denn sie hat auch Auswirkungen auf die Fahrgäste in Brandenburg.

Ein VBB-365-Euro-Ticket für Berlin bedeutet erhebliche jährliche Mindereinnahmen bei der BVG, bei S-Bahn, DBRegio, ODEG, NEB, Havelbus und den weiteren Verkehrsunternehmen, die in Berlin unterwegs sind. Dazu bedarf es eines finanziellen Ausgleichs in Höhe mehrerer Millionen Euro durch die öffentliche Hand. Die AG Tarife des Landes Berlin untersucht derzeit als sogenannte dritte Finanzierungssäule weitere Finanzierungsmöglichkeiten für den ÖPNV. Wir müssen zudem bedenken, dass neben kostensenkenden Tarif-Maßnahmen begleitend auch das Angebot deutlich ausgeweitet werden muss, denn bereits jetzt stoßen wir im Bus- und Bahnverkehr der Metropolregion vielerorts an unsere Kapazitätsgrenzen. Flankierende Investitionen in mehr Verkehrsleistung und den Ausbau der Infrastruktur sind deshalb ebenso dringend nötig.“

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