Gewerkschaft ver.di ruft zum Warnstreik auf

Einschränkungen für Besucherinnen und Besucher der Schlösser sind möglich

Die Gewerkschaft ver.di hat für den 4. Februar 2020, von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Besucherservice der Fridericus Servicegesellschaft der Preußischen Schlösser und Gärten mbH (FSG) in den Schlössern zum Warnstreik aufgerufen. Dies hat zur Folge, dass das Neue Palais, Schloss Sanssouci und das Schloss Cecilienhof in Potsdam in dieser Zeit nur eingeschränkt besucht werden können. Das Schloss Charlottenburg in Berlin bleibt zugänglich. Die Gärten, Museumsshops und die Gastronomie sind hingegen ohne Einschränkung zugänglich. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) bedauert diesen Zustand und bittet alle Besucherinnen und Besucher um Verständnis.

Hintergrund des Warnstreiks ist die Forderung von ver.di, für den Bereich Besucherservice der FSG einen Haustarifvertrag zur Einführung des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) abzuschließen. Die Anwendung des TVL für den Bereich Besucherservice widerspräche jedoch nicht nur der Leistungsfähigkeit der FSG, sondern auch der Tatsache, dass die FSG bereits Tarifverträge des Wach- und Reinigungsgewerbes anwendet. Dazu kommen weitere Forderungen, die überwiegend betriebliche Themen aus dem Bereich Besucherservice betreffen. ver.di übersieht mit dem Warnstreik auch, dass die FSG mit ihrem Betriebsrat ein individuelles Konzept mit dem Ziel verhandelt, maßgeschneiderte Lösungen für optimierte Arbeitsbedingungen Lösungen für jetzige und künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.

Einige der Anregungen der Tarifkommission – wie zum Beispiel das Jobticket (für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs) – wurden bereits umgesetzt. Weitere Themen sind in der Abstimmung mit dem Betriebsrat der FSG. Die SPSG führt die Gespräche mit der ver.di- Tarifkommission bereits seit mehr als einem Jahr und ist zuversichtlich, diese in einem konstruktiven und kooperativen Rahmen fortzusetzen. Umso erstaunter sind FSG und SPSG, dass die ver.di-Tarifkommission bislang nicht das Gespräch mit der neuen FSG-Geschäftsführung gesucht hat. Seit 1. Januar 2020 leitet Victor Matthesius als Geschäftsführer die FSG, ein Gespräch mit der ver.di-Tarifkommission ist bereits vereinbart.

Das Thema hat sowohl in der FSG als auch in der SPSG hohe Priorität. Deshalb wurde die ver.di-Tarifkommission auch in die Gesellschafterversammlung der FSG eingeladen. Zudem hat der Generaldirektor der SPSG seine Bereitschaft erklärt, sich seitens der SPSG mit den Forderungen der ver.di-Tarifkommission auseinander zu setzen. Die aktuellen Forderungen der ver.di-Tarifkommission betreffen maximal 149 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen ein Großteil wegen außertariflich gezahlten Zuschlägen einen Stundenlohn von 15,28 Euro erhält. Im Übrigen liegt der in der FSG gezahlte Stundenlohn generell über dem Mindestlohn.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat die Fridericus Servicegesellschaft mbH 2006 gegründet. Die vier Bereiche Besucherservice, Sicherheit, Reinigung und Technische Dienste erbringen mit über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfältige Serviceleistungen in den Schlössern, Parks und Liegenschaften der SPSG. Damit sind beide Einrichtungen inzwischen bundesweit Vorreiter für viele andere kulturelle Einrichtungen, die ähnliche Servicegesellschaften gegründet haben oder gründen wollen.

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