Gorholt würdigt Begegnungsstätte Schloss Gollwitz

Erfolgreich gegen Antisemitismus und Fremdenhass: Gorholt würdigt Begegnungsstätte Schloss Gollwitz

Staatskanzleichef Martin Gorholt hat die Begegnungsstätte Schloss Gollwitz in Brandenburg an der Havel als herausragendes Beispiel für einen erfolgreichen Einsatz gegen antisemitische Einstellungen bezeichnet. Er betonte auf einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung: „Hier ist ein Ort der Demokratie entstanden, der regional verankert und überregional anerkannt ist.“

Gorholt erinnerte an die Ereignisse, die zur Gründung der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz führten: Im Jahr 1997 hatte sich der Gollwitzer Gemeinderat gegen die Unterbringungen von jüdischen Immigranten aus Russland ausgesprochen. Die folgende politische Debatte um antisemitische und fremdenfeindliche Ressentiments in der Bevölkerung mündete in der Idee zur Gründung einer Stiftung und einer Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Menschen. Das Schloss wurde umgebaut und im Jahr 2009 als Begegnungshaus eröffnet. Die Stiftung unterbreitet Angebote der politischen Bildung. Der Schwerpunkt liegt im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Derzeit läuft das Medienprojekt „Clips for Europe“, bei dem Jugendliche aus Israel, Dänemark, Russland und Deutschland Kurzfilme zum Thema Europa erarbeiten.

Gorholt unterstrich: „Zur Eröffnung im Jahr 2009 war nicht absehbar, dass hier ein derart anerkannter Ort der Begegnung für jüdische und nichtjüdische Menschen entstehen würde. Inzwischen hat sich die Begegnungsstätte republikweit einen Namen gemacht. Das kommt auch in den Plänen für einen Erweiterungsbau zum Ausdruck. Das Haus ist das Ergebnis eines vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagements. In Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus mit seinen Abwertungen und Ausgrenzungen ist dies enorm wichtig. Schloss Gollwitz trägt so auch zum Ruf Brandenburgs als weltoffenes Bundesland bei.

Gerade vor dem Hintergrund unserer deutschen Geschichte sind judenfeindliche Einstellungen nicht hinnehmbar. Nazi-Deutschland hat die jüdische Gemeinschaft vernichtet. Umso dankbarer sind wir, dass Juden uns heute wieder ihr Vertrauen schenken. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe für uns als Landesregierung, die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Brandenburg zu unterstützen. Jüdisches Leben gehört glücklicherweise wieder ganz selbstverständlich zu Brandenburg. Das wird sich auch bald in Potsdam zeigen, wo an prominenter Stelle in der Innenstadt ein jüdisches Gemeinde- und Synagogenzentrum entstehen wird.“

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