Grüne Markierung belegt positive Entwicklung auf vielen Feldern

Dortmunder Wissenschaftler sehen Frankfurt (Oder) als gutes Beispiel für dynamische Mittelstadt

Mit einer aktuellen Studie zeigen die Experten des Dortmunder Institutes für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) Ungleichgewichte innerhalb Deutschlands auf. Während die wirtschaftliche und soziale Situation im Lande seit Jahren in der öffentlichen Debatte als sehr positiv beschrieben wird, fühlen sich viele Menschen davon nicht gemeint, erleben ihr Umfeld und die eigene Situation anders.

Unter dem Titel „Ungleiches Deutschland – sozioökonomischer Disparitätenbericht 2019“ stellen die Dortmunder Forscher einen Grund für die Diskrepanz zwischen positiver Statistik und negativer Lebenserfahrung vieler Menschen dar. Sie machen deutlich, dass es Deutschland zwar im Durchschnitt tatsächlich gut geht. Ein genaueres Hinsehen ergibt jedoch ein differenziertes Bild. Die von der Friedrich-Ebert-Stiftung beauftrage Studie des ILS zeigt eine Bandbreite von fünf „verschiedenen Deutschlands“ auf. Im Ergebnis ist auf einer Karte der Bundesrepublik farblich gekennzeichnet, wie 402 anhand amtlicher Daten untersuchte kreisfreie Städte und Kreise abschnitten. Das Spektrum reicht von grün für 78 „Dynamische Groß- und Mittelstädte mit Exklusionsgefahr“ bis rot für 22 „Städtisch geprägte Regionen im andauernden Strukturwandel“.

Die Erkenntnisse der Studie basieren auf insgesamt 20 verschiedenen Indikatoren, von denen zehn zu einem einheitlichen Messinstrument, einer Art Schablone verknüpft wurden. Geprüft wurde dabei zum Beispiel wie viele ArbeitnehmerInnen einen Hochschulabschluss haben, wie viel Geld in Infrastruktur investiert wird, wie stark die kommunale Verschuldung ist, wie hoch Einkommen und Mieten sind, wie viele SeniorInnen und Kinder auf Sozialhilfe angewiesen sind, wie die medizinische Infrastruktur gestaltet ist, wie viele Menschen zu- und wegziehen oder wie hoch der Anteil der Bevölkerung mit Breitband Internetversorgung ist.

Frankfurt (Oder) gehört zur grün gefärbten Kategorie. Oberbürgermeister René Wilke: „Diese und andere Studien sind hilfreich, um positive Entwicklungen erkennbar zu machen und Problemlagen zu identifizieren. Das sehr gute Abschneiden in der Kategorie ‚dynamische Entwicklung‘ ist ein positives Signal für unsere Stadt. Aber natürlich lassen wir uns davon nicht blenden. Ob kommunale Verschuldung, Investitionen, durchschnittliches Einkommen oder Breitbandversorgung: In einigen Bereichen haben wir nach wie vor viel Luft nach oben. Daran werden wir weiter mit aller Kraft arbeiten.

Die Studie, die im Kern eine Antwort auf die Frage geben will, welche Lebensqualität die untersuchten Städte und Regionen bieten, bewertet Frankfurt (Oder) deswegen positiv, weil wir in vielen anderen Bereichen überdurchschnittlich gut sind. Nennen möchte ich da die derzeitige Dynamik in der wirtschaftlichen Entwicklung, die Stabilisierung der regionalen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, die positivere Bevölkerungsentwicklung, das zunehmende studentische Leben, das kulturelle Angebot oder das vergleichsweise günstige Wohnen. Wir sollten die Forschungsergebnisse als spürbaren Effekt der zurückliegenden Arbeit sehr vieler Bürger und Verantwortungsträger in unserer Stadt bewerten und zugleich Motivation daraus schöpfen, Stück für Stück die Situation auf den Feldern zu verbessern, auf denen wir noch große Entwicklungspotenziale haben. Aber nehmen wir auch mit: Frankfurt (Oder) ist bereits heute besser, als manche von uns denken. Damit können und sollten wir selbstbewusst umgehen! Auch das tut unserer Ausstrahlung gut.“

Ausführliche Informationen über die Studie „Ungleiches Deutschland – sozioökonomischer Disparitätenbericht 2019“ sind im Internet zu finden auf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung unter www.fes.de/ungleiches-deutschland/.

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