Grundstein für Erweiterungsbau des Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums in Velten gelegt

Rohbauarbeiten beginnen / Landkreis Oberhavel investiert 5,9 Millionen Euro

Eine neue Etappe hat bei der Errichtung des Erweiterungsbaus für das HedwigBollhagen-Gymnasium in Velten begonnen. „Wenn ich an den ersten Spatenstich vor zwei
Monaten denke, kommt mir das fast unwirklich vor“, resümierte Landrat Ludger Weskamp.
„Während wir am Vormittag dieses Tages hier noch in größerer Runde zum Spaten gegriffen
hatten, wurde ich am Abend vom Amtsarzt darüber informiert, dass in Oberhavel der erste
Coronafall in Brandenburg nachgewiesen worden war. Seitdem leben wir praktisch in einer
anderen Welt.“
Weskamp sagte weiter: „Es wäre schön gewesen, wenn wir auch heute wieder gemeinsam mit
Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften des Gymnasiums den Grundstein hätten legen
können. Doch in dieser besonderen Zeit ist das leider nicht möglich. Wir wollen jedoch mit
dieser Grundsteinlegung zeigen, dass wir auch in Krisenzeiten unserer Verpflichtung für gute
Bildungsbedingungen nachkommen. Jeder einzelne der knapp sechs Millionen Euro für dieses
Vorhaben ist gut angelegt. Ich hoffe umso mehr, dass wir das Richtfest nach den
Sommerferien gebührend und in einem würdigen und festlichen Rahmen feiern können“, gab
der Landrat seiner Hoffnung Ausdruck.
Die Anwesenden – unter ihnen waren neben Landrat Ludger Weskamp auch Dr. Wolfgang
Krüger, der Vorsitzende des Kreistags Oberhavel, Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner, der
stellvertretende Schulleiter Michael Martin und die Architektin Katrin Brüch-Kunath –
versenkten unter Wahrung der Abstandregeln die obligatorische Zeitkapsel. Sie war nicht nur,
wie sonst üblich, gefüllt mit aktuellen Tageszeitungen, einem Bauplan, Münzen und
Schulunterlagen, sondern auch mit einer Mund-Nasen-Schutzmaske, damit für die Nachwelt
die Umstände der Grundsteinlegung erhalten bleiben. Etwas Besonderes hatte zudem die
Schule vorbereitet: Sie stiftete ein kleines Originalkännchen der Keramikkünstlerin Hedwig
Bollhagen, ihrer Namenspatronin, für die Kapsel.

Der stellvertretende Schulleiter Michael Martin dankte im Namen der Schüler- und Lehrerschaft
für die Geste: „Ich freue mich ganz besonders, dass wir diesen symbolischen Akt heute hier
vornehmen können und hoffe und wünsche uns allen, dass auch die nächste Bauphase
erfolgreich verlaufen wird, damit wir den dringend notwendigen Erweiterungsbau wie geplant in
Besitz nehmen können. Unter den gegebenen Umständen ist das eine Herausforderung für
uns alle.“
Die zusätzlichen Platzkapazitäten im Erweiterungsbau werden die Lehr- und Lernbedingungen
an der Schule deutlich verbessern. In dem Neubau entstehen auf zwei Etagen elf
Klassenräume mit einer Größe von jeweils 64 Quadratmetern. Die neue Caféteria wird eine
größere Fläche und damit mehr Sitzplätze bieten und mit einer modernen Küche sowie einer
Terrasse zur Nutzung in der warmen Jahreszeit ausgestattet sein.
Als Bindeglied zwischen dem neuen und dem Bestandsgebäude entsteht ein zweigeschossiger
Verbinder, der gleichzeitig neuer Haupteingang der Schule sein wird und gleich kurze Wege in
alle Richtungen ermöglicht. Flucht- und Rettungswege müssen für den Gesamtkomplex neu
geordnet, die Feuerwehrzufahrt neu gebaut und die Außenanlagen am derzeitigen
Haupteingang neu gestaltet werden.
Sobald der Erweiterungsbau fertiggestellt ist, werden in einem zweiten Schritt im
Bestandsgebäude ein Fachunterrichtsraum für Kunst sowie zusätzliche Schülerarbeitsplätze
innerhalb der Bibliothek und Mediathek geschaffen. Sie sollen den Schülerinnen und Schülern
die Möglichkeit bieten, in Arbeitsgruppen gemeinsam an Projekten zu arbeiten oder
beispielsweise Freistunden für Hausaufgaben zu nutzen. Die Arbeitsplätze werden zu großen
Teilen mit PC-Technik ausgestattet sein.
Der Landkreis investiert in das Projekt inklusive der Ausstattung und Informationstechnik rund
5,9 Millionen Euro. Wie auch an der Torhorst-Gesamtschule werden die Bauarbeiten bei
laufendem Schulbetrieb stattfinden. Damit hat der Landkreis bislang gute Erfahrungen
gemacht. Lehrerkollegium und Schülerschaft werden immer frühestmöglich über anstehende
Arbeiten informiert. Besonders lärmintensive Arbeiten werden in die Nachmittagsstunden oder
in die Ferien verlegt. Ziel der Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist der
Schuljahresbeginn 2021/22. Der Umbau des Bestandsgebäudes soll – so alles nach Plan läuft
– zum Schuljahresbeginn 2022/23 abgeschlossen sein.
Bereits zum Schuljahresbeginn 2020/21 eröffnet die neue Oberschule in Lehnitz. Sie bietet
Platz für bis zu 300 Schülerinnen und Schüler. Die Erweiterung der Torhorst-Gesamtschule ist
bereits fertig gestellt, die komplette Sanierung wird ebenfalls bis zum Schuljahresbeginn
2020/21 abgeschlossen sein. Mit der Gesamtheit der Maßnahmen will der Landkreis
Oberhavel als Schulträger den schülerstarken Jahrgängen der kommenden Jahre gute
Lernbedingungen bieten.
Hedwig-Bollhagen-Gymnasium
Das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium wurde am 09.08.1993 am Standort in der Karl-LiebknechtStraße 2 in Velten gegründet. 1997 erfolgte der Umzug in die Emma-Ihrer-Straße 7b. Der erste
Abiturjahrgang verließ im Jahr 2000 die Schule. Seit 2002 trägt die Schule den Namen Hedwig
Bollhagens, der bekannten Oberhaveler Keramikkünstlerin. Seit zwölf Jahren trägt das
Gymnasium zudem den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Normalerweise
lernen insgesamt 466 Schülerinnen und Schüler an der Einrichtung. Sie werden von 38
Lehrkräften unterrichtet.

Das Gymnasium bietet den Schülerinnen und Schülern gute Lernbedingungen: Das Haus
verfügt über große, helle Klassenzimmer, moderne und gut ausgestattete Fachräume, zwei
Informatikkabinette mit Internetzugang von jedem Arbeitsplatz, eine Galerie mit Arbeitsplätzen
und einer Schülerbibliothek, einen Innenlichthof mit einer technisch aufwendig bestückten
Theaterbühne und einer Caféteria mit Frühstücks- und Pausenangebot sowie
Wahlmöglichkeiten beim Mittagessen. Das Dach des Schulgebäudes ist begrünt. Ein
Wasserspeicher ist ebenso vorhanden wie ein energiesparendes Lichtsystem. Auf dem
Schulgelände befinden sich neben zahlreichen Grünflächen ein offenes Klassenzimmer und
eine großzügige Sportanlage, die wahlweise als Basketball-, Volleyball- und Kleinfußballfeld
sowie als Tennisplatz genutzt werden kann. Weiterhin gibt es ein Beachvolleyballfeld, eine
Sprunggrube und Tischtennisplatten.

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