Hachschara For A Better Future: Schirmherr Axel Vogel eröffnet Erinnerungslandschaft gegen Antisemitismus

Potsdam – Am kommenden Freitag, 4. Juni 2021, wird in der Eberswalder Messingwerk-Siedlung im Beisein des Schirmherrn und Agrarumweltministers Axel Vogel das Gartenprojekt „Hachschara For A Better Future“ eröffnet. An dem Gründungsort der ersten Hachschara-Stätte in Deutschland soll anknüpfend an das Motto „Zukunft der Vergangenheit“ von Kulturland Brandenburg sowohl Erinnerungskultur gelebt, als auch Demokratie gestärkt und nachhaltige Entwicklung gefördert werden. Wo im Jahr 1917 mit der gärtnerischen, handwerklichen und landwirtschaftlichen Ausbildung junger Zionistinnen und Zionisten begonnen wurde, entsteht eine Erinnerungslandschaft, die sich gegen Antisemitismus wendet und zugleich die drängenden Fragen der Zukunft aufwirft.

 

Minister Axel Vogel: „Es ist großartig, dass an einem so symbolträchtigen Ort Erinnerung und Zukunft erlebbar gemacht werden. Gerade vor dem Hintergrund wieder offen gezeigter Judenfeindlichkeit in Deutschland ist die Auseinandersetzung mit dem Judentum und dem Zionismus des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Brandenburg spielte in der Geschichte der Hachschara-Bewegung eine entscheidende Rolle. In vielen Regionen der Mark wurden jüdische Ausbildungsstätten für Handwerk, Gartenbau und Landwirtschaft erreichtet.“

Anfang des 20. Jahrhunderts schufen die Pioniere der Hachschara-Bewegung im heutigen Stadtgebiet Eberswalde eine von zahlreichen Ausbildungsstätten in Brandenburg, die vor allem jungen Jüdinnen und Juden handwerkliche Fähigkeiten, landwirtschaftliches Know-How, aber auch religiöses Wissen sowie die Sprache Hebräisch vermittelten. Der Wunsch nach Emanzipation und Demokratie sowie das Leben im Einklang mit der Natur prägten die Bewegung.

Die eigenständige Ausbildung der Hachschara-Bewegung war Ausdruck gesellschaftlichen Umbruchs und diente, verbunden mit der Hoffnung auf die Gründung eines jüdischen Nationalstaats, der Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. Hachschara-Stätten dienten auch als Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden in einer von Antisemitismus durchzogenen Gesellschaft.

„Hachschara For A Better Future“ ist eingebettet in eine Vielzahl von Bildungsangeboten des Bundesmodellprojekts „Chasak! Gegen Antisemitismus im ländlichen Raum“, die jüdische Widerständigkeit vom 19. Jahrhundert bis heute thematisieren. Zentrale Anliegen des Projektes sind darüber hinaus die Weiterentwicklung demokratischer Beteiligung sowie die Wahrung von Grundrechten und Freiheiten. Als Voraussetzung für die Freiheit künftiger Generationen wird mit dem Projektgarten auch der Umwelt- und Klimaschutz angesprochen.

Agrarumweltminister Axel Vogel nimmt am Freitag als Schirmherr an der Eröffnung und Enthüllung der Bautafel im Garten der Villa Hirsch in Eberswalde teil. Zudem werden der  Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Stefan Zierke MdB und der Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski anwesend sein. Gefördert wird „Hachschara For A Better Future“ unter anderem über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, durch das Land Brandenburg mit dem Programm Kulturland Brandenburg und die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark. Die Bildungsarbeit im Projektgarten soll diesen Sommer anlaufen und findet in Kooperation mit Schulen und jüdischen Gemeinden statt.

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