Hähnewettkrähen zur Baumblüte: Gewinner krähte 126-mal

Andrang beim Hähnekrähen am Mittwochmorgen am Hohen Weg: Der Wettbewerb des Werderaner Rassegeflügelvereins Hoffnung ist mittlerweile ein gut besuchter Programmpunkt des Baumblütenfestes in Werder (Havel). Hähne von Züchtern des Vereins und befreundeter Vereine aus der Umgebung treten dabei gegeneinander an. Es gewinnen die Hähne, die in der Zeit von 10 bis 11 Uhr am meisten krähen.

Schon vor dem Wettbewerb ist dieser oder jener Weckruf aus dem Hohen Weg 56 zu hören. Von der einen Seite der Arena, die sich als lange Käfigreihe darstellt, dringt das zarte Fiepen eines Antwerpender Bartzwergs durch, von der anderen scheppert das imposante Timbre eines Brahmas, der Elefant unter den Hähnen.

Die typisch morgendlich-ländliche Geräuschkulisse entwickelt sich, die Hähne krähen sich warm. In manchen Zwingern bleibt es allerdings beim Flügelschlagen und Scharren. Einzelne Käfige bleiben sogar  leer, einen Marans aus Phöben soll sich vor dem Wettbewerb der Marder geholt haben.
Als Baumblütenkönigin Madeleine Reichelt die Glocke läutet, scheint vielen der gefiederten Wettbewerbsteilnehmer bewusst zu werden, dass es jetzt ernst wird. Aber längst nicht allen. Der schwarze Zwerg-Orpington von Christian Kärger gibt im Konzert seiner Konkurrenten keinen Laut von sich. Ausgerechnet heute.
Christian Kärger ist Vorsitzender des Rassegeflügelzüchtervereins und hat den Wettbewerb organisiert, den er selbst nicht zu ernst nimmt. „Wenn ich mit meinem Hahn wieder zu Hause bin, kann es sein, dass er nicht mehr aufhört zu krähen“, sagt er schmunzelnd.
Für einige Tiere sei die fremde Umgebung, die vielen Menschen und die krähenden Artgenossen ein Ansporn, andere schüchtere das eher ein. Das sei auch von der Tagesform abhängig. Ein älterer Züchter erzählt, dass ja auch der Charakter der Tiere völlig unterschiedlich sei. Während er beim vertrauten Welsumer zum Beispiel aufpassen muss, dass er beim Füttern nicht drauf tritt, gehöre der Vorwerk zum menschenscheueren Geflügel.
Das Krähkonzert ist imposant und besonders die jungen Zuhörer zeigen sich begeistert und stehen mit offenen Mündern vor den Hähnen, die sich vor jedem Krähen ordentlich aufplustern und strecken. Vereinsmitglieder führen Strichlisten, sie beobachten jeweils vier Tiere. Manche haben dabei ordentlich zu tun.
Ein temperamentvoller Zwerg-Wyandotte scheint schon nach einer halben Stunde in seinem Frühlingsrausch nicht mehr einzuholen sein. Er gehört Daniel Drews aus Derwitz. Sein Hahn krähe auch zu Hause oft und laut. „Zum Glück habe ich keine Nachbarn in der Nähe.“ Andere Züchter erzählen, dass sie die Nachbarschaft gelegentlich mit einer Packung Eier befrieden. Meistens aber gebe es Verständnis.
Der Hahn von Daniel Drews wird den Wettbewerb schließlich gewinnen: 126 Mal kräht der Zwerg-Wyandotte in einer Stunde. Bei den großen Hähnen bringt es der beste auf 87 Kräher. Kein ungewöhnlicher Abstand, kommentiert Organisator Christian Kärger.  „Es ist wie bei den Menschen“, erzählt er. „Die Kleinen krähen öfter als die Großen.“ Nur sein Zwerg-Orpington hat heute mal nicht mitgespielt.
Die Gewinner:
Jugend
1. Tjark Lindicke
2. Claudia Kühröber
3. Bjarne Lindicke
Große Hähne
1. Hartmut Polz
2. Jürgen Matznick
3. Jürgen Matznick
Zwerghähne
1. Daniel Drews
2. Georg Völker
3. Wilhelm Petschig

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