ifo-Präsident Fuest: wirtschaftliche Erholung erst bei niedrigeren Infektionszahlen

Berlin (ots)

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, warnt davor, die Corona-Maßnahmen zu früh zu lockern.

Fuest sagte am Mittwoch im Inforadio vom rbb, es sei eine Illusion zu glauben, dass sich die Wirtschaft erhole, so lange die Infektionszahlen hoch seien. Studien zeigten, dass 80 Prozent der wirtschaftlichen Effekte auf das Virus zurückzuführen seien und nicht auf die Lockdown-Maßnahmen:

„Wenn wir also jetzt öffnen und die Menschen haben Angst sich anzustecken, dann gehen sie trotzdem nicht ins Restaurant.“

Fuest unterstützt den Vorschlag der No-Covid-Initiative, wonach die Maßnahmen erst dann gelockert werden sollten, wenn der Inzidenzwert auf zehn Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gesunken ist. Dabei solle regional differenziert werden – je nach Infektionslage, erklärte der Wirtschaftsforscher:

„Wir haben heute Landkreise in Deutschland mit einer Inzidenz von 15, wir haben viele mit einer Inzidenz von 30 – wenn die weiter herunterkommen, soll man dort aufmachen können.“

Das müsse aber mit Beschränkungen der Mobilität einhergehen, so Fuest: „Man muss sie nicht abschotten […], also Berufsverkehr kann noch stattfinden, aber mal eben zum Einkaufen in solche Regionen fahren, das geht dann nicht.“

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