Informationen zur Arbeitsmarktlage im Rechtskreis SGB II im Landkreis Uckermark – Mai 2021

„Das anhaltende Pandemiegeschehen wirkt sich nach wie vor auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aus. Auch wenn sinkende Zahlen bei der Arbeitslosigkeit und den Bedarfsgemeinschaften gemeldet werden können, so resultieren diese nur aus einer insgesamt schwachen und in der Uckermark regional sehr unterschiedlich ausgeprägten Frühjahrsbelebung. Bei den erfolgten Vermittlungen ist auffällig, dass Einstellungen derzeit häufiger über Zeitarbeitsfirmen erfolgen. Im Pflegebereich hält die Nachfrage nach Personal weiterhin an und wird drängender. Eine schnelle Besetzung der Stellen erfolgt jedoch nur noch selten,“ berichtet Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark. „In den kommenden Wochen werden wir unsere Beratungs- und Vermittlungsbemühungen intensivieren. Dazu bilden wir uns kontinuierlich fort. Ab Juni werden alle unsere Mitarbeitenden im Fallmanagement umfassend zu den telefonischen Beratungen geschult. Wir hoffen, dass unsere Kunden von einer noch besseren Beratung profitieren und im Zusammenhang mit weiteren Lockerungen eine Beschäftigungsaufnahme im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Bereich der Freizeitangebote gelingt,“ so Steffen.

„Das Jobcenter Uckermark ist derzeit noch für den allgemeinen Besucherverkehr gesperrt. Dringende Anliegen können jedoch nach vorheriger Terminvereinbarung vor Ort besprochen werden. Zu der kompletten Öffnung des Hauses für persönliche Kundenvorsprachen werden wir gesondert informieren“, erklärt Michael Steffen.

Arbeitslosigkeit sinkt leicht

Im Mai 2021 waren im Jobcenter Uckermark 4.569 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote im SGB II von 7,7 Prozent und einem Rückgang um 42 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2020 ist der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II um 430 Personen gesunken.

Wenig Bewegung bei Zahl der Hilfebedürftigen und der Bedarfsgemeinschaften

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten steigt im Monat Mai 2021 leicht um 6 auf 9.299 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist jedoch ein Rückgang um 503 erwerbsfähige Leistungsberechtigte zu verzeichnen.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist nur leicht gesunken. Im Mai 2021 bezogen 7.365 Bedarfsgemeinschaften vom Jobcenter Uckermark Leistungen. Das sind 7 Bedarfsgemeinschaften weniger als noch im April 2021. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kann hingegen ein Rückgang um 463 Bedarfsgemeinschaften ausgewiesen werden.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Mit der erneuten Änderung der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg können sämtliche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wieder mit persönlicher Anwesenheit und in der gewohnten Gruppenstärke durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür ist die Einhaltung der festgelegten Hygiene- und Abstandsregelungen sowie einer Testpflicht, wie sie auch in den Schulen des Landes gilt.

Integration junger Menschen

Aufgrund der seit mehr als einem Jahr ausfallenden Messen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung haben es die aktuellen Schulabgänger besonders schwer den richtigen Beruf und mögliche Arbeitgeber und Ansprechpartner zu finden. Da das laufende Schuljahr schon bald endet und somit die „heiße Phase“ der Ausbildungsvermittlung beginnt, sind auch die Berufsberater wieder vor Ort in den Schulen. Über die Arbeit der Berufsberater an den Schulen realisiert das Jobcenter Uckermark frühzeitig den Zugang zu den Schülern im Rechtskreis des SGB II, die vor der Ausbildungs- und Berufswahl stehen.

Soweit eine berufliche Integration nicht direkt im Anschluss an die Schulausbildung möglich ist, werden verschiedene Angebote zum Übergang Schule-Beruf vorgehalten. Zur individuellen Vorbereitung auf die Ausbildung bewirbt das Jobcenter Uckermark intensiv berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und Einstiegsqualifizierungen. Neben der fachpraktischen Erprobung in diesen Langzeitpraktika (6-12 Monate) empfiehlt das Jobcenter die Teilnahme an der Berufsschule, um auch theoretische Grundlagen zu vermitteln und die Eignung der Jugendlichen für den Beruf zu testen. Sowohl während der Einstiegsqualifizierung als auch im Rahmen der ausbildungsbegleitenden Maßnahme „Assistierte Ausbildung“ besteht die Möglichkeit, bei der theoretischen Kenntnisvermittlung durch Stütz- und Förderunterricht Unterstützung zu erhalten. Für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf hält das Jobcenter Uckermark auch in diesem Jahr Plätze zur außerbetrieblichen Erstausbildung (BaE- kooperativ) vor. Des Weiteren kann das Jobcenter Uckermark auch auf speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung zurückgreifen.

Der erfolgreiche Übergang von der Schule in den Beruf ist eine wichtige Voraussetzung für ein unabhängiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe. Er ist ein wichtiger Schritt im Lebensverlauf und Verselbständigungsprozess junger Menschen und zugleich Voraussetzung für ihre berufliche und soziale Integration. Daher geht der Appell an die Arbeitgeber, auch in evtl. wirtschaftlich unsichereren Zeiten Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, denn nur so können die Jugendlichen in unserer Region gehalten und der Fachkräftebedarf gesichert werden.

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