Innenstadt-Campus bleibt erhalten

Landeshauptstadt untersucht zwei Varianten für neuen Verwaltungsstandort // Digitalisierung der Stadtverwaltung wird weiter vorangetrieben

Die Landeshauptstadt Potsdam wird im Hauptausschuss am 9. Juni 2021 den Zwischenbericht zum Projekt „CampusLHP – Neuplanung und Gestaltung eines Verwaltungscampus für die Landeshauptstadt Potsdam“ vorlegen. Nach einer umfangreichen Analyse des zukünftigen Flächenbedarfs der Stadtverwaltung wird der Innenstadt-Campus mit ca. 1.500 Arbeitsplätzen auch künftig als Hauptstandort erhalten bleiben. Für den Zweitstandort untersucht die Landeshauptstadt nun vertiefend Flächen auf dem Alten Tramdepot/ Heinrich-Mann-Allee und an der Lotte-Pulewka-Straße/ Edisonallee.

„In den kommenden Jahren müssen wir durch den Generationenwechsel viele Stellen neu besetzen. Diese Chance wollen wir nutzen und uns so als attraktive Arbeitgeberin etablieren. Gleichzeitig wollen wir den Ansprüchen der Potsdamerinnen und Potsdamer an eine moderne, bürgernahe und effiziente Verwaltung gerecht werden“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert. „Diese Herausforderungen gehen wir strategisch, ganzheitlich und nachhaltig an. Das kostet Zeit und Geld, aber es lohnt sich für uns alle.“

Mit der Festlegung auf die nun weiterzuverfolgenden Standortvarianten können wichtige strategische Probleme der Stadt gelöst werden. Durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen auf einen Zweitstandort kann der Flächentausch mit dem Land zur Sicherstellung des Schulstandortes Pappelallee realisiert werden. Gleichzeitig wird auf dem Innenstadtcampus eine Fläche für andere Formen der Daseinsvorsorge (z. B. Schul- oder Kitabau) vorgehalten. Somit wird es gelingen, an beiden Standorten Flächenkonflikte mit anderen Nutzungsarten zu vermeiden und dabei gleichzeitig zentrale Standorte für die Verwaltung zu schaffen.

Dieter Jetschmanegg, Projektleiter und Dezernent Zentrale Verwaltung ergänzt: „Die Landeshauptstadt geht konsequent den Weg weiter in Richtung Modernisierung und Flexibilisierung der Arbeit und zieht dabei auch Lehren aus der Corona-Pandemie. Das verlangt einen kontinuierlichen Change-Prozess in den Handlungsfeldern Organisation, Führung und Digitalisierung. Flexibilisierung bietet die Chance, sich als attraktive Arbeitgeberin im Wettkampf um Fachkräfte zu etablieren und auch in Ausnahmesituationen die Verwaltungsleistungen aufrecht zu erhalten.“

Die Landeshauptstadt Potsdam arbeitet weiter intensiv am Ausbau der Digitalisierung in der Stadtverwaltung. Seit Februar 2021 beteiligt sich die Ausländerbehörde am Pilotprojekt zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. So können ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger beispielsweise ihren Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit online beantragen. Gleichzeitig wird die Flexibilisierung der Arbeitsweisen der Beschäftigten durch die Erweiterung arbeitsrechtlicher Vereinbarungen und die Beschaffung von bis zu 1500 Notebooks vorangetrieben.

Die Zweitstandorte werden nun einer ausführlichen Kapital- und Nutzwertanalyse unterzogen, um sowohl die Kosten als auch andere Vor- und Nachteile (z. B. Erreichbarkeit) miteinander vergleichen zu können. Das abschließende Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wird voraussichtlich bis Juli 2021 vorliegen. Nach der Sommerpause wird die Stadtverordnetenversammlung über eine Vorzugsvariante beschließen. Auf der Basis dieser Entscheidung können dann die konkreten (Re-)Finanzierungsmöglichkeitenentwickelt werden. Der Umgang mit den gestalterischen Ausformungen der Standorte wird im weiteren Projektverlauf detailliert untersucht. Gleiches gilt für die Gestaltung der konkreten Umsetzungsplanung. Ab 2027 wird der Zweistandort der Landeshauptstadt Potsdam zur Nutzung zur Verfügung stehen. Die vorläufige Kostenschätzung beläuft sich auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Die aktuellen Platzkapazitäten auf dem Campus zwischen Friedrich-Ebert-Straße, Hegelallee und Jägerstraße werden den Anforderungen an notwendigem Personalaufwuchs in der Stadtverwaltung und zeitgemäßer Gebäude- und Arbeitsplatzgestaltung nicht mehr gerecht. In den vergangenen Jahren wurden auf dem Weg zu einem modernen Dienstleistungsstandort bereits verschiedene bauliche und arbeitsorganisatorische Maßnahmen umgesetzt. Rund 600 Mitarbeitende sind derzeit auf fünf größere Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt. Mit der Errichtung eines Technischen Rathauses in der Edisonallee ist ein weiterer in Planung. Ziel des Projekts CampusLHP ist es, einen modernen und funktionalen Dienstleistungsstandort für Potsdamerinnen und Potsdamer zu schaffen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden zu verbessern.

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