Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner und die Kulturbeigeordnete Noosha Aubel haben heute gemeinsam mit der Beauftragten für Migration und Integration, Magdolna Grasnick sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des städtischen Arbeitskreises Opferschutz vor dem Potsdamer Rathaus die Flagge „Wir sagen NEIN! Zu Gewalt gegen FRAUEN!“ von UN Women Deutschland gehisst. Anlass ist der heutige von den Vereinten Nationen deklarierte Internationale Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. Seit 1981 fordern am 25. November Initiativen und staatliche Einrichtungen jährlich ein Ende der Gewalt an Frauen und Kindern.

Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Wir brechen das Schweigen“ verteilten Mitglieder des städtischen Arbeitskreises Opferschutz außerdem am Morgen Infomaterialien des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen und den neuen, mehrsprachigen Flyer des Arbeitskreises „Hilfe bei Gewalt – Schweigen ist keine Option (mehr)“. Mit ihrer gemeinsamen Aktion vor dem Potsdamer Hauptbahnhof wollen sie die Öffentlichkeit für Gewalt gegen Frauen und Kinder sensibilisieren und Betroffene ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Uns ist es wichtig, mit Potsdamerinnen und Potsdamern in direkten Kontakt zu treten. Jeder Person, die wir mit diesen Hilfsangeboten erreichen, kann damit geholfen werden oder sie kann selbst zum Helfenden werden“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, Martina Trauth.

Geschlechtsspezifische Gewalt zeigt sich in physischer oder psychischer Form, sie trifft Frauen in allen gesellschaftlichen Schichten und findet vor allem im unmittelbaren, sozialen Umfeld statt. Die traumatischen Gewalterlebnisse treffen nicht nur die Opfer selbst, sondern wirken sich auf familiäre und freundschaftliche Beziehungen aus. „Opfer häuslicher Gewalt verspüren Angst und Scham häufig sehr intensiv. Denn beim Täter handelt es sich um eine ihnen nahestehende Person. Die Dunkelziffer ist daher hoch, in der Regel findet häusliche Gewalt hinter verschlossenen Türen statt.“, betont Gert Korndörfer, Außenstellenleiter des Weißen Rings in Potsdam.

Die anhaltende Corona-Pandemie führt verstärkt zur Isolation der von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen und erschwert das Aufsuchen der Beratungsstellen. Solidarität ist wichtiger denn je. „Leider hat sich der allgemein prognostizierte Anstieg häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie auch in unserer Beratungsstelle bestätigt: Die bei uns gezählten Fälle häuslicher Gewalt sind im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2020 um 39 Prozent angestiegen.“, sagt Rosmarie Priet, Leiterin der Opferberatung und Traumaambulanz Potsdam.

Die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) trat im Februar 2018 in Deutschland in Kraft und hat zum Ziel, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen. Die Landeshauptstadt Potsdam befasst sich mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 1. Dezember steht ein Antrag der Stadtverordneten auf der Tagesordnung, nach welchem der Oberbürgermeister beauftragt wird, „eine regionale Koordinierungsstelle gegen Gewalt an Frauen, sexualisierte Gewalt und gegen Stalking“ unter Beteiligung des Landes Brandenburg auf den Weg zu bringen. Damit verbindet der Arbeitskreis Opferschutz „die Hoffnung auf verstärkten Ausbau von Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder sowie Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt“.

Diese Beratungsstellen in Potsdam unterstützen das ganze Jahr:

Wer selbst Opfer von sexueller Gewalt ist oder Betroffene kennt, kann sich oder seinen Mitmenschen helfen, indem er oder sie sich unter den kostenlosen Hotlines meldet:

–              Unter der Telefonnummer 08000 – 116 016 beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des bundesweiten Hilfetelefons zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen rund um die Uhr und anonym.

–              Die Nummer gegen Kummer 116 111 steht Kindern und Jugendlichen bei allen Fragen, Sorgen und Problemen zur Seite – anonym und kostenlos in ganz Deutschland.

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