Inzidenz liegt bei 44,64/100 000 Einwohner – Impfen jetzt auch in Arztpraxen in Pritzwalk und Wittenberge möglich

Aktuell sind im Landkreis 142 Personen positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Zum Vortag
verzeichnet der Landkreis 6 neue laborbestätigte Fälle mehr. Seit Ausbruch der Corona-Krise registriert
das Gesundheitsamt im Landkreis Prignitz damit 2413 Corona-Fälle. Davon gelten 2141 als genesen, 36
Erkrankte mehr als gestern. Es sind 2 weitere Erkrankte verstorben, damit liegt die Zahl bei insgesamt 130
Verstorbenen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis aktuell bei 44,64/100.000 Einwohner.
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) startete am Mittwoch das Modellprojekt „Impfen in
Arztpraxen“. Aufgrund der Impfverordnung des Bundes sind Impfungen in den Arztpraxen derzeit
regelhaft nicht möglich. Darum müssen die Impfungen im Zuge eines Modellprojekts vorgenommen
werden. Die Modellpraxen befinden sich in Bad Belzig, Senftenberg sowie Pritzwalk und Wittenberge. Bis
Ende März sollen landesweit 50 Arztpraxen impfen dürfen.
„Die Einbeziehung der Hausärzte und niedergelassenen Ärzte in die Impfung der Bürger war schon lange
eine Forderung des Landkreises und unserer Kommunen“, betonte Landrat Torsten Uhe in Pritzwalk, wo
er sich bei Dipl.-Med. Oliver Körnig ein Bild vom Anlauf der Impfaktion machte. „Deshalb haben wir nach
dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern dieses Projekt der Landesregierung Brandenburg empfohlen
und uns als Modellregion angeboten. Ich freue mich, dass wir mit zwei Praxen am Start sein können.
Weitere müssen folgen“, so Uhe. Und er ergänzt: „Natürlich sind unsere Arztpraxen impfbewährt und
brauchen im Grunde nach keine Modelle. Aber sie dürfen nach der gültigen Bundesimpfverordnung noch
nicht impfen.“
Landrat Uhe unterstrich in diesem Zusammenhang, dass „wir beim Impfen an Schnelle und Breite
gewinnen müssen. Die Bundesregierung muss jetzt die Impfverordnung so überarbeiten, dass das Impfen
in Arztpraxen nicht ein Modell bleibt, sondern alle Praxen impfen können.“
Davon geht auch Hausarzt Dipl.-Med. Körnig aus. In seiner Praxis impft er jährlich etwa 800 bis 1000
Patienten zum Beispiel gegen Grippe und Tetanus. Auch gegen Corona zu impfen, findet er gut. Er kenne
seine Patienten, sie setzten großes Vertrauen in ihn und die Aufklärungsgespräche zu Covid 19 seien
dementsprechend gut. Vor allem: Die Patienten müssen nicht weit fahren. „Das Konzept der
Einbeziehhung der Hausärzte in die Impfung ist das einzig vernünftige, wenn man Patienten auf Dauer
erreichen will“, so Körnig.
Dieser Schritt sei längst überfällig, machte Dipl.-Med. Andreas Schwark in Pritzwalk deutlich. Der
stellvertretende KVBB-Vorstandsvorsitzende dankte den Landkreisen, Kommunen und Ärzten, bei denen
das Modellprojekt auf breite Unterstützung fiel. Angedacht ist, dass die Praxen etwa 100 Dosen pro
Woche bei entsprechender Bereitstellung der Impfstoffe impfen können. Genutzt wird vor allem der
Impfstoff von AstraZeneca. In geringem Umfang kommen auch mRNA-Impfstoffe zum Einsatz. Die Termine
werden von den Praxen vergeben. Geimpft werden Personen, die laut Impfverordnung des Bundes
impfberechtigt sind.

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