Jeder Einzelne kann einen Beitrag dazu leisten, weitere Reglementierungen zu verhindern

Mit Stand 27.10.2020, 12 Uhr, beträgt die Gesamtzahl der Personen, die seit Beginn der Pandemie positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet wurden, 126.  Insgesamt fünf Personen sind seit März 2020 im Zusammenhang mit einer Coid-19-Erkrankung verstorben 370 Personen befinden sich derzeit in häuslicher Absonderung.

Im Laufe des Tages ist mit weiteren positiven Befunden zu rechnen, so dass Grund zur Annahme besteht, dass auch der Landkreis Uckermark in den nächsten Tagen die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschreiten wird.

Damit würden auch in der Uckermark die ergänzenden Regeln der SARS-CoV-2-Umgangsverordnung bei deutlich steigenden Infektionszahlen in Kraft treten. Sie betreffen insbesondere die Zahl von Teilnehmenden bei Veranstaltungen und privaten Feiern, den Alkoholausschank in Gaststätten sowie eine erweiterte Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum.

Während die Zahlen im Frühjahr/Sommer nur mäßig anstiegen, verzeichnen wir allein im Oktober einen Zuwachs um mehr als 70 Personen.

Das ist sicher nicht einer zahlenmäßig stärkeren Testung geschuldet, sondern die Ursache liegt vorrangig darin, dass die Menschen nach dem Ausbruch der Pandemie und dem anschließenden Lockdown weitestgehend zurückgekehrt sind in ihren gewohnten Alltag. Familienfeiern mit einer großen Anzahl von Gästen, Beerdigungen mit vielen Trauergästen und nicht zuletzt zahlreiche Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind die mit Abstand häufigste Quelle für Infektionen.

Spätestens jetzt sollte sich jeder die Frage stellen, ob all das was nicht verboten ist, auch unbedingt sein muss, ob man mit seinem Verhalten eventuell sich selbst oder andere gefährden kann.

Während die Rückverfolgung der Fälle der ersten Monate zwar mit hohem Aufwand, aber mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl der Kontaktpersonen erfolgte, so sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes heute regelmäßig mit einer Nachverfolgung von bis zu 70 Menschen bei einer positiv getesteten Person befasst.

Damit einher geht eine überdurchschnittlich große Zahl an Verdachtsfällen, die bis in Schulen, Kitas und Gemeinschaftseinrichtungen ausstrahlen und verständlicherweise für große Unsicherheit und Ängste bei den betroffenen Bewohnern, Eltern und Mitarbeiter sorgen.

Unser besonderes Augenmerk und unsere Anstrengungen richten wir darauf, alle Einrichtungen auch künftig weitestgehend offen zu halten. Dazu kann und muss aber jeder Einzelne seinen Beitrag leisten und verantwortungsvoll mit sich, seinen Angehörigen und seinen Kollegen und Nachbarn umgehen.

Die Nichteinhaltung der Schutzmaßnahmen, wie Abstand einhalten oder Masken tragen, führte in den letzten Wochen dazu, dass einzelne Betriebsteile oder Verwaltungseinheiten nicht mehr arbeitsfähig waren.

Kontaktminimierung und eine sehr strikte Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sollten zwischenzeitlich ebenso selbstverständlich sein wie das Tragen der Alltagsmasken. Damit kann jeder selbst einen entscheidenden Beitrag dafür leisten, die Situation in unserem Landkreis so zu gestalten, dass weitergehende Reglementierungen nicht erforderlich werden. In diesem Zusammenhang empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgerinnen und Bürgern, Alltagsmasken nicht nur an den vorgeschriebenen Orten zu tragen, sondern darüber hinaus überall dort, wo mehrere Menschen aufeinandertreffen.

So gilt beispielsweise bereits jetzt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Uckermark eine generelle Maskenpflicht, wenn sie ihren unmittelbaren Arbeitsplatz verlassen. Für Besucher der Verwaltung gilt diese Regelung bereits seit längerem.

Covid-19 ist mittlerweile in der gesamten Uckermark angekommen, in allen Regionen gleichermaßen verortet und es bedarf unser aller Anstrengungen, einer flächendeckenden Ausbreitung – wie es in vielen anderen Ländern und Regionen gegenwärtig erfolgt – zu verhindern.

Neben den bereits erwähnten Verhaltensregeln gehört dazu auch, dass Personen mit Krankheitssymptomen zu Hause bleiben und telefonisch ihren Hausarzt kontaktieren. Wer Sorge hat, sich infiziert zu haben, sollte sich zu Hause selbst isolieren, rückwirkend drei Tage vor Symptombeginn sämtliche Kontakte, einschließlich der entsprechenden telefonischen Erreichbarkeiten, aufschreiben und die weitere Vorgehensweise mit dem Hausarzt telefonisch besprechen.

Nicht in jedem Fall ist ein Test erforderlich, denn die vorhandenen Laborkapazitäten sollten vorrangig den Erkrankten mit teilweise schweren Verläufen vorbehalten bleiben.

Tests, nur um eine eventuelle Quarantäne nach Rückkehr aus ausländischen Risikogebieten abzukürzen, sollten zwingend hinter denen aus medizinisch angezeigten Erfordernissen stehen. Zumal ein Test, der oftmals viel zu früh erfolgt, die Reiserückkehrer in Sicherheit wiegt und sie leider viel zu oft an ihren Arbeitsort gehen, wo andere Menschen gefährdet werden. Hier wäre konsequentes Durchgreifen seitens der Bundesregierung erforderlich, d. h. eine 14tägige Quarantäne nach der Rückkehr aus Risikogebieten.

Aktuell werden in allen drei Krankenhäusern des Landkreises Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Die Häuser verfügen über die erforderlichen Sicherheits- und Hygienevorkehrungen. Die Herausforderungen sind immens, denn nicht nur Patienten, sondern auch Besucher oder das Personal können das Virus eintragen. So mussten beispielsweise in der vergangenen Woche im Krankenhaus Prenzlau und im Klinikum Schwedt Erkrankungsausbrüche gemanagt werden.

Prioritär steht das Gesundheitsamt des Landkreises vor der Aufgabe, Kontaktpersonen zu Erkrankten zu ermitteln und zu beraten, Absonderungen zu veranlassen. Genau das wird seit März praktiziert und künftig verstärkt weitergeführt, um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Nicht ein umfassenderes Testen hilft, sondern ein konsequentes Abschotten und Abschirmen der Erkrankten und der Kontaktpersonen. Das dient nicht zuletzt der Sicherung und Stärkung des ambulanten und stationären medizinischen Systems.

%d Bloggern gefällt das: