Johanniter unterstützen den Katastrophenschutz im Landkreis OSL

Die Landkreise und kreisfreien Städte sind als untere Katastrophenschutzbehörden für die Aufstellung und den Betrieb der Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes zuständig. Erstmalig ist im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nun auch der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Südbrandenburg mit im Boot.

 

In der vergangenen Woche unterzeichneten im Kreishaus in Calau Grit Klug, Dezernentin für Bau, Ordnung und Umwelt und somit Verantwortliche für den Bereich Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis und Johanniter-Regionalvorstand Andreas Berger-Winkler im Beisein von Kreisbrandmeister Tobias Pelzer eine entsprechende Vereinbarung über die Mitwirkung im Katastrophenschutz des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Das Team der Johanniter übernimmt damit bei Einsätzen die Verantwortung für den Bereich der „Schnelleinsatzgruppe Betreuung“.

Zu den Aufgaben zählen der Betrieb von Notunterkünften, die Mitwirkung bei der Registrierung von Personen, die Unterstützung der Schnelleinsatzgruppe Logistik bei der Versorgung betroffener Bevölkerung und Einsatzkräfte in Schadensgebieten sowie die Unterstützung der Notfallseelsorger und des Kriseninterventionsteams.

Zur Wahrnehmung der Aufgaben steht der Mannschaft ein neuer Mannschaftstransportwagen Betreuung bereit. Das Fahrzeug ist in der Regel mit sechs Einsatzkräften besetzt.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung verpflichtet sich der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Südbrandenburg zum Betrieb und zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Einheit. Dies geschieht durch Bereitstellung von qualifiziertem Personal sowie die Teilnahme an regelmäßigen Fortbildungen und Schulungen.

„Personal und Technik sind jederzeit für die Übernahme von Einsatzaufträgen bereit zu halten. Die Alarmierung der Einheit erfolgt durch die Leitstelle Lausitz mit Sitz in Cottbus. Kommt es zu einer Alarmierung, muss der Mannschaftstransportwagen innerhalb einer Maximalzeit von 90 Minuten zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken können“, erläutert Kreisbrandmeister Tobias Pelzer, der in der Kreisverwaltung das Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz leitet.

Grit Klug: „Die Hochwasserlagen in Nordrhein-Westphalen und Rheinland-Pfalz zeigen, wie wichtig ein funktionierender Katastrophenschutz ist. Ich freue mich, dass wir neben den Hilfsorganisationen, die uns seit Jahren verlässlich begleiten, nun einen weiteren starken Partner hinzugewinnen konnten. Mein Dank gilt auch dem ASB Ortsverband Lübbenau/Vetschau e.V., der diese Aufgabe neben dem Bereich Verpflegung bislang innehatte.“

 

Andreas Berger-Winkler: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen und dass der Landkreis Oberspreewald-Lausitz den Johannitern mit der Vertragsunterzeichnung das Vertrauen schenkt. Auch in anderen Landkreisen Südbrandenburgs sind wir bereits im Katastrophenschutz eingebunden und konnten mehrfach unsere Leistungsfähigkeit sowie Kompetenz unter Beweis stellen. Zwölf Einsatzkräfte engagieren sich bereits in der Schnelleinsatzgruppe Betreuung, welche in Vetschau stationiert ist. Neue Interessenten sind jederzeit willkommen.“

 

 

Der Katastrophenschutz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben als untere Katastrophenschutzbehörde bei Großschadensereignissen, Katastrophen oder vergleichbaren Einsätzen setzt die Kreisverwaltung neben den öffentlichen Feuerwehren Hilfsorganisationen ein und betreibt Einheiten in Eigenregie. Darüber hinaus wirkt die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk bei Bedarf mit ihren Einheiten mit.

Gegenwärtig hält der Landkreis im Bereich des Katastrophenschutzes die Einheiten Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung (Landkreis), Schnelleinsatzgruppe Logistik (Landkreis), Schnelleinsatzeinheit Sanität (DRK Kreisverband Lausitz e.V.; DRK Kreisverband Calau e.V.), Schnelleinsatzgruppe Betreuung (neu: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Südbrandenburg), Schnelleinsatzgruppe Verpflegung (ASB Ortsverband Lübbenau/Vetschau e.V.), Teams der psychosozialen Notfallversorgung (Landkreis) sowie eine Brandschutzeinheit und Gefahrstoffeinheit (jeweils ausgewählte Freiwillige Feuerwehren) vor.

Zudem stellt und koordiniert der Landkreis je nach Einsatzlage die Katstrophenschutzleitung, die Technische Einsatzleitung, die Personenauskunftstelle und das Katastrophenschutzlager. Der Aufstellung von Alarmplänen, der Einrichtung von Krisenstäben und der Schulung der Mitarbeiter für den Katastrophenfall kommt deswegen eine große Bedeutung zu.

Politisch Gesamtverantwortlicher für die Einsätze des Katastrophenschutzes ist Landrat Siegurd Heinze bzw. seine Stellvertreterin, die Erste Beigeordnete Grit Klug.

 

Termintipp: Wer sich näher zum Thema Katastrophenschutz oder die Möglichkeiten zum Mitwirken in den Einheiten informieren möchte, hat am 7. August Gelegenheit dazu. An diesem Wochenende führt die SEG Fernmelde/Logistik ihr jährliches Ausbildungslager im Ferienzentrum Friedrichsfelde bei Calau durch. Interessierte sind in der Zeit von 12-18 Uhr gern willkommen. Auch weitere Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises, darunter die Johanniter-Unfall-Hilfe, nutzen das Ausbildungslager zum gemeinsamen Üben und zum Erfahrungsaustausch.

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