Kita- und Schulentwicklungsplan 2021 bis 2026 liegt vor

Erstmals gemeinsames Planwerk / Kommunale Kitas und neue Schulen für Potsdam

Mit dem neuen Kita- und Schulentwicklungsplan 2021 bis 2026 legt die Landeshauptstadt Potsdam erstmals ein integriertes Planwerk für die Potsdamer Bildungslandschaft von der Krippe bis zur weiterführenden Schule vor. Mit dem knapp 600 Seiten starken Plan, welcher aus zwei Teilbänden besteht, soll die Weiterentwicklung der Kita- und Schulinfrastruktur in den kommenden fünf Jahren festgelegt werden. Er beinhaltet neben der Schaffung von Kitaplätzen auch die Gründung von kommunalen Kitas sowie Neubauten und Erweiterungen von Schulen.

„Mit dem Plan wollen wir sicherstellen, dass Bildungsangebote in Potsdam sich sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterentwickeln – und das gezielt, dem Bedarf der Potsdamer Familien entsprechend“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert. Der Integrierte Kita- und Schulentwicklungsplan 2021 bis 2026 (IKSEP) wird den Stadtverordneten zu ihrer Sitzung am 5. Mai vorgelegt, soll danach diskutiert und möglichst vor der Sommerpause beschlossen werden.

Der Plan, der für die beiden Bereiche Kita- und Schulplanung auf der aktuellen Bevölkerungsprognose bis 2040 beruht, beinhaltet insbesondere im Kita-Bereich Neuerungen. „Unser wichtigstes Ziel ist die wohnortnahe Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen in der wachsenden Stadt. Der bisherige Kita-Bedarfsplan wurde jährlich fortgeschrieben und basierte auf der Analyse von sechs Sozialräumen in Potsdam. Mit der Anpassung an den fünfjährigen Planungszeitraum und dem Blick auf der feingliedrigeren Ebene der 19 Planungsräume erhöhen wir die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der vorgesehenen Entwicklungsschritte und schaffen zugleich mehr Planungssicherheit für Eltern und Träger. Perspektivisch soll somit auch die Auswahl eines Kitaplatzes auf der Basis von Wohnortnähe oder konzeptionellem Ansatz möglich sein.“, sagt die zuständige Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel.

Erstmals seit den Kitaschließungen Ende der 1990er-Jahre plant die Landeshauptstadt Potsdam kommunale Kitas und Horte, darunter auch eine Integrationskita. Die städtischen Einrichtungen würden, bei entsprechender Beschlussfassung im Bornstedter Feld (2022), Krampnitz (zwei in den Jahren 2023 und 2024), Babelsberg (2023), in der Potsdamer Mitte (2024), im Kirchsteigfeld (2024) und in der Waldstadt I entstehen. Bis 2026 sollen so insgesamt rund 1.500 wohnortnahe Plätze in sieben städtischen Einrichtungen geschaffen werden. Hinzu kommen rund 2.500 geplante Plätze in Kindertagesbetreuungseinrichtungen bei freien Trägern.

„Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 19 zusätzliche Einrichtungen das Potsdamer Kita-Netz erweitern. Damit kommen wir dem Ziel eines wohnortnahen Angebots im Krippen- und Kindergartenbereich stadtweit ein großes Stück näher“, so Aubel.

Bei der Schulplanung setzt die Landeshauptstadt Potsdam den bedarfsgerechten Ausbau des Schulnetzes durch neue Schulen sowie Erweiterungen fort. Insgesamt sind dafür Investitionen aus dem kommunalen Haushalt in Höhe von circa 200 Millionen Euro notwendig.

Im Primarbereich können durch die Neubauten der vergangenen Jahre und bereits beschlossene Planungen ausreichend Kapazitäten geschaffen werden, um alle Kinder im Grundschulalter mit Schulplätzen zu versorgen. Die bisherigen Planungen für Neubauten und Erweiterungen werden fortgeführt, wodurch 13 zusätzliche Klassenzüge geschaffen werden. Zusätzliche Grundschulstandorte werden nicht benötigt. Eine temporäre Übernachfrage im Bornstedter Feld soll mit schulorganisatorischen Maßnahmen in den umliegenden Schulen begegnet werden. Dazu Aubel: „Die Erfahrung der zurückliegenden Jahre zeigt, dass eine kurz andauernde Übernachfrage durch vorübergehende Erweiterung der Klassenzüge und gute Abstimmungen innerhalb eines Planungsraumes gemeinsam erfolgreich bewältigt werden kann. An dieser Stelle gilt es, all jenen Schulen zu danken, die in der Vergangenheit mit Flexibilität und Engagement gemeinsam mit uns Lösungen im Sinne der Schülerinnen und Schüler gefunden haben.“

Durch das Aufwachsen besonders starker Jahrgänge werden im weiterführenden Bereich der allgemeinbildenden Schulen in den kommenden Jahren voraussichtlich bis zu 17 zusätzliche Klassenzüge in Potsdam benötigt. Bereits mit den vorangegangenen Planungen wurden deshalb entsprechende Maßnahmen festgehalten, welche sich zum Teil bereits in der Umsetzung befinden. Diese wurden mit der Planung nochmals konkretisiert. „Beim Ausbau der Schulinfrastruktur im weiterführenden Bereich ist uns die Berücksichtigung des Elternwunsches sehr wichtig. Mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre streben wir deshalb an, fünf Prozent der Plätze an Oberschulen, 50 Prozent an Gesamtschulen und 45 Prozent an Gymnasien vorzuhalten“, so Aubel. Im Ergebnis kann die Stadt mit der nun vorgelegten Planung einen Großteil der Elternwünsche erfüllen. Bis zur Fertigstellung weiterer Schulkapazitäten wird es erforderlich sein, kurzfristige Bedarfe an den bestehenden weiterführenden Schulen der Landeshauptstadt Potsdam abzudecken.

Folgende Einzelmaßnahmen sind im Integrierte Kita- und Schulentwicklungsplan 2021 bis 2026 enthalten:

Kommunale Kindertageseinrichtungen

  • Neubau Kita Bornstedter Feld: westlich der Georg-Hermann-Allee, 2022
  • Neubau Kita Krampnitz I: im ehemaligen Werkstattgebäude, Klinkerhöfe Süd, 2023
  • Neubau Kita/Hort Krampnitz II: im ehemaligen Kantinengebäude, Klinkerhöfe Nord, 2023/24
  • Neubau Hort Babelsberg: Heinrich-George-Straße / Großbeerenstraße, 2023/24
  • Neubau Kita Kirchsteigfeld: Ricarda-Huch-Straße, 2024
  • Neubau Kita Potsdamer Mitte: im Bereich Burgstraße/Joliot-Curie-Straße, 2024
  • Neubau Kita Waldstadt I: Johannes-R.-Becher-Straße

  • Neubau Grundschule Heinrich-Mann-Allee: Zum Schuljahresbeginn 2021/2022 wird am Standort Heinrich-Mann-Allee eine dreizügige Grundschule mit Hort zunächst für vier Jahre in Modulbauweise errichtet. Die Grundschule startet zunächst in Räumen der Grundschule am Humboldtring. Nach Fertigstellung der Modulanlage an der Heinrich-Mann-Allee und nach Abschluss der lärmintensiven Bauarbeiten erfolgt der Umzug voraussichtlich zum Schulhalbjahr. Voraussichtlich ab Schuljahresbeginn 2025/2026 erfolgt der Betrieb der Grundschule mit Hort in massiver Bauweise.
  • Erweiterung Regenbogenschule (7) : zum Schuljahr 2021/2022 dauerhaft auf drei Züge erweitert.
  • Erweiterung Grundschule am Humboldtring: zum Schuljahr 2023/2024 dauerhaft auf drei Züge
  • Neubau Grundschule Babelsberg/Filmpark: vorbehaltlich der Genehmigung der Kommunalaufsicht dreizügige Grundschule mit Hort zum Schuljahr 2023/2024
  • Neubau Grundschule Krampnitz: dreizügige Grundschule mit Hort zum Schuljahr 2024/2025
  • Neubau Gymnasium Pappelallee: Bau eines vierzügigen Gymnasiums. Das Gymnasium startet zunächst an einem Interimsstandort als zwei- bis vierzügiges Gymnasium. Voraussichtlich ab Schuljahresbeginn 2026/2027 Fortführung des vierzügigen Gymnasiums am endgültigen Standort Pappelallee.
  • Neubau Gesamtschule Waldstadt Süd: Gesamtschule mit 6/3 Zügen zum Schuljahr 2026/2027
  • Förderschule in der Waldstadt Süd: Für die bisherige Schule am Nuthetal wird am Standort Waldstadt Süd zum Schuljahr 2026/2027 ein Ersatzneubau geschaffen
  • Schulzentrum Krampnitz: Neubau einer Gesamtschule mit 6/3 Zügen und mit zweizügiger Primarstufe und Hort für die jetzige Schule am Schloss. Fertigstellung und Umzug im Schuljahr 2026/2027.
  • Gymnasium am Schlaatz: Nach Umzug der Förderschule Schule am Nuthetal in den Neubau Waldstadt Süd wird der bisherige Standort „An der Alten Zauche 2 c“ zum Schuljahr 2028/2029 zu einem vierzügigen Gymnasium umgebaut.
  • Gymnasium Neu Fahrland: Am Standort Birnenplantage in Neu Fahrland wird zum Schuljahr 2029/2030 ein vierzügiges Gymnasium errichtet.
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