Klare Forderungen der Präsidentenkonferenz an Politik und FIFA

Neben der Befassung mit den Themen innerhalb des DFB hat die Konferenz der Präsidenten aus den Landes- und Regionalverbänden ihre Positionen zu aktuellen grundlegenden Fragen des Fußballs zum Ausdruck gebracht. Das Gremium hat dabei deutliche Forderungen an die nächste Bundesregierung erhoben. Im Rahmen der laufenden Regierungsbildung erwarten die Mitgliedsverbände des DFB eine Stärkung des Sports, speziell des Breitensports, der während der Corona-Pandemie in den politischen Entscheidungen lange Zeit stark vernachlässigt wurde.

Konkret erwartet die Präsidentenkonferenz künftig einen Staatsminister Sport im Bundeskanzleramt. Weitere Forderungen sind ein Investitionsprogramm für Sportstätten in Neubau und Bestand, eine höhere Anerkennung des durch den Amateurfußball geschaffenen Mehrwerts für die Gesellschaft sowie eine nachhaltigere Unterstützung des Ehrenamts. Wichtige Themen sind darüber hinaus eine Entbürokratisierung für Vereine sowie der Schutz ihrer ehrenamtlichen Führungen mit Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus betonte die Konferenz die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Integrations- und Inklusionsprojekten im Amateurbereich durch die Politik.

Die Präsidentenkonferenz bekräftigte bei ihrer dreitägigen Sitzung in Hamburg die ablehnende Haltung des DFB zu einer Änderung des Zyklus der FIFA-Weltmeisterschaften für Frauen, Männer und U-Nationalmannschaften. Gemeinsame Überzeugung des Dachverbands und seiner Mitgliedsverbände ist, dass ein verkürzter WM-Turnus gravierende Nachteile für die Entwicklung des Fußballs in vielen Bereichen hätte. In erster Linie betrifft dies die Spielerinnen und Spieler, aber auch die Vereine und die Fans. Negative Auswirkungen wären insbesondere auf die Entwicklung des Frauenfußballs zu erwarten, unter anderem, weil eine Veränderung des WM-Taktes den Frauen-Turnieren Exklusivität nehmen würde.

Sinnvollen Überlegungen zu einer Reform des internationalen Spielkalenders verschließt sich der DFB nicht. Dabei hält er es mit seinen Gremien für unerlässlich, eine Entscheidung im Konsens herbeizuführen. Aus Sicht des DFB ist zwingend zu verhindern, dass eine Reform des internationalen Spielkalenders zu dauerhaften Dissonanzen zwischen der UEFA und anderen Verbänden und Konföderationen führt. Eine nur mehrheitliche Entscheidung ist für den DFB in dieser Frage keine Option. Diese Haltung wurde von der Präsidentenkonferenz nachdrücklich unterstützt.

Gleiches gilt für die Position in den Diskussionen zur Super League. Das Konzept einer europäischen Super League wird klar und kategorisch abgelehnt, da sie als geschlossenes System gegen den Kern des Fußballs, den Wettbewerbsgedanken, verstößt. Die Präsidentenkonferenz unterstrich dabei, wie wertvoll die gemeinsame Reaktion des deutschen Fußballs in dieser Frage war. Im April hatten DFB und DFL eine gemeinsame Position entwickelt, in der die ablehnende Haltung der UEFA unterstützt wurde. Die Erklärung war ein klares Bekenntnis für die nationalen Ligen als Basis des professionellen Fußballs, seiner Popularität und seiner Strahlkraft in die gesamte Gesellschaft.

Vor dem Hintergrund möglicher Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt hat sich die Konferenz des Weiteren auf eine gemeinsame Haltung zum Thema „50+1“ verständigt. Erklärtes Ziel ist es, die „50+1“-Regel in ihrem Kerngedanken zu erhalten. Die „50+1“-Regel, so die einhellige Einschätzung des Gremiums, ist elementarer und von den Akteuren anerkannter Bestandteil des Fußballwettbewerbs in Deutschland.

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