Klinikum EvB Potsdam erstmals als „Fußbehandlungseinrichtung“ zertifiziert

Klinikum EvB Potsdam erstmals als „Fußbehandlungseinrichtung“ zertifiziert

  • Optimale Versorgung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom
  • Stationäres sowie umfassendes teilstationäres Behandlungsangebot
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Abteilungen des anerkannten Gefäßzentrums (DGG) sowie intersektoral mit externen Partnern
  • Zertifikat ist Beleg für hohe Behandlungsstandards, eine hochqualitative technische Ausstattung sowie eine erstklassige Ergebnisqualität

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erstmals als stationäre Fußbehandlungseinrichtung ausgezeichnet worden. Das Zertifikat ist Beleg für eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung nach festgelegten Standards und bietet damit Patientinnen und Patienten mit Diabetes und Diabetischem Fußsyndrom die Sicherheit einer optimalen Versorgung.

Mit derzeit etwa sieben Millionen Betroffenen ist Diabetes mellitus eine der Volkskrankheiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch mit Diabetes im Laufe seines Lebens an einer Wundheilungsstörung aufgrund von diabetischer Nervenschädigung an den Beinen erkrankt liegt bei etwa 15 Prozent. Jedes Jahr kommt es bei zwei von 100 Menschen mit Diabetes zum Auftreten einer schlecht heilenden Wunde. In Deutschland werden jährlich rund 40.000 Diabetes-Patienten Teile des Fußes oder der gesamte Fuß amputiert. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent dieser Fälle durch eine bessere Behandlung vermeidbar wären. Für die Betroffenen bedeutet der Verlust des Fußes nicht nur einen großen Verlust an Lebensqualität: Sie haben in der Folge auch ein erhöhtes Sterberisiko. Daher ist eine zeitnahe strukturierte Versorgung des Fußes bei Patienten mit Diabetes unerlässlich.

„Die Zertifizierung als stationäre Behandlungseinrichtung für das Diabetische Fußsyndrom durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist ein Beleg für die ganzheitliche Behandlung von Patientinnen und Patienten mit diabetischen Fußwunden. Diese erfolgt die bei uns interdisziplinär und Hand in Hand mit allen relevanten Fachgebieten. Wir orientieren uns an den neuesten nationalen und internationalen Standards zur Behandlung von diabetischen Fußerkrankungen, sagt Dr. Saban Elitok, Chefarzt der Klinik für Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie.

Diabetisches Fußsyndrom – Was ist das?

Aufgrund des über Jahre erhöhten Blutzuckerspiegels kann es zu Schädigungen der sensorischen Nerven und Gefäße der Beine und Füße kommen. Im Zuge dieser Veränderungen sind Verletzungen der Fußsohlen oder Druckstellen meist schmerzlos und werden von den Betroffenen im Anfangsstadium oft nicht bemerkt. Eine Behandlung erfolgt daher meist zu spät oder gar nicht. Zusätzlich kommt es in vielen Fällen infolge arterieller Durchblutungsstörungen zum Absterben ganzer Gewebebezirke.

„Oft wird die Wundheilung frühzeitig als aussichtslos eingeschätzt oder eine Erkrankung der kleinen Blutgefäße unterstellt. Die Amputation einzelner Zehen oder größerer Fußanteile ist die Folge. Um dem entgegenzutreten finden wir für jeden Patienten individuelle und alltagsgerechte Konzepte zur Druckentlastung der diabetischen Wunden“, sagt Dr. Urs Schumann, Oberarzt der Klinik für Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie.

Denn die erfolgreiche Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms ist nur in einem Team von stationären und ambulanten Fachkräften möglich. Diese erfolgt nach mit allen Fachabteilungen abgestimmten Konzepten, individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, zum Beispiel in Form von Druckentlastung und Lokaltherapie der Wunden, bei Bedarf auch radiologisch interventionell oder gefäßchirurgisch bis zum Unterschenkel. Begleiterkrankungen, welche die Wundheilung behindern, wie Infektionen, Stoffwechselstörungen, Mangelernährung und Herzerkrankungen werden ebenfalls behandelt.

Im Rahmen der teilstationären Behandlung werden Patientinnen und Patienten nachhaltig beraten und betreut. Diabetesberater geben Tipps zur richtigen Ernährung und helfen bei allen Fragen rund um die Insulingabe und den Alltag mit Diabetes. Speziell ausgebildete Wundexperten sorgen für eine professionelle Wundbehandlung nach modernsten Standards. In Kooperation mit Orthopädieschuhmachern schließt sich nach der Abheilung einer diabetischen Wunde eine Versorgung mit speziellem Schuhwerk und Einlagen an, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Sowohl die Füße als auch das Schuhwerk müssen mindestens vierteljährlich von einem Experten kontrolliert werden.

„Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist es, bei Patientinnen und Patienten die Mobilität und Alltagsbewältigung zu erhalten und Amputationen zu vermeiden“, fügt Dr. Schumann an. „Wir unterstützen daher auch das Zweitmeinungsverfahren vor Amputationen.“

Das Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ gilt für drei Jahre; dann muss erneut nachgewiesen werden, dass die strengen Kriterien weiterhin erfüllt sind.

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