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#Kolumbien: Reise- und Sicherheitshinweise

Von Reisen in die Grenzgebiete zu Venezuela wird aufgrund der aktuellen Ereignisse in Venezuela derzeit abgeraten. Es kann zu kurzfristigen Grenzschließungen kommen. Reisende sollten größere Menschenansammlungen meiden und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge leisten.
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Von Reisen in folgende Departamentos bzw. Gebiete wird – mit Ausnahme von Fahrten auf Hauptstraßen zwischen Großstädten bei Tageslicht – dringend abgeraten: – Norte de Santander (mit Ausnahme der Hauptstadt Cúcuta) – Arauca (mit Ausnahme der gleichnamigen Hauptstadt) – Vichada (mit Ausnahme der Hauptstadt Puerto Carreño) – Guainía (mit Ausnahme der Hauptstadt Puerto Inírida) – Guaviare (mit Ausnahme der Hauptstadt San José del Guaviare) – Caquetá (mit Ausnahme der Hauptstadt Florencia) – Östliche und südliche Teile von Meta (mit Ausnahme der Tourismusregion Caño Cristales) – Putumayo (mit Ausnahme der Hauptstadt Mocoa) – Nariño (außer der Hauptstadt Pasto und dem Grenzübergang Ipiales) – Südlicher Teil des Valle del Cauca – Chocó (außer dem Küstenstreifen zwischen Nationalpark Utría und Punta Arusi) – Ländliche Regionen im Norden von Antioquia – Süd-Córdoba und – Süd-Bolívar
Terrorismus Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Der Abbruch der Friedensgespräche mit der ELN  nach einem Attentat der ELN gegen eine Polizeischule in Bogota am 17. Januar 2019 lässt jedoch befürchten, dass es zu weiteren Anschlägen der ELN kommen kann. Der Friedensprozess mit der sehr viel größeren FARC wird jedoch weiter fortgesetzt und bleibt davon unberührt. Guerillareste (ELN, EPL), FARC-Dissidenten sowie Gruppen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität verüben darüber hinaus weiter Gewalttaten und liefern sich Bandenkriege im Kampf um die Vorherrschaft in den Drogengebieten. Die genannten Gruppierungen sind in vielfältigen Deliktsfeldern (Drogenökonomie, illegaler Bergbau, Schmuggel, Erpressung, Entführung, Anschläge, Gewalt- und Tötungsdelikte usw.) aktiv und gehen aggressiv gegen Eindringlinge bzw. potentielle Opfer vor. In den Grenzregionen Kolumbiens wird um besondere Vorsicht gebeten. Dort ist in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten mit schwacher Infrastruktur die staatliche Kontrolle weiterhin nicht gewährleistet. In den o.g. Regionen sind Entführungen, Raub und andere Gewaltdelikte bis hin zu offenen Kämpfen krimineller Banden sowie Anschläge auf die Staatsgewalt jederzeit möglich. Auch wenn Touristen in der Regel nicht Ziel von Anschlägen sind, besteht die Gefahr von Kollateralschäden. Terroristische Anschläge auf touristische Ziele sind mit Ausnahme eines Anschlags in einem Einkaufszentrum in Bogotá in den letzten Jahren nicht vorgekommen. Der Friedensschluss mit der FARC sollte jedoch nicht dazu verleiten, die weiterhin bestehenden Gefahren durch kriminelle Akteure insbesondere außerhalb der Großstädte zu unterschätzen.
Demonstrationen Demonstrationen, Protestaktionen und Streiks können insbesondere in großen Städten in Kolumbien jederzeit stattfinden. Gewalttätige Ausschreitungen sind dabei nicht auszuschließen. Auch kann es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Straßenblockaden kommen, wie vor Grenzübergängen zu Nachbarstaaten wie Ecuador. Demonstrationen und größere Menschenansammlungen sollten weiträumig gemieden werden.
Kriminalität In den Großstädten (Bogotá, Medellin, Barranquilla, Cali, Cartagena, Santa Marta usw.) ist die Sicherheitslage mit der in anderen lateinamerikanischen Metropolen vergleichbar. Die Kriminalitätsrate (insbesondere Straßendiebstähle und Wohnungseinbrüche) und die allgemeine Gewaltbereitschaft sind hoch. Dies gilt sowohl für landschaftlich reizvolle Gegenden/Wanderwege als auch für die Hauptstadt Bogotá und Touristenzentren. Ein erhöhtes Überfallrisiko auf Touristen besteht auf der Straße Riohacha – Cabo de la Vela im nördlichsten Departamento La Guajira an der Karibikküste. Reisenden wird empfohlen, die Strecke bis auf weiteres nur auf dem Hauptweg und mit von der Polizei eingerichteter Sicherheitsbegleitung zu befahren. Selbst tagsüber muss auch in belebten Straßen mit Raubüberfällen und Trickdiebstahl gerechnet werden. Mit Einbruch der Dämmerung besteht bei Überfällen eine erhöhte Gefahr der Gewaltanwendung. Reisende sollten bei Dunkelheit einsame Viertel und Straßen in größeren Städten meiden und abseits der Touristenzentren nicht alleine unterwegs sein, insbesondere wenn keine Ortkenntnisse vorhanden sind. Bei einem Überfall sollte auf keinen Fall Widerstand geleistet werden. Bei Menschenansammlungen wie z.B. in Einkaufzentren, auf Märkten, an Flughäfen oder Busbahnhöfen sollte besonders gut auf Wertgegenstände und Gepäck geachtet werden, auf auffälligen (auch Mode-)Schmuck sollte verzichtet und Geld und Wertsachen nur im erforderlichen Umfang mitgenommen werden. Taxis sollten nicht am Straßenrand angehalten, sondern stets per Telefon- oder Internetservice (z.B. die Taxi-App EASY TAPPSI) bestellt oder Taxis an den autorisierten Taxiständen benutzt werden. Andernfalls besteht Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder einer Kurzzeitentführung zu werden, bei der die Täter in der Regel Kreditkarten samt PIN abpressen, um an Geldautomaten Bargeld vom Konto des Opfers abzuheben. In letzter Zeit widerfuhr dies orts- und sprachkundigen Fahrgästen sogar bei Benutzung der regulären gelben Taxis am Flughafen Bogotá. Eine sicherere Alternative für die Fahrt vom Flughafen ist ein Limousinenservice (im internationalen Ankunftsbereich buchbar) oder ein Hoteltransfer. Sowohl auf Fahrten als Anhalter als auch auf die Mitnahme von Anhaltern sollte verzichtet werden. Fahrzeuge sollten stets auf bewachten Parkplätzen abgestellt und keine Wertsachen oder Taschen sichtbar im Auto gelassen werden. Getränke, Esswaren, Süßigkeiten oder Zigaretten sollten nicht von Fremden angenommen und Essen/Getränke im Restaurant nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Auf diese Weise werden Opfern sog. „K.O.-Tropfen“ oder ähnliche Mittel verabreicht. Insbesondere in Bogotá häufen sich diese Fälle.
Landminen Neben dem Gewaltpotential geht Gefahr von Landminen aus. Befestigte Straßen (=Teerstraßen, regelmäßig befahrene Schotterpisten) sollten daher außerhalb von Ortschaften nicht verlassen werden. Schon wenige Schritte neben der Piste besteht die Gefahr, auf eine Mine zu treten. Informationen zur Verteilung der verminten Gebiete finden sich z.B. unter DescontaminaColombia. http://www.accioncontraminas.gov.co/direccion/Paginas/Plan-Estrategico-2016-2021.aspx
Naturkatastrophen Kolumbien liegt in einer seismisch aktiven Zone. Im Bereich der Kordilleren im Westteil Kolumbiens ist mit erhöhter Erdbebengefahr zu rechnen. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/infothek/merkblaetter/. Bei Reisen in die unmittelbare Umgebung von Vulkanen sollten die Anweisungen der örtlichen Behörden und Sicherheitskräfte beachtet werden. Hinweise zu vulkanischen Aktivitäten gibt der Servicio Geológico Colombiano https://www2.sgc.gov.co/volcanes/index.html. Der im Bau befindliche Staudamm Hidroituango am Rio Cauca, ca 170 km nördlich von Medellin, ist möglicherweise einsturzgefährdet. Sollte es zu einem Dammbruch oder Abrutschen des begrenzenden Gebirgszugs kommen, ist mit einer enormen Flutwelle zu rechnen. Die Gemeinden Puerto Valdivia, Puerto Antioquia, Cáceres und Taraza wurden zeitweilig evakuiert. Reisende sollten die betroffene Gegend am nördlichen Ende der westlichen Kordilleren derzeit möglichst meiden. Bei notwendigen Reisen in die Region ist das Einholen aktueller Informationen zur Gefährdungseinschätzung sowie Notfallplanung angeraten. Von April bis Mitte Juni und im Oktober und November ist in Kolumbien Regenzeit, in der es zu heftigen Regenfällen, häufig mit Überschwemmungen und Erdrutschen kommt. Aktuelle Informationen zu regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen nach schweren Regenfällen sind bei der kolumbianischen Behörde für nationalen Katastrophenschutz UNGRD http://portal.gestiondelriesgo.gov.co/Paginas/inicio.aspx  erhältlich. An der Nordküste am karibischen Meer ist von Juni bis Dezember Wirbelsturmsaison. Reisende in dieser Zeit in dieser Küstenregion werden um Beachtung der Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/-/200794 gebeten.
Drogenkuriere Reisende werden gegen ihren Willen und in Unkenntnis als „Drogenschmuggler“ missbraucht. Besondere Vorsicht gilt bei Lockangeboten z.B. über das Internet, um auf Kosten anderer eine Reise durchzuführen, ebenso sollten Reisende kein Gepäck für Fremde mitnehmen und den Inhalt des eigenen Gepäcks kontrollieren, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften.
Krisenvorsorgeliste Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste http://elefand.diplo.de/ einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.
Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/weltweiter-sicherheitshinweis/1796970 zu beachten.

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