Landesbehindertenbeauftrage testet Impfzentren auf Barrierefreiheit und stellt digitale Dolmetscher-Betreuung für Hörbehinderte vor

Brandenburgs Landesbehindertenbeauftragte Janny Armbruster hat sich heute bei einem Besuch des Impfzentrums Frankfurt (Oder) von der Barrierefreiheit der Impfzentren im Land überzeugt. Unterstützt wurde sie dabei von vier Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Beeinträchtigungen, die die Behindertenfreundlichkeit der Einrichtung erprobt haben. Bei dem Termin stellte Armbruster auch eine neue, digitale Dolmetscher-Betreuung vor, die gehörlosen Menschen die Kommunikation erleichtern soll und die ab kommender Woche in allen 13 Brandenburger Impfzentren eingesetzt wird.

Landesbehindertenbeauftragte Janny Armbruster: „Viele Menschen mit Behinderungen haben ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Ein reibungsloser Ablauf der Impfung – von der Terminvergabe bis zur Impfung – ist daher für sie besonders wichtig.“

Um dies zu ermöglichen, müssen die Impfzentren im Land barrierefrei sein. Entsprechende Kriterien dafür sind unter anderem der rollstuhlgerechte Zugang aller Räume, Bodenleitsysteme und Beschilderungen in Brailleschrift für Blinde sowie Gebärdendolmetscher und andere Kommunikationshilfen für Menschen mit Hörbehinderung. Davon, dass diese Kriterien erfüllt werden, hat sich die Landesbehindertenbeauftragte bei einem Rundgang durch das Impfzentrum Frankfurt (Oder) in der Messehalle 1 selbst ein Bild gemacht. Vier Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen – eine Rollstuhlfahrerin, ein Blinder, ein Hörbehinderter und ein Gehörloser – testeten dabei die Barrierefreiheit des gesamten Impfprozesses. Nach Aussagen der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) erfüllen alle 13 Impfzentren im Land die hohen Anforderungen, die an die Barrierefreiheit gestellt sind.

„Es ist sehr wichtig, dass die Belange der Brandenburgerinnen und Brandenburger mit Behinderung beim Aufbau der Impfzentren von Anfang an berücksichtigt wurden“, sagte die Landesbehindertenbeauftragte Armbruster. „Daher freut es mich sehr, dass Brandenburgs Impfzentren in vorbildlichem Maße barrierefrei sind und so zum Erfolg der Impfkampagne beitragen.“

Bei dem Besuch stellte Armbruster auch die digitale Dolmetscher-Betreuung für hörbehinderte Menschen im Land Brandenburg vor, die vom Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin/Brandenburg e.V. (ZfK) entwickelt wurde und nun auch betreut wird. Die Technik wird ab kommender Woche in allen Impfzentren des Landes eingesetzt. Die Einrichtungen haben dafür Tablet-PCs erhalten, die gehörlosen Menschen bei ihrem Impftermin zur Verfügung gestellt werden. Sie werden per Videoschalte direkt mit einem Gebärdendolmetscher verbunden, über den sie dann mit den Mitarbeitern des Impfzentrums kommunizieren können. „Die neue Dolmetscher-Betreuung bedeutet eine große Erleichterung für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Ich freue mich sehr, dass das Impfen nun auch für diese Brandenburgerinnen und Brandenburger barrierefrei angeboten werden kann.“

Im Rahmen des Besuchs warb Armbruster dafür, Menschen mit Behinderungen oder schwerwiegenden Vorerkrankungen und einem Risiko für einen schweren bis tödlichen Verlauf in der Impfstrategie prioritär zu behandeln. „Menschen mit gravierenden Risiken aufgrund einer Vorerkrankung oder Behinderung sind in vielen Fällen nicht in der Coronavirus-Impfverordnung berücksichtigt, weil ihre Diagnosen zu selten sind, um statistisch ins Gewicht zu fallen. Dafür wurden Einzelfall-Entscheidungen ermöglicht“, sagte die Landesbehindertenbeauftragte. „Die Beurteilung des Risikos können und sollen die behandelnden Ärzte übernehmen“, sagte Armbruster.

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