Landkreis bewirbt sich für bundesweites Pilotprojekt „LIVE“

Als erster Landkreis in Brandenburg hat sich Teltow-Fläming für die Teilnahme am Projekt „LIVE – Lokal Inklusiv Verein(tes) Engagement“ beworben. Dabei handelt es sich um ein neues bundesweites Pilotprojekt beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Es will auf kommunaler Ebene mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit für die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen in ihren jeweiligen Lebenswelten schaffen. Insbesondere geht es darum, Menschen für Sport zu begeistern, die sich vorher oft nur im sehr behüteten Rahmen ausprobieren konnten. Sie sollen soweit wie möglich unabhängig von Beeinträchtigungen gemeinsam trainieren, sich in Gemeinschaft bewegen und körperlich ausprobieren können.

Antje Bauroth, Behinderten- und Seniorenbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming: „In unserem Leitbild finden sich viele Handlungsansätze, die eine Inklusion vorantreiben können. Neben der Förderung einer starken Bürgerteilhabe werden die Förderung von Barrierefreiheit und die Förderung des Breitensports genannt. Die Teilnahme am LIVE-Projekt kann dazu beitragen, wieder einen Schritt weiter zu kommen.

Der Landkreis Teltow-Fläming bietet sportbegeisterten und bewegungsfreudigen Menschen eine große Auswahl an Möglichkeiten. In 190 Sportvereinen können ca. 50 Sportarten ausprobiert und trainiert werden. Die Lust an der Bewegung, gemeinsames Trainieren und Spaß am Sport mit anderen zu teilen ist einer der Gründe, in einem der zahlreichen Sportvereine Mitglied zu sein. Schon heute zählen die Sportvereine 20.000 Menschen als Mitglieder Durch den Zuzug von jungen Familien werden die Mitglieder, vor allem im berlinnahen Raum, vermutlich stetig anwachsen.

Bei der Altersverteilung innerhalb der Sportvereine fällt auf, dass junge Menschen bis 21 Jahre mit 40 Prozent die mit Abstand am stärksten vertretene Gruppe ist. Antje Bauroth: „Schaut man sich aktuelle Statistiken zur Lebenswelt dieser Altersgruppe an, stellt man fest, dass die meisten jungen Menschen wenig bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit einer Behinderung haben. Stellt man sich die Gegenfrage, wie viel Kontakt junge Menschen mit einer geistigen Behinderung zu jungen Menschen ohne geistige Behinderung haben, wird die Wahrscheinlichkeit einer außerfamiliären Begegnung genauso unwahrscheinlich sein. Aus 12 Wohnstätten bzw. stationär betreuten Wohnformen der Eingliederungshilfe und ambulant betreuten Wohnformen sind von den 250 Plätzen sicher viele sportbegeisterte Menschen mit geistiger Behinderung dabei, die Interesse an gemeinsamer Bewegung außerhalb ihrer geschützten Lebenswelt haben. Menschen für den Sport zu begeistern, die sich vorher oft nur im sehr behüteten Rahmen ausprobieren konnten, so weit wie möglich unabhängig von Beeinträchtigungen gemeinsam trainieren, sich in Gemeinschaft bewegen und sich körperlich ausprobieren ist das noch weit entfernte, aber nicht unerreichbare Ziel. Das Projekt LIVE bietet genau an dieser Stelle große Unterstützung.“

%d Bloggern gefällt das: