Landkreis Elbe-Elster stellt „Massenanfall von Erkrankten“ fest

Dirk Gebhard: Katastrophenschutzeinheiten und weitere ehrenamtliche Kräfte der Hilfsorganisationen können jetzt in den Rettungsdienst eingebunden werden

Mit Wirkung vom 7. Dezember 2021 hat der Leiter des Verwaltungsstabes und für den Rettungsdienst zuständige Dezernent des Landkreises Elbe-Elster, Dirk Gebhard, das Vorliegen eines sogenannten „Massenanfalls von Erkrankten“ festgestellt.

Ein solches Ereignis liegt vor, wenn die Anzahl verletzter oder erkrankter Personen in einer Region so hoch ist, dass die regulären Kräfte des Rettungsdienstes nicht mehr zur Versorgung ausreichen. Mit der Feststellung dieser Lage besteht die Voraussetzung, dass auch die Katastrophenschutzeinheiten und die sonstigen ehrenamtlichen Kräfte der Hilfsorganisationen, wie z. B. des Deutschen Roten Kreuzes, in den Rettungsdienst eingebunden werden können. Die ehrenamtlichen Kräfte entlasten den Rettungsdienst vor allem von Verlege- und Entlassungsfahrten und Fahrten von Dialysepatienten, die aufgrund medizinischer Umstände nicht z. B. durch Taxen gefahren werden können.

Auch die Stadt Cottbus und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz haben in den vergangenen Tagen das Vorliegen dieses katastrophenähnlichen Sachverhaltes festgestellt.

Mittlerweile entfallen über ein Viertel aller Rettungsdiensteinsätze auf Covid-Patienten, wobei die Tendenz steigend ist. Durch notwendige Testungen der Patienten und Desinfektionen sind diese Transporte sehr zeitaufwendig. Erschwert wird die Situation noch dadurch, dass ähnlich wie dies auch in den Krankenhäusern der Fall ist, im Rettungsdienst selbst durch coronabedingte Krankheits- und Quarantäneausfälle die Personaldecke sehr knapp geworden ist.

Dirk Gebhard: „Die Lage im Landkreis Elbe-Elster ist mehr als ernst. Die überaus hohen Inzidenzen wirken sich jetzt massiv in unseren Krankenhäusern aus. Neben dem Krankenhausstandort Finsterwalde musste jetzt auch eine Station in Elsterwerda als Covid-Station ausgewiesen werden. Um Schlimmeres zu verhindern, müssen Patienten in andere, teils weit entfernte Krankenhäuser verlegt werden, zuletzt zum Beispiel in das Gubener Krankenhaus. Dies bindet die Einsatzmittel des Rettungsdienstes enorm und führt zu verzögerten Hilfsfristen. Dadurch werden Menschen gefährdet, die nach Unfällen oder z. B. nach einem Schlaganfall auf sehr schnelle Hilfe angewiesen sind.“

Dirk Gebhard hofft, dass es durch die Einbeziehung der ehrenamtlichen Kräfte möglich sein wird, dass der reguläre Rettungsdienst seine besonders zeitkritischen Einsätze auch unter den erschwerten Bedingungen sicherstellen kann.

Dirk Gebhard appelliert aber auch an die Bevölkerung: „Das Beste, was alle jetzt tun können, um denen zu helfen, die auf Hilfe durch Rettungsdienst und Krankenhäuser angewiesen sind, besteht jetzt darin, weitere Infektionen durch Vermeidung unnötiger Kontakte zu vermeiden und sich impfen zu lassen. Dies gilt gerade auch für die jüngeren Menschen, die meinen, Corona stellt für sie keine große Gefahr dar. Die schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle treffen sicherlich zumeist die älteren und alten Menschen. Dabei können schwere Krankheitsverläufe auch geimpfte Menschen treffen, wenn auch im Verhältnis zur Impfquote deutlich weniger als ungeimpfte. Gerade deshalb sind Impfungen umso wichtiger. Durch Impfungen schützt jeder nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch seine Mitmenschen. Mein Appell in der Advents- und Weihnachtszeit lautet daher: Kontakte einschränken, und Impfen ist Nächstenliebe“.

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