Landkreis erhält Zuschlag für LIVE-Projekt

Teltow-Fläming hat den Zuschlag zur Teilnahme am Projekt „LIVE – Lokal Inklusiv Vereint(es) Engagement“ bekommen. Damit ist der Landkreis eine von deutschlandweit 30 Kommunen, die über dieses Projekt mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit für die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen in ihren jeweiligen Lebenswelten schaffen wollen.

Für die Teilnahme hatte sich Teltow-Fläming als einziger Landkreis Brandenburgs beworben. Mit dabei sind auch die Kommunen Bernau bei Berlin, Panketal, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Oranienburg und Potsdam.

Das Projekt „LIVE – Lokal Inklusiv Verein(tes) Engagement“ will Menschen für den Sport zu begeistern, die sich vorher oft nur im sehr behüteten Rahmen ausprobieren konnten. Sie sollen so weit wie möglich unabhängig von Beeinträchtigungen gemeinsam trainieren, sich in Gemeinschaft bewegen und sich körperlich ausprobieren können. „Das ist das noch ferne, aber nicht unerreichbare Ziel. Das Projekt LIVE bietet genau an dieser Stelle große Unterstützung“, so die Behinderten- und Seniorenbeauftragte des Landkreises, Antje Bauroth. Sie ist sehr froh darüber, dass Teltow-Fläming an diesem Projekt teilnehmen darf. „Gemeinsam mit dem Kreissportbund und der Sportkoordination des Landkreises wollen wir weiter daran arbeiten, Inklusion auch im Sport voranzubringen. Wir versprechen uns von der fachlichen Begleitung des Projektes LIVE einiges. Das Besondere daran ist, dass Menschen mit geistiger Behinderung als Expert*innen in eigener Sache ausgebildet werden und so viel besser ihre Mitmenschen motivieren können. Zum einen geht es um die behinderten Menschen selbst, zum anderen aber auch darum, Vereinsmitglieder für ein gemeinsames Training mit geistig behinderten Menschen langfristig und über das Projektende hinaus zu gewinnen. Dabei sehen uns nicht als Konkurrenz zu bestehenden Angeboten oder Projekten, sondern als sinnvolle Ergänzung.“

Auch der Kreissportbund Teltow-Fläming freut sich sehr, dass das Projekt LIVE nach Teltow-Fläming vergeben wurde. Geschäftsführer Timo Klischan: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade der Sport mit seinen zahlreichen Vereinen und Angeboten in Teltow-Fläming ist dafür prädestiniert. Die Zugangsschwelle zu diesen Angeboten ist aber nicht für alle Menschen gleich. Wir werden die Sportvereine auf diesem Weg begleiten, auch in Bezug auf die Weiterbildung und Sensibilisierung von Übungsleiter*innen.“

Der Landkreis Teltow-Fläming bietet sportbegeisterten und bewegungsfreudigen Menschen eine große Auswahl an Möglichkeiten. In 190 Sportvereinen können ca. 50 Sportarten ausprobiert und trainiert werden. Die Lust an der Bewegung, gemeinsames Trainieren und Spaß am Sport mit anderen zu teilen ist einer der Gründe, in einem der zahlreichen Sportvereine Mitglied zu sein. Schon heute zählen die Sportvereine 20.000 Menschen als Mitglieder. Durch den Zuzug von jungen Familien wird die Zahl der Mitglieder, vor allem im berlinnahen Raum, stetig anwachsen.

In den Sportvereinen sind junge Menschen bis 21 Jahre die am stärksten vertretene Gruppe – sie stellen 40 Prozent der Vereinsmitglieder. Antje Bauroth: „Statistisch gesehen haben die meisten von ihnen wenig bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Umgekehrt ist es nicht anders. Hier wollen wir ansetzen. Ich bin mir sicher, dass viele geistig behinderte Menschen sich für Sport und gemeinsame Aktivitäten außerhalb ihrer geschützten Lebenswelt interessieren.“ Im Landkreis gibt es 12 Wohnstätten bzw. stationär betreute Wohnformen der Eingliederungshilfe mit ca. 250 Plätzen.

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