„Lasst uns mal machen!“ – 28. Kinderfilmfest im Land Brandenburg 2019

Das diesjährige Kinderfilmfest präsentiert erneut ein thematisch vielfältiges und dieses Mal besonders internationales Programm mit bewegenden Einblicken in das Leben von Kindern in anderen Ländern. Erstmals gibt es mit BLANKA einen Film von den Philippinen sowie mit SUPA MODO eine Produktion aus Kenia zu sehen.

Fast 18.000 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr am Kinderfilmfest teilgenommen – ein Besucherrekord, der eindrucksvoll die Bedeutung und den Wert des einzigartigen Landesprojektes unterstreicht, das kulturelle, Film- und Medienbildung fördert. Die nunmehr 28. Auflage wird in bewährter Partnerschaft des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) und des Filmverbands Brandenburg in Zusammenarbeit mit vielen Partnern in den beteiligten 17 Spielorten durchgeführt.

In Perleberg findet das Kinderfilmfest vom 16.09.2019 – 27.09.2019 statt, organisiert und ausgestaltet vom Kreismedienzentrum Prignitz in Kooperation mit dem Kreisjugendring Prignitz e.V. und dem Freizeitzentrum EFFI der Stadt Perleberg.

Der philippinische Film BLANKA handelt von der universellen Sehnsucht eines Kindes nach Familie und Geborgenheit und erzählt das Schicksal eines Mädchens, das in Manila auf der Straße lebt. Trotz des schwierigen Themas findet der Film einen ermutigenden und bestärkenden Grundton. Um kein einfaches Thema geht es auch in der kenianisch-deutschen Co-Produktion SUPA MODO, die die letzten Lebenswochen ihrer todkranken Heldin Jo in eine sehr besondere Geschichte fasst. Auch diesem Film gelingt das Kunststück, über seine außergewöhnliche Protagonistin und ihr soziales Umfeld lebensbejahend und optimistisch zu erzählen. Zugleich leistet er einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung eines differenzierten Afrikabildes jenseits klischeehafter und häufig auf Elendsszenarien fokussierter Darstellungen vieler westlicher Produktionen.

Der rote Faden durch alle Filme ist die Suche der Protagonistinnen und Protagonisten nach ihren eigenen Lösungen und Wegen zur Bewältigung ihrer Konflikte. „Lasst uns mal machen!“, scheinen sie uns zuzurufen und nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Da ist Blanka, die selbst entscheiden will, wo und bei wem sie lebt. Die kleine Hexe in der gleichnamigen Verfilmung des Klassikers von Ottfried Preußler stellt sich am Ende gegen die alten Hexen, weil sie eine andere Vorstellung davon gewonnen hat, was eine gute Hexe auszeichnet. Cyril in der freien Adaption des bekannten Dramas „Cyrano von Bergerac“, DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT, findet auch ohne die gut gemeinten Ratschläge der anderen für sich zur Erkenntnis: Sei einfach du selbst!

Die Geschichten sind Ansporn und Ermutigung, selbst Verantwortung zu übernehmen, so wie sich heute viele Jugendliche aufmachen und mitgestalten wollen, nicht nur im eigenen Leben, sondern auch im gesellschaftlichen Raum, wie es gerade die „Fridays for Future“-Bewegung eindrucksvoll zeigt.

Ergänzt wird das Angebot von sieben Spielfilmen durch ein – auch für KiTa- und Vorschulkinder geeignetes – Bilderbuchkino sowie ein Kurzfilmprogramm.

Eine besondere Qualität des Kinderfilmfests besteht – von Anfang an – darin, dass alle Veranstaltungen medienpädagogisch begleitet werden. Für die fundierte Vor- und Nachbereitung der Filmbesuche hat das LISUM wie immer ausführliche Unterrichtsmaterialien erarbeitet, die allen teilnehmenden Schulen zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem medienpädagogischen Ansatz leistet das Kinderfilmfest einen wichtigen Beitrag zur Film- und Medienbildung.

Weitere Informationen zum Kinderfilmfest, allen Veranstaltungs- und Ansprechpartnern der Spielorte und zum Programm unter: www.kinderfilmfest.brandenburg.de.

Auf der Webseite können auch alle Arbeits-und Unterrichtsmaterialien heruntergeladen werden.

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