Leitentscheidung zum B-Plan für die westliche Insel Neu Fahrland

Entscheidung zum Verfahren und Änderung des Flächennutzungsplans angestrebt

Zur Stadtverordnetenversammlung am 3. November bringt die Verwaltung eine Beschlussvorlage ein, mit dem Ziel, eine Leitentscheidung zum weiteren Verfahren des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 143 „Westliche Insel Neu Fahrland“ zu treffen.

Im Frühsommer diskutierten Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, des Ortsbeirats Neu Fahrland, des Gestaltungsrats, Vertreterinnen und Vertreter des Immobilieninvestors und die Bauverwaltung im Rahmen eines mehrtägigen Werkstattverfahrens über eine geeignete Bebauung der westlichen Seite der Insel Neu Fahrland. Im Ergebnis eines konstruktiven und lösungsorientierten Prozesses verständigten sich die Mitglieder dieses Werkstattverfahrens mehrheitlich auf konkrete Planungsziele für die künftige Bebauung und Nutzung der Insel sowie auf ein städtebauliches Konzept. Dieses stellt die öffentliche Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Insel sowie die Bedeutung des historischen Fährgutensembles und die ländliche Geschichte des Ortes in den Vordergrund.

„Die Leitentscheidung stützt sich auf die Ergebnisse dieses Werkstattverfahrens. Sie bietet die Chance“, so der Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, Erik Wolfram, „eine städtebauliche Lösung zu formulieren, die den in der Werkstatt festgestellten Besonderheiten der Insel in Neu Fahrland Rechnung trägt und die zugleich eine tragfähige bauliche Entwicklung ermöglicht.“

Die Leitentscheidung beinhaltet neben der Formulierung konkreter Planungsziele auch ein städtebauliches Konzept, welches diese Planungsziele umsetzt sowie die Beurteilung der planungsrechtlichen Situation zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung, was unter anderem für die Anwendung des Potsdamer Baulandmodells von Bedeutung ist. Als Instrument der Potsdamer Wohnungspolitik findet das Baulandmodell Anwendung bei Bebauungsplänen, die zusätzliche Baurechte ermöglichen und regelt die sozialgerechte Baulandentwicklung.

Die öffentliche Nutzbarkeit der Insel steht besonders im Fokus. Ziel ist es, einen attraktiven, lebendigen Ort für Neu Fahrland zu schaffen. Neben variierenden Wohnungstypen für unterschiedliche Nutzergruppen sind auch Grünflächen, Spielplätze, ein Wasserzugang, Bäcker und Praxen zu ermöglichen. Hervorzuheben ist zudem, dass der Straßenraum der Tschudistraße/B2 verbreitert werden und durch zusätzliche Baumpflanzungen und attraktive Geh- und Aufenthaltsbereiche aufgewertet werden soll.

Die Bebauung ist überwiegend dreigeschossig und gliedert sich in drei räumlich spannend gestaltete Raumtypen:

  • Kompakte Bebauung an der Tschudistraße (Geschosswohnungsbau mit verschiedenen gewerblichen und sozialen Angeboten),
  • lockere, gegliederte Bebauung (insbesondere Reihenhäuser) entlang des Sacrow-Paretzer Kanals und einer Höhendominante als baulichen Abschluss im Westen,
  • Bebauung mit Staffelgeschossen zur räumlichen Fassung der zentralen öffentlichen Grünfläche, die den baumbestandenen Landschaftsraum der Bucht in das Plangebiet hineinzieht und so zum Zentrum des Quartiers wird.

Sofern die Beschlussvorlage zur Leitentscheidung von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt wird, kann der Bebauungsplan Nr. 143 „Westliche Insel Neu Fahrland“ auf dieser Grundlage erarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: