Magisches Holz für Stadtwald und LAGA-Gelände

In den Beelitzer Stadtwald hält die Magie Einzug: Denn die Stechpalme, von der zwei Exemplare heute gepflanzt worden sind, hat das Holz für Harry Potters Zauberstab geliefert. Auch abseits der Romane um den Zauberschüler verbindet sich mit dem Gehölz, dessen botanischer Name „Ilex aquifolium“ lautet, ein eine spannende Geschichte. So wird ihr ledriges, immergrünes Laub seit jeher auch als Schmuck zum Palmsonntag verwendet – daher auch der Name. An diesem Sonntag vor Ostern wird nach christlicher Tradition der Einzugs Jesu in Jerusalem gefeiert, wo er mit Palmwedeln begrüßt worden ist. Und da echte Palmen in Europa rar sind, wird auf diese Pflanze zurückgegriffen, die hierzulande als Zierpflanze sehr verbreitet ist. Ein weiterer Name lautet daher auch „Christusdorn“.

Wie in jedem Jahr haben Bürgermeister Bernhard Knuth und die Amtsleiter der Beelitzer Stadtverwaltung zusammen mit Förster Martin Schmitt zwei Exemplare des aktuellen Baumes des Jahres an dem Weg zum Waldspielplatz gepflanzt. „Es ist eine wertvolle und wichtige Tradition geworden, die mir sehr am Herzen liegt“, erklärte er. Gerade an diesem Ort würden viele Kinder vorbeikommen, aber auch Erwachsene, die hier Spazieren gehen oder den Waldfriedhof besuchen. Wie nebenbei erfahre man dann, dass der heimische Wald aus weit mehr als Kiefern besteht.

Seit 1989 kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den Baum des Jahres. Im Beelitzer Stadtwald sind alle Exemplare vertreten – von Flatterulme über Esche bis zur Winterlinde. Die ersten waren 2010 „in einem Rutsch“ von den Kindern der Naturkita „Sonnenschein“ gepflanzt worden, seither kommt immer im Frühjahr eine weitere Sorte hinzu. Zu jeder gibt es eine Tafel mit Infos zum Wesen, zur Verbreitung und zur Nutzung des Baumes.

Stechpalmen werden übrigens auch einen Platz auf dem LAGA-Gelände bekommen, und zwar auf dem Festspielareal. Dank ihrer leuchtend roten Beeren – die allerdings giftig sind – und der glänzenden Blätter ist die Ilex eine sehr schmückende Pflanze, und das auch in der kalten Jahreszeit. Die Bäume werden selten über zehn Meter hoch und gelten als Gewinner des Klimawandels, denn sie halten auch Trockenheit und höhere Temperaturen gut aus. Das harte und zähe Holz der Stechpalme wird kaum industriell verwendet, allenfalls für kleine Holzarbeiten nutzt man es, unter anderem für Spielzeug oder beim Instrumentenbau – und natürlich für Zauberstäbe.

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