Maria Nooke vertritt Brandenburg in BStU-Gremium

Die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke, wird für das Land Brandenburg die Integration der BStU-Außenstellen in das Bundesarchiv begleiten. Das Kabinett hat sie heute auf Vorschlag von Wissenschafts- und Kulturministerin Manja Schüle als Vertreterin des Landes im Beratungsgremium des Bundesarchivs zur Begleitung des Transformationsprozesses benannt.

 

Ministerin Schüle: „Auch mehr als 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist die Aufarbeitung von DDR-Unrecht nicht abgeschlossen. Betroffene, Interessierte, Wissenschaftlerinnen – sie alle werden auch künftig Unterlagen und Akten des früheren Archives des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes einsehen wollen. Deswegen ist es wichtig, dass diese Sammlungen auch nach der Überführung ins Bundesarchiv zugänglich bleiben. Maria Nooke verfügt nicht nur über eigene Erfahrungen in der DDR-Opposition – sie ist auch eine langjährige ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Aufarbeitung der Geschichte der Stasi und der SED-Diktatur und wird diesen Prozess für das Land optimal begleiten.“

Hintergrund für die Ernennung ist das Auslaufen der nach der Wiedervereinigung gegründeten Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen nach 30 Jahren. Ab 17. Juni geht die Verantwortung für das Archiv des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes auf das Bundesarchiv über. Die Stasi-Unterlagen sollen somit dauerhaft und für künftige Generationen als Teil des gesamtstaatlichen Gedächtnisses bewahrt und als wichtige Grundlage für die Fortführung der Aufarbeitung des SED-Unrechts und des persönlichen Schicksals Betroffener gesichert werden.

Das Beratungsgremium des Bundesarchivs soll den Transformationsprozess begleiten und das Bundesarchiv in den die Stasi-Unterlagen berührenden Belangen beraten. Das Gremium setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen, die von den Regierungen der Länder Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen benannt werden, sowie aus drei vom Deutschen Bundestag benannten Mitgliedern, sowie drei Mitgliedern, die von der für Kultur und Medien zuständigen obersten Bundesbehörde benannt werden.

Die 1958 in Forst (Lausitz) geborene Maria Nooke wurde am 29. Juni 2017 vom Landtag zur neuen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in der DDR gewählt. Zuvor war die Soziologin von 2009 bis 2017 stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer und leitete von 2013 bis 2017 die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Zu DDR-Zeiten engagierte sie sich ab Mitte der 1980er Jahre in einer kirchlichen Friedens- und Umweltgruppe. Von April 2019 bis Dezember 2020 war Nooke Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission ‘30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit‘.

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