Maskenpflicht gilt jetzt überall, wo es eng wird

Corona-Lenkungsstab berät neue Regelungen
Wertheim. Im Landkreis nehmen die Infektionen zu, und die Landesregierung hat die Pandemie-Warnstufe 3 ausgelöst. Damit steigt auch der Abstimmungsbedarf des Corona-Lenkungsstabs der Stadt Wertheim. Er hat in den letzten Wochen anlassbezogen getagt. Jetzt wird er wieder in regelmäßigem Turnus zusammenkommen. In der jüngsten Videokonferenz ging es vor allem um die seit Montag landesweit verschärfte Maskenpflicht und neue Kontaktbeschränkungen. „Diese neuen Maßnahmen brauchen zehn bis 15 Tage bis sie wirken,“ warnte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez vor zu hohen Erwartungen. Und er betonte im gleichen Atemzug die Verantwortung jedes Einzelnen zur Einhaltung der Regeln.
Ausweitung der Maskenpflicht
Die vom Land verordnete Ausweitung der Maskenpflicht bedeutet: Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss jetzt auch im Freien in Fußgängerbereichen getragen werden, wenn dort Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen und der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das kann in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz ebenso der Fall sein wie an anderen belebten Orten. Die Maskenpflicht gilt jetzt landesweit auch in allen öffentlichen Einrichtungen in den Bereichen mit Publikumsverkehr. Was bisher schon vielfach freiwillig praktiziert wurde, wird damit verpflichtend.
Von der Maskenpflicht entbunden sind Kinder unter sechs Jahren sowie Personen, die aus Gesundheitsgründen ein entsprechendes ärztliches Attest haben. Die Behauptung allein genügt aber nicht, das Attest muss auf Verlangen zum Beispiel beim Betreten eines Geschäftes auch vorgezeigt werden. „Wenn die Person sich weigert, darf der Geschäftsinhaber von seinem Hausrecht Gebrauch machen,“ erklärt Ordnungsamtsleiter Volker Mohr. Glücklicherweise gebe es in Wertheim nur einige, wenige Maskenverweigerer. „Bei unseren Kontrollen stellen wir fest, dass es zu 99,9 Prozent gut funktioniert.“
Treffen und Veranstaltungen
Private Treffen und Versammlungen begrenzt die neue Landesverordnung auf zehn Personen. Diese Zahl kann nur dann höher liegen, wenn sich Menschen aus zwei Haushalten treffen oder alle direkt miteinander verwandt sind. Das gilt auch für private Feiern, egal ob zuhause oder in angemieteten Räumen. Die jüngst vom Landkreis erlassene Regelung, die noch mehr Personen zugelassen hat, ist damit hinfällig. Es gilt die höherrangige Verordnung des Landes.
Auch für Veranstaltungen gilt eine neue Obergrenze von 100 Teilnehmern. Verpflichtende Voraussetzung bleibt ein Hygienekonzept.
Bestattungen
An Bestattungen und Trauerfeiern unter freiem Himmel dürfen seit Montag ebenfalls höchstens 100 Personen teilnehmen. Alle müssen auch im Außenbereich der Friedhofshalle eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Wer die Symptome einer Corona-Erkrankung hat, darf den Friedhof nicht betreten. Auch bei einer Bestattung müssen sich jetzt alle Teilnehmer mit Name, Anschrift und Telefonnummer in eine Liste eintragen, damit im Ernstfall eine Kontaktnachverfolgung möglich ist.
Quarantänepflicht
In Wertheim sind aktuell 23 Menschen in Quarantäne. Die Ordnungsämter sind verpflichtet, die Einhaltung der Quarantäneverpflichtung auch zu kontrollieren. In den nächsten Tagen findet dazu auf Anordnung des Sozialministeriums eine landesweite Schwerpunktaktion statt. Auch das Ordnungsamt der Stadt Wertheim wird daran mit stichprobenartigen Kontrollen mitwirken.
%d Bloggern gefällt das: