Mehr als 220.000 Euro für Präventionsprojekte

Landespräventionsrat zieht Bilanz des vergangenen Jahres

Potsdam – Das Innenministerium hat über den Landespräventionsrat (LPR) im vergangenen Jahr mehr als 220.000 Euro für Präventionsprojekte zur Verfügung gestellt. Damit konnten insgesamt 28 kriminalpräventive Projekte gefördert werden, teilte das Innenministerium in Potsdam mit. Der Vorsitzende des Landespräventionsrates, Innenminister Michael Stübgen, hatte den jährlichen Bericht des LPR am Dienstag im Kabinett vorgestellt.

Innenminister Stübgen: „Präventionsarbeit ist gerade in Pandemiezeiten besonders gefordert und notwendig. Wenn aber Hilfsangebote nicht in gewohnter Art und Weise genutzt werden können, muss Präventionsarbeit neue Zugänge zu den Menschen finden. Deshalb haben wir mit dem Landespräventionspreis im vergangenen Jahr beispielsweise auch ein Projekt geehrt, das neue Wege aktiver Präventionsarbeit in Pandemiezeiten gegangen ist. Corona wird auch weiterhin unser gesellschaftliches Zusammenleben prägen. Aus diesem Grund wird sich der Landespräventionsrat künftig verstärkt dem Umgang mit Verschwörungsmythen widmen und der Frage, wie diesen durch entsprechende Medienkompetenz entgegengetreten werden kann.“

Der Landespräventionsrat bietet mit seinen gegenwärtig vier fest eingerichteten Arbeitsgruppen das Forum für Expertinnen und Experten und führt die relevanten gesamtgesellschaftlichen Akteure der brandenburgischen Präventionslandschaft zusammen. Themenschwerpunkte dieser vier Arbeitsgruppen sind die Kinder-, Jugend- und Gewaltdelinquenz, die Prävention von politischem Extremismus, Opferschutz und Opferhilfe sowie die Kommunale Kriminalprävention.

Projekte 2020

Die Projektförderung erstreckte sich im vergangenen Jahr auf zehn Projekte aus dem Bereich der Kinder-, Jugend- und Gewaltdelinquenz, die mit insgesamt rund 72.000 Euro unterstützt wurden. Auf den Bereich Prävention von politischem Extremismus entfielen rund 55.000 Euro, die acht Projekten zugutekamen. Im Bereich Opferschutz und Opferhilfe wurden sieben Projekte mit rund 74.000 Euro bezuschusst. Drei Projekte mit insgesamt 20.000 Euro betrafen die Unterstützung kommunaler kriminalpräventiver Aktivitäten.

Gefördert wurde beispielsweise das Projekt „Jugendbeteiligung bei Bürgerbudgets“ des Vereins mitMachen e. V. In dem sich über fünf Jahre streckenden Projekt soll ein Modell entwickelt werden, wie Kommunen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen Jugendliche und junge Erwachsene an Bürgerbudgets beteiligen können. So wird Demokratie für Jugendliche erlebbar. Zusätzlich ist es eine Möglichkeit, demokratiefeindlicher Haltung bei jungen Menschen entgegenzuwirken.

Brandenburgischer Präventionspreis 2020

Der Brandenburgische Präventionspreis hatte im vergangenen Jahr, aufgrund des 20-jährigen Jubiläums des Landespräventionsrates, keinen thematischen Schwerpunkt. Es konnten sich alle Initiativen und Akteure bewerben, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die (Kriminal-)Prävention in Brandenburg leisten. Im Jahr 2020 ging der Preis an das Netzwerk der Brandenburgischen Frauenhäuser e. V., das Sucht-Präventionsnetzwerk in der Prignitz sowie die Freiwilligenagentur Cottbus in Trägerschaft des Paritätischen.

Kay Kasüschke, Präventionsbeauftragter des Lande Brandenburg: „Das Jahr 2020 sollte für den Landespräventionsrat Brandenburg ein besonderes werden und eigentlich ganz im Zeichen seines 20-jährigen Jubiläums stehen. Das Besondere kam dann allerdings anders als gedacht. Die Corona-Pandemie brachte auch für alle Präventionsakteure enorme Veränderungen mit sich, die mit viel Engagement und Flexibilität angegangen worden sind. Dafür meinen herzlichen Dank! Wir werden noch geraume Zeit mit unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie zu tun haben. Ein starkes gesellschaftliches Miteinander ohne Ausgrenzung und Hass muss dabei zugleich Basis und Ziel der Aktivitäten sein.“

Für den Brandenburgischen Präventionspreis 2021 ist die Bewerbungsphase gerade gestartet. Bis 15. September sind Einsendungen möglich. Diesmal steht der Preis unter dem Motto „(Kriminal-)Prävention in Zeiten von Corona“ und wird mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro vom Landespräventionsrat ausgelobt.

Hintergrund:

Der im Jahr 2000 gegründete Landespräventionsrat Brandenburg bündelt Initiativen zu einer umfassenden Kriminalitätsprävention im Land. Im Beirat sind unter anderem mehrere Ministerien vertreten sowie der Städte- und Gemeindebund, der Landkreistag und das Tolerante Brandenburg/Bündnis für Brandenburg. Der Rat organisiert seine Tätigkeit in vier ständigen Arbeitsgruppen. Diese werden von Vertretern des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Ministeriums der Justiz und der Universität Potsdam geleitet.

Weitere Informationen auch zu den geförderten Projekten und Veranstaltungen unter https://mik.brandenburg.de/landespraeventionsrat.

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