Mehr als Sarg und Service: „37°“ im ZDF über moderne Bestattungen

Richtig Abschied nehmen und trauern – viele Angehörige wissen nicht, wie das geht. Sie wünschen sich mehr Unterstützung und Rituale, die zur Persönlichkeit des Verstorbenen passen. Die „37°“-Reportage „Mehr als Sarg und Service – Die neuen Bestatter*innen“ von Autor Daniel Hartung begleitet am Dienstag, 1. Dezember 2020, 22.15 Uhr im ZDF, drei moderne Bestatter und Bestatterinnen, die versuchen, die Branche neu auszurichten. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Sich für Hinterbliebene Zeit zu nehmen und ihre Wünsche in den Mittelpunkt der eigenen Arbeit zu stellen – das sind die Schwerpunkte von Bestatter Eric Wrede. Er und sein Team machen das Abschiednehmen zu einem natürlichen Prozess. Das hilft Hinterbliebenen beim Verarbeiten ihrer Trauer. Lediglich ein Sargmodel hat der 40-Jährige im Angebot – zum Selbstkostenpreis. Sein Geld verdient der Familienvater durch eine individuelle Betreuung der Hinterbliebenen. Sie erhalten Gelegenheit, in Ruhe Abschied zu nehmen und sich auf Wunsch sogar am Sargbau und der Herrichtung des Leichnams zu beteiligen.

Auf dem privaten Friedhof der Familie Roth in Bergisch Gladbach können Angehörige Trauerfeiern und Grabstätten unkonventioneller gestalten. Der bereits verstorbene Bestatter Fritz Roth galt als Vorreiter alternativer Bestattungsformen in Deutschland. Nach seinem Tod führt inzwischen seine 33-jährige Tochter Hanna das Unternehmen, gemeinsam mit ihrem Bruder. Hanna möchte das Friedhofsareal zu einem Ort der Begegnung machen und in den Alltag integrieren.

Bereits seit 1859 existiert das Bestattungshaus Tüllmann in Warstein. Vor zwei Jahren übernahm Christian das Unternehmen von seinem Vater und möchte es behutsam modernisieren. Kindern das Thema Tod nahezubringen, ist dem zweifachen Familienvater ein besonderes Anliegen. Regelmäßig empfängt er Schulklassen oder Kindergartengruppen in seinem Unternehmen, um schon mit den Kleinen über das Thema Tod und gutes Abschiednehmen zu sprechen. „Kinder nehmen den Tod als etwas Natürliches wahr, wenn man mit ihnen offen darüber redet“, so Tüllmann.

%d Bloggern gefällt das: