Mehr Geld für Serielle Formate und junge Firmen am Standort Berlin-Brandenburg

Berlin/Potsdam – Über 1 Mio. Euro vergibt die New-Media-Förderung an 13 Serielle Formate, Games und VR-Experiences. Im Fokus steht dieses Mal sowohl die umfangreiche Unterstützung von Serien mit mehr als 700.000 Euro, u.a. in Kooperation mit dem Senderpartner RTLZWEI, als auch die Förderung von Projekten neugegründeter Berliner Gamestudios. Insgesamt 1.108.500 Euro gehen an die 13 Projekte, darunter 2 Factual-Entertainment-Formate für RTLZWEI (Reeperbahn Crime Stories, Endlich Klartext!) sowie weitere Serien, Games und VR-Projekte, u.a. von LOOKS Filmproduktionen, Story House Productions, Weltrecorder Story und B.vision Media.

Helge Jürgens, Geschäftsführer New-Media-Förderung Medienboard: „Wir freuen uns über noch mehr Serien aus der Capital Region und besonders über neue Formate für unseren Senderpartner RTLZWEI. Neuen Schub gibt es auch für den Gamesstandort Berlin-Brandenburg. Durch die nationale Gamesförderung steigen MBB-Antragsvolumen und die Ausgaben in der Region. Erfreulich sind in diesem Zusammenhang auch vermehrte Neugründungen und Ansiedlungen von Gamesunternehmen am Standort. Diese positive Entwicklung konnten wir bereits erkennen – und haben sie unterstützt: viele Projekte neuer Studios erhalten eine Gamesförderung!“

Serielle Formate

Bei dem Factual-Entertainment-Format „Endlich Klartext!“ (B.vision Media, 135.000 Euro Produktionsförderung) für RTLZWEI holt Abdelkarim Politiker:innen der 6 großen Parteien aus ihrer Komfortzone: Anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl bringt der Comedian sie mit Menschen zusammen, die Tag für Tag von den Auswirkungen ihrer politischen Entscheidungen betroffen sind und darunter leiden.

In der Dokutainment-Serie „Reeperbahn Crime Stories“ (Story House Productions, 180.000 Euro Entwicklungsförderung) für RTLZWEI wird in jeder Folge ein spektakuläres Verbrechen aus dem weltbekannten Rotlichtviertel erzählt. In der geförderten Pilotfolge des True-Crime-Formats geht es um den Auftragskiller Werner Pinzner, dessen Fall Justizgeschichte geschrieben hat.

In „Tod und Spiele“ (LOOKS Filmproduktionen, 210.000 Euro Produktionsförderung) wird die Geschichte des Attentats bei den Olympischen Spielen 1972 in München mit neuen Erkenntnissen geschildert. Die Doku-Serie erzählt aus verschiedenen Perspektiven und mit Stimmen von Überlebenden, welche Folgen der Anschlag 50 Jahre später noch hat.

Die Doku-Serie „Village X“ (Weltrecorder Story, 145.000 Euro Produktionsförderung) beruht auf einem sozialen Experiment: Ein Fremder kommt mit einer klaren gesellschaftspolitischen, sozialen oder ethischen Mission in ein Dorf und konfrontiert die Bewohner:innen damit. In der Staffel werden mehrere europäische Dörfer porträtiert, hinter jeder Folge steht die universelle Frage: Wie gehen wir mit dem Fremden um?

In „Frédéric*. Prinz. Punk. Preuße.“ (DOKfilm Fernsehproduktion, 40.000 Euro Entwicklungsförderung) wird der Mythos von Friedrich dem Großen auf moderne Weise erzählt. Die queere Historien-Drama-Serie erzählt in einem zugespitzten Gender- und Generationenkonflikt Friedrichs Entwicklung von einem Jungen, der in offener Rebellion gegen seinen Vater und die alte Welt lebt, hin zu einem Meister der Lüge.

Games

Bei den Games zeigt sich eine verstärkte Entwicklung hin zu gesellschaftlich und politisch relevantem Content. Das macht auch die neue Online-Datenbank „Games und Erinnerungskultur“, die von der Stiftung Digitale Spielekultur gefördert wird, deutlich.

In „Ruadh: Sagas“ (Sorcerers Lab, 100.000 Euro Produktionsförderung) tauchen die Spielenden in eine Dark-Fantasy-Welt ein, die von nordischen Sagen inspiriert ist. Dort sind sie auf der Suche nach Ruhm und Ehre. Es gilt jedoch, nicht nur taktische Kämpfe zu überstehen, sondern auch neue Herausforderungen zu meistern. Bei „Ruadh: Sagas“ handelt es sich um ein rundenbasiertes Taktikspiel für den PC.

Das Game „LILITH“ (swizzle kiss, 80.000 Euro Entwicklungsförderung) thematisiert eine Neuversion von Hexenprozessen in verschiedenen Kulturen und Geschichten. Die Spielenden erkunden dabei ein Dorf und die umliegenden Wälder, lauschen an Fenstern und klopfen an Türen – auf der Suche nach Sicherheit in der Nacht des Jägermondfestes.

You Be Carl“ (Krakentanz, 60.000 Euro Produktionsförderung) ist ein Erkundungsspiel aus der Ich-Perspektive. Es handelt von der sozialen Interaktion zwischen den verschiedenen Teilnehmer:innen einer Gesellschaft. Die Spielenden wissen zu Beginn einer Runde nicht, in welche Figur sie schlüpfen und werden im Verlauf des Spiels immer wieder in andere Charaktere versetzt. „You Be Carl“ ist ein genreübergreifendes Spiel für den PC, das an ein soziales Experiment erinnert.

Heroes of Galaxy Mobile“ (Sunrise Intelligence, 50.000 Euro Entwicklungsförderung) ist ein Science-Fiction-Videospiel. Bei den Olympischen Spielen im Weltraum nehmen nur die besten Meister aus den Galaxien teil. Im Spielverlauf werden verschiedene Helden ihre Kräfte vereinen und es wird sich herausstellen, welches Team gewinnt. Galaxy Shooter trifft dabei auf MOBA – ein Genremix, den es so noch nicht gibt.

The Professor“ (Torpor Games, 32.000 Euro Entwicklungsförderung) ist eine Mischung aus Rollenspiel und Serious Game. Die Spielenden finden sich in den 1930er Jahren in Sordland wieder, der Bürgerkrieg ist gerade überstanden. Sie schlüpfen in die Rolle eines Professors, der Sozialwissenschaften an einer Universität lehrt und werden mit den großen gesellschaftlichen Fragen konfrontiert. Es handelt sich um ein „Game for Impact“ für den PC – durchaus philosophisch und politisch!

VR-Projekte

Die schwedisch-deutsche Koproduktion „The Crossing VR“ (Duellmann Filmproduktion, 64.000 Euro Entwicklungs- und Produktionsförderung) ist Teil des Multiplattformprojekts „The Journey“, das sich dem Thema Flucht und Migration widmet. In „The Crossing VR“ wagt eine Gruppe von Menschen in einem Schlauchboot die gefahrenvolle, nächtliche Überquerung des Mittelmeers, um nach Europa zu gelangen.

Im Rahmen des Förderprogramms DIGI.TALE wurden außerdem 2 Projekte von Studierenden der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF gefördert:

In der Experience „Der Schlagbaum“ (INVR.SPACE in Koproduktion mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, 12.500 Euro Entwicklungs- und Produktionsförderung) wachen der patriotische DIDOT (18) und der nihilistische HUGO (58) als Grenzsoldaten auf den Seiten eines vergessenen Tores. „Der Schlagbaum“ ist eine expressionistische VR-Experience über Grenzen und Vorurteile, die das Babelsberger Filmerbe aufgreift.

Bei dem Live-Game-Event „Codename: Cobra Tango“ (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, 12.500 Euro Entwicklungs- und Produktionsförderung) schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle von Geheimagent:innen. Die Story wird aus 2 Perspektiven erzählt. Wer gut oder böse ist, liegt im Auge des Betrachters. Das Game selbst wird live übertragen und von (Twitch-)Persönlichkeiten kommentiert.

Alle Förderentscheidungen im Überblick
Nächste Einreichtermine New-Media-Förderung

%d Bloggern gefällt das: