Meilenstein erreicht: 100. frisch sanierter S-Bahnzug zurück im Fahrgastbetrieb

Einsatz auf den Linien S3, S5, S41/42, S45, S75 und S9 • Umbau in eigener Werkstatt in Schöneweide • Herzstück der Flotte wird für die nächsten zehn Jahre fit gemacht

Frischer Lack, neue Technik und Innenausstattung – seit dieser Woche fährt der 100. runderneuerte S-Bahnzug der Baureihe 481 wieder durch Berlin. Somit ist ein weiterer Meilenstein des größten Fahrzeugsanierungsprojekts in der Geschichte der S-Bahn Berlin erreicht, denn das Herzstück der Flotte wird zurzeit in der Werkstatt Schöneweide für weitere zehn Jahre fit gemacht. Inzwischen ist nun jeder fünfte Zug der Baureihe wieder aufgemöbelt.

Eingesetzt werden die Züge auf mehreren Linien:
Auf der S41/42 (Ring),
der Stadtbahn mit den Linien S3, S5, S75, S9 und
auf der S45, die vom Flughafen BER nach Südkreuz fährt.

Insgesamt 50 weitere Viertelzüge (Zwei-Wagen-Einheiten) sollen dieses Jahr noch runderneuert in Betrieb gehen. Die S-Bahn selbst investiert im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg Geld und viele Arbeitsstunden in das Projekt:

– Etwa 360 Handwerker sind ein Drittel ihrer Zeit ausschließlich mit den Arbeiten für das Projekt Langlebigkeit beschäftigt.

– Rund 50.000 Engineering-Stunden wurden in das Projekt investiert.

– Für die Infrastruktur im Werk Schöneweide wurden über drei Millionen Euro aufgebracht, beispielsweise für eine Schleif- und eine Klebehalle.

S-Bahnchef Peter Buchner: „Durch die Kompetenz der Berliner S-Bahn in der schweren Instandhaltung sind wir in der Lage, im Werk Schöneweide eine Sanierung dieser Größenordnung zu stemmen. Die Fahrzeuge sind anschließend nicht nur schöner, komfortabler und zuverlässiger, sondern können aus dem Werk wieder direkt in den Fahrgastbetrieb rollen. Zügiger geht’s nicht.“

Um dieses Mammutprojekt wie geplant bis Ende 2024 abschließen zu können, wird die S-Bahn vom Maschinenbauunternehmen MSG Ammendorf in Halle/Saale unterstützt. Dort kennt man die Baureihe aus dem Effeff, denn hier wurde die Flotte in den Jahren 1997 bis 2004 ursprünglich gebaut.

Die modernisierten Fahrzeuge sehen den neuen S-Bahnzügen zum Verwechseln ähnlich: Lackierung, Sitze und Polster, die Fußböden erscheinen im selben Design. Doch nicht nur das Aussehen ändert sich – auch für einen zuverlässigen Weiterbetrieb wird vieles neu gemacht. Ein paar Details:

– Mehr als 6.000 laufende Meter Wagenkasten-Langträger werden auf Korrosion untersucht und bei Befund saniert.

– Gut 7.000 neue, schwarze Türflügel werden an den Einstiegen verbaut.

– 5.000 Videokameras werden in den Fahrgasträumen installiert.

– Mehr als 27.000 neue Sitzgestelle und blaue Polster werden verbaut.

– Knapp 29.000 Quadratmeter Fußbodenplatten und 32.000 Quadratmeter Belag werden neu verlegt.

– Horizontale Haltestangen werden nachgerüstet.

– 12.000 taktile Türöffnungstaster werden eingebaut.

– Um auch die elektronischen Komponenten der Züge zuverlässiger zu machen, bekommen sie eine besondere Erneuerung im Bereich Fahrzeugsteuerung. Dort werden Fahrschalter und elektrische Schaltmittel ausgetauscht, um altersbedingte Störungen zu verhindern.

Den kompletten Umbau von 309 Fahrzeugen ermöglichen die Länder im Rahmen des Interimsvertrages. Sie investieren in dieses Projekt etwa 150 Millionen Euro, um die Langlebigkeit der Fahrzeuge zu sichern, die Zuverlässigkeit im Betrieb zu erhöhen und Verbesserungen für die Fahrgäste zu erreichen.

Auch die Fahrzeugdisposition der S-Bahn Berlin stemmt während der Dauer des Projekts eine Herkules-Aufgabe, um einen stabilen Betrieb aufrecht zu erhalten. Denn für die Langlebigkeit wird an mehr als 20 Viertelzügen gleichzeitig im Werk Schöneweide gearbeitet – und das jeweils für eine geplante Durchlaufzeit von elf Wochen pro Zug.

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