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Mission Krisengebiet: Erfolgreiche Ausbildung zum UN-Militärbeobachter

Scheidegg/Bayern, 10.07.2019 (ots)

Militärbeobachter der Vereinten Nationen haben eine schwierige Mission. Sie sollen in den Krisengebieten auf der Welt deeskalieren und zwischen verfeindeten Gruppen vermitteln. Wie das geht, haben 25 Teilnehmerinnen und 15 Teilnehmer eines Lehrgangs des Vereinte Nationen Ausbildungszentrums der Bundeswehr in Lindau und im Westallgäu gelernt.

Den Abschluss des Lehrgangs bildete vom 27. Juni bis 4. Juli die multinationale Übung Blue Flag/Fo(u)r Peace Central Europe 2019 im bayerischen Scheidegg. Zum zweiten Mal nahmen nun auch Frauen an der Ausbildung zu Militärbeobachtern teil. Mit der Initiative „Frauen, Frieden und Sicherheit“ soll vor allem der Anteil der weiblichen Militärbeobachter in den Einsätzen der Vereinten Nationen erhöht werden.

Frauen sollen in Krisen besser geschützt werden

Die internationalen Lehrgangsteilnehmerinnen besprechen das weitere Vorgehen an einer Ausbildungsstation

Die internationalen Lehrgangsteilnehmerinnen besprechen das weitere Vorgehen an einer Ausbildungsstation (Quelle: Bundeswehr/Alex Rettner)Größere Abbildung anzeigen

Mit diesem Projekt soll die Rolle von Frauen in der Krisen- und Konfliktbewältigung gestärkt werden. Ziel ist es, Gleichstellung und vor allem den Schutz von Frauen als zentrale Bestandteile von Außen- und Sicherheitspolitik zu stärken. Das Projekt gehört zu den Initiativen der Bundesregierung im Zusammenhang mit der deutschen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Bestandteile des Lehrgangs sind vor allem das Erlernen und Anwenden interkultureller Kompetenz, Gesprächsaufklärung, Verhandlungsführung, Verhalten auf einer Patrouille sowie eine umfassende Sanitätsausbildung. Der deeskalierende Umgang zwischen Militärbeobachtern und Konfliktparteien ist dabei ein zentrales Ausbildungsthema.

Einsatznahe Szenarien in die Ausbildung integriert

Eine erweiterte Sanitätsausbildung ist ein wichtiger Bestandteil des Lehrgangs

Eine erweiterte Sanitätsausbildung ist ein wichtiger Bestandteil des Lehrgangs (Quelle: Bundeswehr/Alex Rettner)Größere Abbildung anzeigen

In einem einsatznahen Übungsszenario mussten die Lehrgangsteilnehmer zahlreiche Situationen meistern, die ihnen so auch in einem realen Einsatz als Militärbeobachter begegnen können. Zum Beispiel Verhandlungen mit einem Anführer einer Separatistenarmee. Der Warlord besteht darauf, zu den Friedensgesprächen Waffen mitzunehmen. Er fühle sich nur sicher, wenn er seine Waffe bei sich hätte, beteuert der Anführer. Die Friedensgespräche drohen zu scheitern, ehe sie überhaupt beginnen können. Ein Militärbeobachter schlägt einen Kompromiss vor. Der Separatistenchef darf seine Waffe im Hauptquartier der Friedensmission der Vereinten Nationen behalten, die Waffe wird aber zuvor entladen.

Insgesamt 230 Soldaten und mehr als 80 Fahrzeuge des Vereinte Nationen Ausbildungszentrums der Bundeswehr spielten solche und weitere Lagen. Die Soldaten unterstützten für acht Tage bei den Szenarien und Rollenspielen im Westallgäu.

„Mit diesem Lehrgang leistet das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag für die Einsatzbereitschaft der Vereinten Nationen. Wir bilden hochqualifiziertes Personal für UN-Missionen weltweit aus“, sagte Oberst Werner Klaffus, Kommandeur des Ausbildungszentrums.

Kooperation mit anderen Behörden und Organisationen

Die Militärbeobachter werden an verschiedenen Ausbildungsstationen auch von Bundespolizisten unterstützt

Die Militärbeobachter werden an verschiedenen Ausbildungsstationen auch von Bundespolizisten unterstützt (Quelle: Bundeswehr/Alex Rettner)Größere Abbildung anzeigen

Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum ist auf die einsatzvorbereitende Ausbildung von Soldaten verbündeter Streitkräfte sowie Fachkräften von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen spezialisiert. So besteht eine enge Kooperation zwischen den Ländern Deutschland, Niederlande, Österreich und der Schweiz. Der multinationale Charakter der Ausbildung war auch während der Abschlussübung erkennbar. „Diese enge Kooperation hat eine lange Tradition. Seit 2008 bilden wir in enger Verbundenheit Soldaten gemeinsam zu Militärbeobachtern aus“, betonte Klaffus.

Ein besonderes Merkmal dieser Übung war auch der vernetzte Ansatz. Bundeswehr, Bundespolizei und Mitarbeiter staatlicher Organisationen berieten sich gegenseitig in der praktischen Ausbildung. Die Bundespolizei und das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze des Auswärtigen Amtes unterstützten die Übung durch Personal und Material. Wesentliche Stütze der Ausbildung am Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr waren zudem 16 Instruktoren, von denen acht aus Lateinamerika, Afrika und Europa kamen. Sie gaben insbesondere ihre Erfahrungen aus den jeweiligen Einsatzländern an die Lehrgangsteilnehmenden weiter. Die Instruktoren wiederum konnten viele Ideen und Erkenntnisse zur Ausbildungsorganisation und Methodik aus Hammelburg in ihre Heimatländer mitnehmen.

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