Mit großen Investitionen in die Zukunft – Stadtwerke Potsdam legen 11. Verantwortungsbericht vor

Die Stadtwerke Potsdam haben heute ihren 11. Verantwortungsbericht veröffentlicht. Der Bericht enthält Daten zum Konzernabschluss 2020 sowie Informationen über den Unternehmensverbund. Die Stadtwerke-Geschäftsführung, Sophia Eltrop und Monty Balisch, erklärt: „Auch 2020 sind die Stadtwerke ihrer Verantwortung gerecht geworden. Um heute und für die nachfolgenden Generationen eine nachhaltige, klimaschonende Daseinsvorsorge zu gewährleisten, haben wir zahlreiche Maßnahmen weitergeführt, abgeschlossen und neu initiiert.“

Der Stadtwerkeverbund ist in den Sparten Energie, Wasser, Entsorgung, Verkehr, Bäder, Beleuchtung und Fuhrparkservice tätig. Der Verantwortungsbericht zeigt diese Aktivitäten in den Bereichen Wirtschaft, Engagement, Umwelt und Mitarbeitende. Rund 59,5 Millionen Euro wurden im Jahr 2020 in den Kerngeschäftsfeldern Energie, Wasser, Mobilität und Entsorgung investiert. Sophia Eltrop: „Wir investieren in die Zukunft: in Klimaschutz, sichere Netze, in die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs und damit in die Lebensqualität unserer Heimatstadt.“

42,1 Millionen Euro investierte allein die Energie und Wasser Potsdam (EWP) in die Strom- und Wasserversorgung der Landeshauptstadt. Mit ihrer „Energie- und Dekarbonisierungsstrategie 2050“ – einer vom Potsdamer „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ abgeleiteten Klimastrategie – entwickelte die EWP ein umfassendes Energiekonzept für die kommenden drei Jahrzehnte. Es enthält die vier Säulen Fernwärme, Stromversorgung, Mobilität sowie die Unterstützung der Kunden bei der Senkung ihres Energieverbrauches. Ein Baustein der Dekarbonisierung in der Fernwärmeversorgung ist die Solarthermie, sichtbar in der Freiflächenanlage der EWP in Potsdam-Süd, die 2020 ihr erstes Betriebsjahr hatte. Bis Ende 2020 investierte die EWP in insgesamt 24 öffentliche Ladesäulen, an denen 48 Fahrzeuge gleichzeitig mit Ökostrom laden können.

In Krampnitz soll vor allem in ein CO2-armes, energieeffizientes Fernwärmesystem investiert werden, wofür die Vorarbeiten laufen. Wärmenetze bieten die Möglichkeit, große erneuerbare Energiequellen wie zum Beispiel Geothermie- und Solarthermie zu nutzen und wirtschaftlich einzubinden – ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung.

Die größte Investition der EWP im Wasserbereich ist der im Jahr 2020 fortgesetzte Ausbau der Kläranlage Potsdam-Nord. Das Wasserwerk Rehbrücke wurde im Jahr 2020 durch mehrere Projekte zu einem der umweltfreundlichsten Wasserwerke in Potsdam. Im Brunnenumfeld des Wasserwerkes Ferch im Ortsteil Mittelbusch hat die EWP im Jahr 2020 den ökologischen Waldumbau vorbereitet, sodass sich dort in den nächsten Jahrzehnten ein ökologisch vielfältiger Mischwald entwickeln kann, der auf lange Sicht für eine bessere Grundwassersituation und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt sorgt.

2020 hat die Pandemie bei der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam zu Fahrgasteinbußen von annähernd 50 Prozent geführt. Wie zahlreiche andere ÖPNV-Unternehmen hat die ViP finanzielle Mittel aus der „Bundesrahmenregelung Beihilfen für den öffentlichen Personennahverkehr“ beantragt und daraus rund 3,5 Millionen Euro erhalten. Auf das Fahrtenangebot der ViP war trotz Corona Verlass. Ende Februar 2020 öffnete am Potsdamer Hauptbahnhof die „mobiagentur“ ihre Pforten. Dieses Gemeinschaftsprojekt von ViP, Deutsche Bahn, PMSG Potsdam Marketing und Service GmbH und Landeshauptstadt Potsdam wurde in Rekordzeit und im geplanten Budget realisiert. Zur geplanten Erweiterung der Tramlinie 96 nach Krampnitz, Fahrland und Neu Fahrland gab es 2020 einen erfolgreichen Onlinedialog als coronabedingte Alternative zu Präsenzveranstaltungen.

2020 hat die Stadtentsorgung Potsdam (STEP) rund 97.900 Tonnen Abfall eingesammelt und umweltschonend entsorgt. Der überwiegende Teil davon wurde verwertet. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro wurde 2020 die Rekultivierung der Fresdorfer Heide abgeschlossen. Im Oktober erfolgte die abfallrechtliche Gesamtabnahme der Sicherung und Rekultivierung der Deponie. Auf Kundenbedürfnisse reagierend hat die STEP im Herbst 2020 ein neues Online-System für die Containerbestellung entwickelt. Die STEP nutzt drei elektrobetriebene Fahrzeuge. In der Garten- und Grünflächenpflege wurden die Teams 2020 weiter mit elektrisch angetriebenen und damit besonders leisen Arbeitsgeräten ausgestattet. Die seit Mitte April 2019 laufende Nachrüstung der STEP-Abfallsammelfahrzeuge mit Abbiegeassistenten konnte Ende des Jahres 2020 erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Geschäftsjahr 2020 der Bäderlandschaft Potsdam (BLP) war durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen fünf Monate dauernde Schließzeit sowie durch Auflagen und gesetzlich verordnete Einschränkungen stark beeinflusst. Mit 336.286 Badegästen kamen 2020 insgesamt 51,7 Prozent weniger Besucher in die vier Bäder als im Jahr zuvor. Zu den Öffnungen zwischen den Lockdown-Schließungen hatte die BLP umfangreiche Hygienekonzepte für das blu, das Waldbad Templin und das Stadtbad Park Babelsberg umgesetzt. Die BLP nutzte die gesetzlich verordnete Bäderschließzeit, um die üblicherweise im Sommer durchgeführten Wartungs- und Revisionsarbeiten im blu vorzuziehen. Das Kiezbad Am Stern ist wegen Sanierungsarbeiten seit dem Frühjahr 2020 geschlossen. Die coronabedingte Schließzeit wurde somit intensiv für die Sanierungsarbeiten genutzt, mit denen auch eine energetische Sanierung stattfindet, wodurch jährlich Emissionen von 38 Tonnen CO2 vermieden werden können.

Mit der Umrüstung von rund 2.000 Leuchten auf LED-Technik leistete die Stadtbeleuchtung Potsdam (SBP) einen wichtigen Beitrag zum Potsdamer Masterplan. Der LED-Lampenbestand im öffentlichen Bereich lag zum Jahresende 2020 bei 4.653 Lampen von insgesamt 17.067. Im Juli 2020 rüstete die SBP im Wohngebiet Eiche insgesamt 335 Natriumdampflampen in die neue Generation LED-Retrofit-Lampen um, ab Ende Oktober 2020 erfolgte dies in der Potsdamer Innenstadt bei den vielfach eingesetzten historischen Schinkelleuchten. Nur noch rund ein Viertel der Lichtsignalanlagen an Potsdamer Straßen wird mit klassischer Technik betrieben. 2020 ist der Einsatz von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen mit niedrigen CO2-Emissionswerten weiter gestiegen. Durch die Kommunale Fuhrparkservice Potsdam (KFP) wurden bislang 54 Fahrzeuge (inklusive E-Bikes) mit alternativen Antrieben angeschafft.

Im Stadtwerkeverbund waren Ende 2020 insgesamt 1.710 Mitarbeitende sowie 69 Auszubildende und 9 Dual Studierende tätig. „Trotz Pandemie haben die Stadtwerke alle Ausbildungsplätze fortgeführt und sind ihrer Selbstverpflichtung gerecht geworden, allen Auszubildenden und Studierenden nach erfolgreichem Abschluss einen Arbeitsplatz im Verbund anzubieten“, sagte Sophia Eltrop.

Damit die Arbeit auch in Zeiten der Pandemie weiter erledigt werden konnte, hatten Personalabteilung, IT-Abteilung, Geschäftsführung und Betriebsräte eine gemeinsame Konzernbetriebsvereinbarung zum „Mobilen Arbeiten“ verabschiedet. Sie ermöglichte vielen Mitarbeitenden aus dem Verbund seit April 2020, ihrer Arbeit von zu Hause aus nachzugehen. Monty Balisch: „Für die Umstellung auf das mobile Arbeiten wurden große finanzielle und personelle Anstrengungen unternommen. Im Ergebnis gab es dadurch einen starken Schub für die Digitalisierung, für die in den Vorjahren bereits wichtige Weichenstellungen erfolgt waren.“

Ein Großteil der Mitarbeitenden des Stadtwerkeverbundes ist im gewerblichen Bereich tätig, oftmals mit körperlich schwerer Arbeit befasst. Erstmalig in der Stadtwerke-Geschichte gab es in einem Unternehmen Kurzarbeit – bei den coronabedingt geschlossenen Bädern. In den allen Unternehmen gab und gibt es umfassende Hygienekonzepte.

Die Umsatzerlöse des Stadtwerke-Verbundes im Jahr 2020 betrugen 291,6 Millionen Euro, die Bilanzsumme lag bei 719,6 Millionen Euro. Das Konzernjahresergebnis lag mit einem Verlust in Höhe von 3,0 Mio. Euro zwar über dem Konzernjahresfehlbetrag des Vorjahres (1,4 Millionen Euro). „Dennoch verlief das operative Geschäft im Berichtsjahr, trotz der negativen Einflüsse der Corona-Pandemie, besser als geplant. Daher fiel der Konzernjahresfehlbetrag deutlich niedriger als erwartet aus“, so die Geschäftsführung.

Die Stadtwerke haben ihre Verantwortung für gesellschaftliches Engagement auch im Pandemiejahr wahrgenommen. Die im Dezember 2018 von den Stadtwerken gestartete Potsdam-Crowd hat im Jahr 2020 insgesamt 32 Projekte unterstützt. Mehr als 198.000 Euro kamen so zusammen. Insgesamt zählte die Potsdam-Crowd knapp 2.600 Unterstützer. Die EWP hat auch im Jahr 2020 eine Reihe von Vereinen, Projekten, Maßnahmen und Veranstaltungen finanziell mit insgesamt 615.000 Euro unterstützt und damit wertvolle Hilfe geleistet, die STEP mit knapp 9.000 Euro. Die ViP verteilte 2020 rund 15.000 Masken zur Corona-Prävention an Schüler.

„Wir danken allen Mitarbeitenden im Stadtwerkeverbund für die geleistete Arbeit in dieser durch die Pandemie geprägten Zeit. Weil unsere Mitarbeiter täglich gezeigt haben, dass gerade in schwierigen Zeiten Verlass auf sie ist, konnten die Stadtwerke 2020 und 2021 ihrer Verantwortung gerecht werden“, so die Stadtwerke-Geschäftsführung.

Der 81 Seiten umfassende Bericht ist über das Internet verfügbar:

https://www.swp-potsdam.de/de/stadtwerke-potsdam/unsere-verantwortung/

%d Bloggern gefällt das: